Im Ex-Hotel "Zum Roß" wird künftig auch geheiratet

Das neue Frankenberger Stadthaus soll nach der Sanierung im Erdgeschoss statt einer Bankfiliale mehrere Ämter beherbergen. Auch in der Nachbarschaft will die Kommune näher an die Bürger rücken.

Frankenberg.

Wenn die rund 4,6 Millionen Euro teure Sanierung des ehemaligen Hotels "Zum Roß" in Frankenberg voraussichtlich zum Jahresende abgeschlossen wird, sollen mehrere Ämter der Stadtverwaltung umziehen. Dazu zählen das Ordnungs-, Melde- und Standesamt sowie die Friedhofsverwaltung, die derzeit noch im benachbarten Rathaus angesiedelt sind. Dem Vorschlag von Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) haben die Mitglieder des Technischen Ausschusses des Stadtrates in der ersten Sitzung nach der Sommerpause am Dienstagabend nicht widersprochen. Nun muss noch der Stadtrat der künftigen Nutzung des Erdgeschosses im neuen Stadthaus zustimmen.

Auf diese Weise will die Stadtverwaltung quasi zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Denn so würde ein Leerstand des Erdgeschosses vermieden und gleichzeitig würden die Frankenberger einen barrierefreien Zugang zu den am Markt konzentrierten Ämtern erhalten. Auch ein Trauzimmer ist geplant, in dem künftig Paare heiraten können.

Kehrseite der Medaille: Die Stadt muss zusätzliche Baukosten für die Sanierung der Räume tragen, die sich auf rund 383.000 Euro belaufen. Sollte die Sächsische Aufbaubank zustimmen, könnte die Kommune zumindest 260.000 Euro Fördermittel dafür erhalten. Nach früheren Vorstellungen der Stadtverwaltung sollte das Erdgeschoss gewerblich genutzt werden. Konkret hatte die Kommune nach eigenen Angaben erwartet, dass die Volksbank Mittweida einzieht. "Der Nutzer ist uns aber abhanden gekommen", sagte am Dienstagabend Bürgermeister Firmenich. Laut Stadt habe die Bank das Erdgeschoss kaufen wollen.

Auf Nachfrage der "Freien Presse" erklärte gestern Rico Schlegel, Fachbereichsleiter der Volksbank, dass die Initiative hierfür nicht von der Bank ausgegangen sei. "Wir hatten eine Anfrage der Stadtverwaltung erhalten, ob wir uns dort einmieten oder kaufen wollen. Aber wir haben das verworfen, da es wirtschaftlich keinen Sinn ergeben hätte und wir eine funktionierende Filiale in Frankenberg haben", so Schlegel. Die Filiale an der Humboldtstraße bestehe seit etwa 15 Jahren, sei mit fünf Mitarbeitern besetzt und befinde sich im Eigentum der Bank. Bei einem Umzug hätte man Leerstand im Erdgeschoss des Hauses provoziert.

Doch nicht nur mit dem Einzug mehrerer Ämter ins künftige Stadthaus werden sich die Wege für die Bürger verkürzen. So soll ebenfalls in direkter Nachbarschaft zum Rathaus-Eingang im Haus Markt 15 die Tourist-Info und das Ticketcenter der städtischen Kulturgesellschaft in einem jetzt leer stehenden Ladengeschäft angesiedelt werden. Bürgermeister Firmenich hatte angekündigt, dass der Umzug der Stadt-Info - jetzt noch versteckt im Hinterhaus des Rathauses untergebracht - im Zusammenhang mit weiteren Sanierungsarbeiten bis Frühjahr 2019 vollzogen werden könnte. Eine 80-prozentige Förderung und die Finanzierung dieses Vorhabens seien gesichert.

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