Im alten Kaufhaus wird schon gearbeitet

Wenige Tage nach der Ersteigerung hat der neue Inhaber bereits mit der Beräumung begonnen. Die Sanierung des Hauses am Markt soll aber erst im nächsten Jahr beginnen.

Hainichen.

So einen engagierten Sommer hat Hainichens Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) nach eigener Aussage noch nicht erlebt. Gemeint ist Angelo Sommer aus Penig, der neue Besitzer des Fischer-Kaufhauses am Markt in Hainichen. Mit dem hat sich das Stadtoberhaupt bereits getroffen - und zwar im Objekt, das viele Jahre ein echtes Sorgenkind der Stadt war.

Angelo Sommer hat mit einer Handvoll Mitarbeiter auch schon selbst im maroden Gebäude geholfen, das Erdgeschoss entrümpelt und die Rückseite des Hauses freigelegt. "So ein Investor ist für uns ein Glücksfall", sagt Greysinger, der sich selbst um eine neue Nutzung des zuletzt von einem Textilhändler genutzten Hauses bemüht hatte. Dabei war er nicht nur auf der Suche nach Einzelhändlern, auch eine Form von Betreutem Wohnen stand zur Debatte. Ebenso gab es vor einigen Jahren die Idee, dort das nun auf der Turnerstraße ansässige Stadtarchiv unterzubringen.


Anfang Juli stand das Objekt - genau genommen sind es zwei miteinander verbundene Häuser - am Amtsgericht in Chemnitz zur Zwangsversteigerung. Für das Haus Brückenstraße 2 war ein Verkehrswert von 16.000 Euro angegeben, für die Mühlstraße 2 waren es 21.000 Euro. Laut Amtsgericht hat die Peniger Immobilienfirma von Angelo Sommer insgesamt knapp 25.000 Euro bezahlen müssen. Kurz vor der Versteigerung hatte der Investor seine Absichten auch dem Bürgermeister mitgeteilt.

Mit im Boot hat Sommer die Volksbank Mittweida, wie Kay Pöschmann von der Immobilien- und Service GmbH des Finanzunternehmens beim Vor-Ort-Termin bestätigte. Die Volksbank finanziere auch die Sanierung, arbeite schon seit einiger Zeit mit dem 30-jährigen Sommer zusammen. Der gelernte Elektriker hat einen Firmenverbund mit Bauservice und Vermietungsgesellschaft aufgebaut. "Wir kümmern uns aktuell um elf Häuser", erklärte der Geschäftsführer. "Momentan stellen wir noch Objekte in Penig und in Limbach-Oberfrohna fertig. Wenn dies erfolgt ist, geht es in Hainichen los." Das werde dann Mitte oder Ende 2020 sein.

Ein Bauantrag sei dafür nicht nötig, weil nicht in die Statik eingegriffen werden müsse. Geplant sind im einstigen Kaufhaus in den oberen Stockwerken vier Wohnungen. Im Erdgeschoss könnte Gastronomie oder ein Geschäft einziehen. Greysinger fände beides gut. Von Gastronomie könnte künftig auch der Saal des "Goldenen Löwen" profitieren, dessen Eingang praktisch auf der anderen Straßenseite ist. Dass es auch mit den Nachbarn klappt, hat Angelo Sommer schon gemerkt. "Die haben gleich mitgeholfen und für uns Kaffee gekocht", zeigte er sich nach der ersten Entrümpelungsaktion begeistert. Zum Vorschein kamen dabei nicht nur viele Schaufensterpuppen. Sommer hat auch noch jede Menge Weihnachtsdekoration, die er verschenken möchte, zum Beispiel 30 künstliche Tannenbäume.

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