Kekselmacher verabschieden sich von Kuchen

Nach wie vor wird in der Bäckerei Lieberwirth mit Wasser, Mehl, Butter und Zucker hantiert. Dennoch hat sich im Leubsdorfer Unternehmen in den vergangenen Monaten ein Wandel vollzogen.

Leubsdorf.

Kekse statt Kuchen lautet nun die Devise bei der Bäckerei Lieberwirth. Das Leubsdorfer Traditionsunternehmen, das vor elf Jahren mit einem Neubau seine Zelte im Gewerbegebiet an der Borstendorfer Straße aufgeschlagen hat, setzt neue Schwerpunkte.

Besonders viel Energie wird in das Projekt der Kekselmacher gesteckt, das Jörg Lieberwirth seit Längerem verfolgt und nun weiter ausbauen will. Erste Versuche damit starteten die Lieberwirths bereits 2013. Damals half auch noch Bruder und Geschäftspartner Udo Lieberwirth mit, der vor zwei Jahren im Alter von nur 52 Jahren verstarb. Das Prinzip ist einfach. Lieberwirth stellt einen klassischen Butterkeks her und bedruckt diesen mit Lebensmittelfarbe digital mit einem Logo frei nach Kundenwunsch.

Die Bestellung läuft insbesondere über das Internet, die Lieferzeit beträgt rund zwei Wochen. Lieberwirths Aussagen zufolge besitzt diese Technologie europaweit ein Alleinstellungsmerkmal, könne leider aber nicht als Patent eingetragen werden.

Rein technisch sei es möglich, in Leubsdorf täglich mehrere Tausend dieser süßen Köstlichkeiten zu produzieren. Kekse wurden bisher nicht nur aus den verschiedensten Ecken Deutschlands, sondern auch aus Spanien, Italien, Ungarn Frankreich oder der Schweiz geordert. Um sein Erzeugnis weiterhin bekannt zu machen, ist Lieberwirth viel auf Messen präsent. So war er zuletzt unter anderem in Österreich und in Nürnberg. In diesem Jahr steht im November zum Beispiel noch die Gastro-Messe in Rostock auf dem Plan. 2019 baut der Mittelsachse seinen Stand unter anderem bei der Anuga in Köln, einer der größten Nahrungsmittelmessen der Welt, auf.

"Unser Konzept geht derzeit auf, die Auftragsbücher sind gefüllt. Deshalb gibt es auch keinen Grund, an der Zukunft des Standortes Leubsdorf zu zweifeln", sagte Jörg Lieberwirth. Dessen Frau Sabine wirkt ebenfalls im Unternehmen mit.

Noch zu Jahresbeginn wurden mehrere Filialen in Mittelsachsen und der weiteren Region in Eigenregie betrieben und mit selbst hergestellten Backwaren beliefert. "Dann haben wir uns aber mit dem Konzept aus betriebswirtschaftlicher Sicht intensiv sowie kritisch beschäftigt und sind zu dem Entschluss gekommen, viele Dinge anders zu machen", sagt Chef Jörg Lieberwirth. Die Filialen wurden geschlossen und die Produktion gedrosselt.

"Wir haben dies aber nicht über Nacht gemacht, sondern unsere Belegschaft bereits in diesem Frühjahr darüber informiert", sagt der 51-Jährige. In den folgenden Wochen hätten 15 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Betrieb verlassen, indem sie sich neue Arbeitsplätze gesucht haben. Der Umbruch wurde Ende September vollendet. Aktuell beschäftigt Lieberwirth noch zehn Arbeitnehmer sowie sechs Saisonkräfte. Sie sind insbesondere in der Weihnachtszeit gefragt, denn das Backen von Stollen fällt auch in diesem Jahr nicht aus. "Wir beliefern nach wie vor mehrere Lebensmittelmärkte sowie öffentliche Einrichtungen mit Brot und Brötchen, dazu kommt jetzt dieses spezielle Weihnachtsgebäck", sagt der Chef.

www.diekekselmacher.de


Bestellung per Knopfdruck

Im Juni 1969 übernehmen Jörg Lieberwirths Eltern die Bäckerei Nitzsche in Leubsdorf und legen damit den Grundstein für das Familienunternehmen. Sie steuern den Betrieb durch alles andere als ruhige Zeiten und gehen schließlich Ende 2002 in den Ruhestand.

2003 übernehmen die Brüder Jörg und Udo Lieberwirth das Ruder im Unternehmen. Da die Räumlichkeiten an der Hauptstraße bald nicht mehr ausreichen, folgt der Neubau im Gewerbegebiet, der im August 2007 eingeweiht wird.

Bei einem Biergartenbesuch beobachten die beiden Betriebsinhaber im Jahr 2013, dass jeder Gast zu seinem Kaffee einen Keks bekommt. So wird die Idee geboren, einen Keks zu entwickeln, auf dem ein individuelle Logo gedruckt werden kann.

Im Jahr 2015 ist die Idee so ausgefeilt, dass Jörg Lieberwirth gemeinsam mit seiner Frau Sabine damit beginnt, das Erzeugnis auf Messen anzubieten und zu vermarkten. Später wird ein Online-Shop entwickelt, in dem die Kunden leicht ihre Bestellungen abgeben können. (kbe)

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