Klinik Mittweida will im Mai zum Regelbetrieb zurückkehren

In dieser Woche will die Krankenhaus-Leitung entscheiden, wie der Mittelweg zwischen der Forderung nach Reservekapazität für Coronafälle und regulärer Patientenversorgung aussehen könnte.

Mittweida.

Das Mittweidaer Krankenhaus läuft immer noch im Krisenmodus, obwohl die Anzahl der Corona-Erkrankungen und der Infizierten in Mittelsachsen zuletzt auf stabilem Niveau verharrten. Eine Rückkehr zum Regelbetrieb, in der auch die bisher für Corona-Erkrankte vorgehaltenen Plätze auf der Intensivstation wieder mit Patienten nach planbaren Operationen belegt werden können, erscheint naheliegend. Doch mit der Entscheidung, den "normalen" OP-Betrieb wieder aufzunehmen und die Behandlungskapazitäten hochzufahren, tut sich der Geschäftsführer der kreiseigenen Mittweidaer Krankenhausgesellschaft LMK, Florian Claus, schwer: "Der Regelbetrieb ist ein Ziel, aber die Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern ist oberstes Gebot. Wir diskutieren jetzt über den richtigen Mittelweg."

In dieser Woche würden Festlegungen getroffen, in welchem Umfang die Klinik ihre Behandlungskapazitäten wieder ausschöpfen und ab wann das geschehen soll. Dass heißt auch, ab wann wieder Patienten operiert werden, die sich nicht in einer lebensbedrohlichen Situation befinden und nicht an Corona erkrankt sind."Sicher wird das im Mai sein, aber wir entscheiden von Woche zu Woche", so der Chef. Bei den betreffenden Patienten, deren OP verschoben sind, würden dann informiert. Vorsicht müsse die Klinik-Leitung walten lassen. Denn wenn die Infektionszahlen steigen, müsste diese Lockerung der Regeln zurückgenommen werden. Derzeit würden Dutzende Operationen pro Woche verschoben.

"Per Fingerschnipp" zum Normalbetrieb zurückzukehren, das sei nicht möglich, und daher werden auch im Mai Betten im Krankenhaus Mittweida leer bleiben. Obwohl dies auch wirtschaftliche Folgen für die Krankenhausgesellschaft hat, da ihr durch den Verzicht auf planbare Operationen beziehungsweise Behandlungen Einnahmen entgehen. Daher nehme die LMK auch den pauschalen Zuschuss des Bundes von 560 Euro als Leerstandspauschale je Bett in Anspruch. "Aktuell haben wir keine wirtschaftlichen Probleme in Folge der Pandemie", so der Geschäftsführer. Doch die wirtschaftlichen Folgen für das kreiseigene Unternehmen könne man auch erst im Nachhinein feststellen.

Aktuell hält die Mittweidaer Klinik eine separate Station mit 16 Betten für Corona-Patienten vor. "Zusätzlich haben wir acht normale Beatmungsplätze auf der Intensivstation, die wir für Corona-Patienten auf maximal 12 Plätze erweitern könnten", sagte Klinik-Sprecherin Ines Schreiber. Weitere Kapazitäten könnten je nach Entwicklung der Pandemie geschaffen werden, doch zeichne sich dafür kein Bedarf ab.

"Die Station verfügt über genügend freie Kapazitäten", sagte Schreiber. So werde aktuell auf der Intensivstation kein Patient mit Covid-19 versorgt. Stationär aufgenommen seien hingegen auf der Pandemiestation ein positiv bestätigter Fall sowie drei Verdachtsfälle, bei denen die Ergebnisse der Tests noch ausstünden. Insgesamt seien bisher im Zusammenhang mit Corona im Klinikum Mittweida damit sieben stationäre Fälle sowie 62 Verdachtsfälle behandelt worden. Davon war nur ein Corona-Patient auch intensivmedizinisch versorgt worden. Das ursprünglich verfolgte Szenario, wonach Corona-Patienten im Ernstfall von Mittweida nach Chemnitz verlegt werden sollten, sei noch nicht eingetreten.

Mit im Vergleich zu den Vorwochen deutlich mehr Arbeit rechnet LMK-Geschäftsführer Claus in der Corona-Ambulanz, die auf dem Gelände des Krankenhauses eingerichtet worden ist, um Tests auf Covid-19 auszuführen. Noch bis vorige Woche wurden zwischen 5 und 15 Tests täglich durchgeführt. In den vergangenen vier Wochen seien hingegen insgesamt rund 100 Personen getestet worden. Doch es habe laut Claus deutlich mehr Anmeldungen gegen. Allerdings hätten sie nicht den eng gefassten Regeln entsprochen, wonach zum Beispiel die Testperson zuvor Kontakt zu einem Corona-Infizierten gehabt haben sollte. Doch nun gelten neue Voraussetzungen. Laut LKM-Sprecherin Schreiber reiche das Vorliegen von Erkältungssymptomen wie Fieber und Husten aus, unabhängig davon, ob ein Kontakt zu einem Corona-positiv getestetem Patient bestanden hat.

Auch das Krankenhaus-Personal sei noch nicht komplett "durchgetestet", so Claus. Ob es Corona-Infizierte unter der Belegschaft gibt oder gab, wollte er nicht sagen. Der Schutz der Mitarbeiter habe aber "höchste Priorität", dem gelte auch die Anschaffung von Schutzausrüstung.


Auch Freiberger Krankenhaus will wieder operieren

Im Mai soll auch die OP-Kapazität am Krankenhaus in Freiberg wieder hochgefahren werden. In welchem Umfang, werde in den nächsten Wochen geklärt, sagt Krankenhaus-Chef Stefan Todtwalusch. Gut einen Monat lang wurden nur notwendige Operationen und Behandlungen für Schwerkranke, etwa Tumorpatienten fortgeführt. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte den Krankenhäusern Überlegungen über eine schrittweise Rückkehr in den Regelbetrieb empfohlen. Zuvor hatte auch das Krankenhaus Freiberg auf eine Anweisung des Sozialministeriums hin zunächst alle planbaren OPs verschoben, um viele Kapazitäten für Corona-Infizierte zu schaffen. "Da Neuinfektionen in Deutschland inzwischen leicht zurückgehen, prüfen wir, unsere planbare Kapazität wieder zu erweitern", so Todtwalusch. Dennoch sollten genug Plätze für schwerkranke Corona-Patienten reserviert werden, versichert er. (grit)

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1Kommentare

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    DanielLippmann
    28.04.2020

    Und wie sieht es aus mit besuchern ???

    Die Patienten gehen derzeit nicht nur an ihren Krankheiten kaputt sondern vorallem an der Einsamkeit!!!!


    Für alles gibt es Sonderregelungen Ausnahmen nur für Krankenhäuser nicht
    Warum?

    Auch hier kann man den Abstand einhalten, Maske tragen oder sich von mir aus auch vorher testen lassen!!!!!!!!

    Desinfizieren und von mir aus auch noch Handschuhe keine Sorge die Verwandten die ihre erkranken Lieben bezahlen das auch gern aus eigener Tasche
    Brauch kein Krankenhaus bezahlen! Das verlangt keiner


    Das einzige was ich verlange ist lasst unsere kranken und Patienten nicht alleine vor sich hin vegetieren.. das ist falsch die besten Heilungschancen
    Sind nun mal die Liebe und das Miteinander der engsten Vertrauten !!!!


    Ich verlange nichts unmögliches sondern nur das pro Patient mindestens ein Besuch pro Tag gestattet wird.

    Ich bitte euch liebe Krankenhäuser lasst euch etwas einfallen bitte