Hainichen erhält Finanzspritze für Straßenbau

Alles andere als alltäglich: Der sächsische Verkehrsminister überbringt die gute Nachricht von Zuschüssen höchstpersönlich. Das betrifft gleich vier Trassen in der Stadt.

Hainichen.

Das Verhältnis zwischen Kommunen und Landesregierung beim Thema kommunaler Straßenbau war zuletzt nicht gerade von inniger Freundschaft geprägt. So hat es Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) vor dem Besuch des sächsischen Verkehrsministers Martin Dulig (SPD) in der Gellertstadt beschrieben. Auch Greysinger selbst hat nach eigenem Bekunden nicht mit Kritik gespart, wenn es um lange Wartezeiten auf Fördermittel für Bauvorhaben ging. Doch am Samstag sollte er Anlass zur Freude haben. Denn die Gellertstadt kommt in den Genuss einer großzügigen Finanzspritze, und die Botschaft überbrachte Minister Dulig persönlich.

Der Freistaat fördert mit knapp 1,4 Millionen Euro den Ausbau der Heinrich-Heine-Straße und der Michael-Meurer-Straße/Kurze Straße. Außerdem erhält die Stadt etwa 800.000 Euro für den Ausbau des Striegisweges und den Neubau einer Verbindungsstraße zum Kastanienring, was der verkehrstechnischen Erschließung des Gewerbegebietes Crumbach-Nord dient und so den Bestand mehrerer hier ansässiger Unternehmen sichert. So begründet das Verkehrsministerium die Förderentscheidung.

Die finanziellen Mittel für die beiden letzteren Trassen stammen aus einem Programm, mit dem der Freistaat unter anderem die Anbindung von Gewerbebetrieben an das Straßennetz fördert - aktuell mit bis zu 90 Prozent der Kosten. Laut Dieter Greysinger würden so neben der Firma Schindler, die Faltwände fertigt und deren Firmensitz sich am Ende des bisher schmalen Striegisweges befindet, auch die Firma Pneuhage und die Bäckerei Groschupf besser an das überörtliche Straßennetz, sprich Autobahn 4 und Bundesstraße 169, angeschlossen. Gerade die Firma Schindler hatte laut Greysinger in der Vergangenheit oft beklagt, dass der Striegisweg zu schmal ist für den Schwerlastverkehr, der von und zum Betrieb fährt. Für die Kommune ist die Finanzierung ein Nullsummenspiel. "Für den städtischen Eigenanteil von 10 Prozent liegen Spendenzusagen von Firmen vor", sagte der Bürgermeister. Die Stadt gehe nur finanziell in Vorleistung und werde das Projekt baulich begleiten. Die Planung für Neu- und Ausbau der beiden Trassen liege vor, sodass voraussichtlich im Frühjahr mit den Arbeiten dazu begonnen werden könne.

Auch für den Ausbau der beiden kommunalen Straßen Heinrich-Heine-Straße und Michael-Meurer-Straße liegen die Pläne schon länger in der Schublade der Kommune. Den Förderantrag habe sie bereits vor mehr als drei Jahren gestellt. "Da fällt mir ein großer Stein vom Herzen, dass wir die beiden innerstädtischen Straßen nun bauen können. Denn sie befinden sich in einem sehr schlechten Zustand", so Greysinger. Neben dem Zuschuss des Freistaats in Höhe von 1,4 Millionen Euro müsse die Stadt einen Eigenanteil in Höhe von 30 Prozent der Kosten leisten. Dieser Eigenanteil werde im städtischen Haushalt eingeplant, auf mehrere Jahre verteilt. Voraussichtlich würden die Arbeiten an der Heinrich-Heine-Straße im kommenden Jahr beginnen und in mehreren Abschnitten bis 2023 realisiert. Für das Projekt sei das Gros der Kosten und Fördermittel kalkuliert. Bei dem Projekt an der Michael-Meurer-Straße/Kurze Straße gehe es außerdem darum, Schäden zu beseitigen, nachdem die Trassen zuletzt auch als Umleitung für den Straßenbau an der August-Bebel-Straße genutzt wurden.

Über diese Zuschüsse für die innerstädtischen Straßen wurde laut Verkehrsministerium gemäß einer Richtlinie für den kommunalen Straßen- und Brückenbau entschieden.

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