Kulturzentrum braucht eine Kläranlage

Der Chef des Bockendorfer Vereins initiiert eine Spendenaktion. Sollte die Vollbiologie-Technik dieses Jahr nicht eingebaut werden, droht die Schließung.

Bockendorf.

Ringo Grombe hat in diesen Tagen Grund zur Freude und zur Sorge gleichermaßen. Freuen kann sich der Inhaber des Bockendorfer Kulturzentrums "Johanneshof" und Vorsitzender der Kulturwerkstätten, dass sein Verein nun den Status der Gemeinnützigkeit bekommen hat. Sorge hat er, weil ihm die Zeit im Nacken sitzt. Denn noch in diesem Jahr muss das Kulturzentrum über eine vollbiologische Kleinkläranlage verfügen. "Wenn ich das finanziell nicht stemmen kann, muss ich wahrscheinlich schließen", befürchtet er. Doch es deutet sich eine Lösung an.

Der ehemalige Bockendorfer Gasthof, der Grombe gehört, verfügt über eine Fäkaliengrube, die einmal pro Jahr geleert wird. "Für das Händewaschen und für die Toilettenspülung wird Regenwasser benutzt, das extra abgeleitet wird", erklärt Grombe. Laut Wassergesetz geht das jedoch nicht mehr. Alle Abwässer müssen vollbiologisch geklärt werden. Für den Technikchef des Wasserzweckverbandes ZWA, Ulrich Pötzsch, ist die Situation eindeutig. "Wenn eine solche Kläranlage nicht finanziert werden kann, muss der ,Johanneshof' Nutzungseinschränkungen hinnehmen", sagt Pötzsch. Konkret bedeutet das: Alle Abwässer müssen in eine abflusslose Grube, die von Zeit zu Zeit geleert wird. Denn laut Pötzsch sei nicht nur die Finanzierung der Kleinkläranlage das Problem. Auch die jährlichen Kosten für die Wartung und den Stromverbrauch, die er auf rund 400 Euro schätzt, kämen zusätzlich noch hinzu.


Grombe sieht in diesem Vorschlag "energetischen Unsinn". Denn einerseits müsste er das jetzige Leitungsnetz umbauen, um das "Grauwasser" in die Grube leiten zu können. Andererseits müsste seinen Angaben zufolge Pumptechnik angeschafft werden, um das Wasser in die Grube zu befördern. Das alles würde 3000 bis 4000 Euro kosten, die Kosten für eine Kleinkläranlage sieht er bei 6000 bis 7000 Euro. Um die kulturellen Angebote im "Johanneshof" aufrecht erhalten zu können, wolle er versuchen, die Finanzierung der Kläranlage hinzubekommen. Zudem könnte er dann auch sein Vorhaben, eine barrierefreie Toilettenanlage im Kulturzentrum zu schaffen, mit umsetzen. Auf der Homepage der Kulturwerkstätten hat der Verein deshalb zu einer Spendenaktion aufgerufen. "Bis jetzt sind bereits etwa 1200 Euro eingegangen", so Grombe. Rund 2000 Euro würden noch benötigt. Den Rest werde er selbst finanzieren, sagt Grombe und zusätzlich versuchen, noch eine Förderung zu bekommen. Beispielsweise könnte er sich vorstellen, dies über die Aktion "Ab in die Mitte" zu erreichen, für die man sich bis zum 28. August bewerben kann. "Unsere Spendenaktion ist kein Betteln, sondern eine etablierte Finanzierungsmöglichkeit", sagt Grombe. Und da seit Mai der Verein gemeinnützig sei, könne er Spendenquittungen ausstellen.

Grombe ist fest entschlossen, die Angebote der Kulturwerkstätten weiter auszubauen. "Ein solches soziokulturelles Zentrum ist wichtig, um die Leute hier auf dem Lande zu halten", sagt er und hat bereits eine weitere Idee. Im "Johanneshof" selbst habe er bereits das freie Wlan-Netz des Chemnitzer Freifunk-Vereins installiert. Nun sucht er Mitstreiter, um diesen kostenfreien Internetzugang auf den gesamten Ortsteil Bockendorf auszudehnen. "Internet ist auch Bildung. Wir bei uns in den Kulturwerkstätten wollen es nutzen für neue Schülerprojekte, beispielsweise um Spiele zu kreieren oder Musik zu komponieren", so Grombe.

www.startnext.com/johanneshof


Vom "Hafenkneipenabend" bis zum Sommerferien-Schülercamp im "Johanneshof" Bockendorf

Ringelnatzabend: Am 4. Juni ab 18 Uhr spielt und säufzt sich Thomas Lautenknecht beim "Hafenkneipenabend" im "Johanneshof" Bockendorf durch Gedichte des sächsischen Dichters Joachim Ringelnatz. Er berichtet unter anderem vom Seemann Kuttel Daddeldu, vom Mädchen mit dem Muttermal und der unsterblichen Liebe zu seiner längsten Braut.

Schülercamp Papageno: Vom 18. bis 23. Juli und vom 25. bis 30. Juli gibt es auch in diesem Jahr wieder das Sommerferien-Schülercamp mit verschiedenen Projekten. Anmeldungen unter Telefon 0174 8922966 oder per E-Mail unter: stift.joho@gmail.com. (ule)

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