Kinder sehen Leiterin täglich per Video

Die Kita in Weißbach ist dicht, genauso wie viele andere, aber Romy Seidel hält dennoch Kontakt mit den Mädchen und Jungen. Das kommt gut an.

Weißbach.

In den Räumen des Betriebskindergartens "Naturkinder Weißbach" ist es still, und das seit Wochen. Wegen des Coronavirus ist die Kindereinrichtung geschlossen. "Mir fehlen meine Kinder. Ich kann zwar ein paar Sachen erledigen und Projekte vorbereiten, aber ich hätte lieber wieder alle hier", berichtet Kindergartenleiterin Romy Seidel.

Inzwischen hat sie mithilfe eines Zimmermannes eine kleine Waldschule im Spielgarten aufgebaut. Eine große Wandtafel wurde aufgestellt und kleine Schulbänke gebaut. Die brauchen nur noch etwas Farbe. "Meine sechs Vorschüler freuen sich schon riesig und wollen bald hier lernen. Ich habe ihnen Bilder und Videos gesendet", erzählt Romy Seidel, die gleich nach der Schließung der Kita eine Whatsapp-Gruppe gegründet hat. Täglich begrüßt sie ihre 16 Kinder zu Hause und schlägt jeden Tag etwas anderes vor. Darüber dreht sie ein kleines Video und verschickt es.

"Einmal sollten sie Kniebeugen machen. Es dauerte nicht lange, da schickten alle ein Video von der Ausführung zurück. Das hat allen viel Spaß gemacht. Auch die Eltern sind dankbar für Anregungen", berichtet Romy Seidel, die jeden Tag die Tiere im Kindergarten mit Futter versorgen muss, was sonst die Kinder getan haben. Es gibt einige Hühner und Hasen, die Nachwuchs bekommen haben und auch Bienenstöcke. Bald könne schon der erste Honig geschleudert werden.

Jetzt haben sich mehrere Kinder für eine Notbetreuung angemeldet. In drei kleinen Gruppen können die Mädchen und Jungen betreut werden. Eine Gruppe in der Einrichtung und zwei "Waldgruppen" im Spielgarten sind auch kein Problem, da die Kinder es gewohnt sind, sich viel im Freien aufzuhalten.

So wurde im vergangenen Jahr ein großes Gemüsebeet angelegt und die Einrichtung bewarb sich als "Ackerkita". Die Gemüse-Ackerdemie ist ein Bildungsprogramm des Vereins Ackerdemia. Dabei soll das Bewusstsein für die Bedeutung von Natur und die Wertschätzung von Lebensmitteln in der Gesellschaft gestärkt werden. Das Projekt ist nun angelaufen, im Mai soll gesät und gepflanzt werden. Vereinsmitglieder kommen dann in die Einrichtung und Romy Seidel hofft darauf, dass auch ein paar Kinder mit dabei sind. Später gibt es noch einen Termin für eine zweite Pflanzung.

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