Kriminalstatistik 2018: Ein Drogentoter in Mittelsachsen

Die Polizei hat die Fälle des vergangenen Jahres ausgewertet. In der Region Chemnitz schlägt der Landkreis dabei aus der Reihe.

Mittweida.

11.877 Straftaten sind im vergangenen Jahr in Mittelsachsen registriert worden - 51 mehr als im Jahr 2017. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2018 hervor, die am Donnerstag veröffentlicht worden ist. Der Landkreis schlägt damit aus der Reihe: "Entgegen der Entwicklung in der Stadt Chemnitz und im Erzgebirgskreis ist die Zahl der Straftaten im Landkreis Mittelsachsen nicht rückläufig", erklärt Polizeipräsidentin Sonja Penzel. Gegenwärtig werde in ihrem Haus analysiert, so die Chefin der Polizeidirektion Chemnitz weiter, ob es eine Erklärung für die Entwicklungen gebe: "Neben Kontinuität ist eben auch flexibles Reagieren auf erkennbare Schwerpunkte ein Eckpfeiler der taktischen Ausrichtung der Polizei."

Der Statistik zufolge konnten im Landkreis 7565 Fälle aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote betrage 63,7 Prozent. Laut der Polizeipräsidentin hatten die Ermittler im Polizeirevier Döbeln im vergangenen Jahr ein Sammelverfahren abgeschlossen: "Demnach werden einem Mann über 100 Einbrüche insbesondere in Gartenlauben vorgeworfen."

Sascha Aurich

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Insgesamt wurden in Mittelsachsen laut Bericht 5028 Tatverdächtige ermittelt. Dabei handele es sich um 4290 deutsche und 738 nichtdeutsche Tatverdächtige. Von den 2225Personen, die 2018 Opfer einer Straftat geworden seien, waren zu 57,2Prozent männliche und zu 42,8Prozent weibliche Personen betroffen. Der gemeldete finanzielle Schaden summiere sich auf nahezu 11,5 Millionen Euro. Davon seien 4,2Millionen Euro Schaden durch Wirtschafts- und etwa 5,5Millionen Euro durch Diebstahlskriminalität entstanden.

Auch bei der Rauschgiftkriminalität nimmt Mittelsachsen eine traurige Sonderrolle ein. 2018 sei in Freiberg ein Drogentoter gefunden worden, wie Polizeihauptkommissarin Jana Ulbricht sagt. Das sei der einzige Todesfall infolge Rauschgiftkonsums gewesen,so die Pressesprecherin weiter, der im Bereich der Polizeidirektion Chemnitz erfasst wurde. In dem Gebiet, das neben Mittelsachsen auch die Stadt Chemnitz und den Erzgebirgskreis umfasse, habe es 2017 zwei, 2016 einen und 2015 zwei Rauschgiftopfer gegeben.

Polizeipräsidentin Sonja Penzel weiß: "Rauschgiftkriminalität wirkt sich auch auf andere Kriminalitätsbereiche aus. Beschaffungskriminalität ist oftmals auch Diebstahlskriminalität." So seien im vergangenen Jahr 186 Diebstahls- und 10 Raubhandlungen durch Konsumenten harter Drogen begangen worden.

Allein in Mittelsachsen waren voriges Jahr 3458 Diebstähle erfasst worden. Während es weniger Ladendiebstähle (428 Fälle/-184Fälle) und Diebstähle aus Böden, Kellern oder Waschküchen (159 Fälle/-84) gab, wurde häufiger aus Büros, Lagern und Werkstätten (277Fälle/+47) sowie aus Automaten (40Fälle/+18) gestohlen. Von den 141Wohnungseinbrüchen in Mittelsachsen (9 Fälle mehr als 2017) wurden 31,2 Prozent aufgeklärt.

2018 waren im Landkreis laut Polizeistatistik zudem 89 Kraftwagen (+14 Fälle gegenüber 2017) und 60Krafträder (-1) gestohlen worden. Mit 471 Diebstählen aus Kraftfahrzeugen sei 2018 der niedrigste Stand der vergangenen fünf Jahre in dieser Rubrik erreicht worden.

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