Im Edeka-Großlager wird drei Tage lang gestreikt

Die Beschäftigten haben am Montag für mehr Lohn die Arbeit niedergelegt. Bislang sind in den Läden keine Engpässe bekannt.

Berbersdorf.

Im Edeka-Zentrallager im Striegistaler Ortsteil Berbersdorf hat am Montagmorgen ein Streik der Beschäftigten begonnen. Laut Verdi-Sprecherin Sylke Hustan legten bereits 2 Uhr die ersten von später insgesamt rund 90 Mitarbeitern die Arbeit nieder. Laut Gewerkschaft arbeiten in Berbersdorf etwa 300 Leute. Nach Angaben von Edeka werden von dem im April 2015 eröffneten, fast 50.000 Quadratmeter großen Lager etwa 500 Märkte in Sachsen und Ostthüringen beliefert.

Der Streik soll noch bis Mittwoch, 23 Uhr andauern. Mit diesem Arbeitskampf soll nach Gewerkschaftsangaben der den Druck auf die Arbeitgeber vor der dritten Tarifverhandlung erhöht werden. Anfang Juni hätten laut Verdi in der zweiten Runde die Arbeitgeber ein "erbärmliches Angebot" vorgelegt, lediglich eine Erhöhung der Löhne, Gehälter und Azubi-Vergütung um zunächst 1,8 Prozent und im zweiten Jahr um 1,2 Prozent. Verdi hingegen hatte eine Anhebung aller Löhne, Gehälter und Azubivergütungen um einen Euro je Arbeitsstunde für alle Mitglieder gefordert sowie einen sogenannten Sachsen-Zuschlag in Höhe von 20 Cent je Stunde, der aber komplett abgelehnt wurde.


"Das jetzige Angebot ist beschämend", sagt die Verhandlungsführerin Sylke Hustan. Die dritte Verhandlung soll es am 2. Juli geben. Mit der Streikbeteiligung war Sylke Hustan sehr zufrieden. "Es wird im Lager auch kaum Ware angenommen, bei Anlieferungen lassen sich die Fahrer von uns bestätigen, dass gestreikt wird." Der Presse verbot der Wachschutz, das Gelände zu betreten, während sich die Streikenden bei fast 30 Grad im Schatten mit Nudeln stärkten. Eine Gewerkschafterin machte Fotos. "Wir bleiben vor dem Tor", so Sylke Hustan. Pavillons würden Sonnenschutz bieten, dennoch soll nur ein geringer Teil der Mitarbeiter vor dem Tor bleiben. Laut Verdi gib es eine Art Wache. Am Dienstag und Mittwoch ist aber jeweils von 9 bis 10 Uhr eine Streik-Kundgebung geplant.

Edeka selbst wollte sich nicht zum Arbeitskampf äußern. "Wir kommentieren das wegen der laufenden Tarifverhandlungen nicht", erklärte Stefanie Schmitt von der Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen Stiftung & Co. KG. In den Märkten der Region waren noch keine Auswirkungen des Streiks zu spüren. Torhild Mai, Inhaberin des Markts in Hainichen, erfuhr am Nachmittag erst auf Nachfrage von "Freie Presse" davon, sie bekommt ihre Waren vom Wasser bis zu Obst und Gemüse aus Berbersdorf. Engpässe seien ihr noch nicht bekannt.

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