"Löwe" soll wieder auf die Füße kommen

Im Juni 2020 soll der Neorokokosaal fertig sein. Ende Mai können die Restauratoren loslegen. Der Neubau einer Stützmauer ist aber umstritten.

Hainichen.

Seit zwei Jahren läuft die insgesamt gut vier Millionen Euro teure Sanierung des Neorokokosaals "Goldener Löwe" in Hainichen mehr oder weniger im Verborgenen, vorrangig sogar im Kellerbereich. Der Ausbau des Saals im einstigen Hotel ist mit rund zwei Millionen Euro in diesem Jahr der größte Posten im Haushalt. 265 Pfähle wurden zur Sicherung des Gebäudes in den Untergrund gebracht, wie der zuständige Projektingenieur Dietmar Jonas berichtet. Er führte nun die Stadträte über die Baustelle, die im Juni 2020 fertiggestellt sein soll. "Aktuell liegen wir gut im Zeitplan", versicherte Jonas. "Und das Gebäude steht wieder auf sicheren Füßen."

Auch die Nachträge der Baufirmen hielten sich in Grenzen. Mehrkosten bringe die Beschallungs- und Beleuchtungsanlage, weil es zusätzliche Anforderungen gab. Konkretisiert wurden beim Rundgang die Pläne für zukünftige gastronomische Versorgung. Die soll künftig auf der Seite des Saal möglich sein, die früher über einen Durchgang als Eingang genutzt wurde. Dort werde laut Jonas eine Art Wintergarten errichtet. Nach Ostern soll der Fußboden in den Saal eingebaut werden. "Der muss dann vier Wochen aushärten", erläuterte der Planer. "Ende Mai können wir das Gerüst in den Saal setzen. Somit werden die Restauratoren Anfang Juni mit dem Deckengemälde beginnen."

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Jonas wies die Vertreter des Technischen Ausschusses auf ein Problem hin: Die Stützmauer an der Brauhofstraße müsse erneuert werden. Er geht von Kosten in Höhe von etwa 155.000 Euro aus. Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) sieht aktuell keine Handlungsmöglichkeit. Das Geld werde für andere Investitionen wie etwa die Feuerwehr benötigt. Für Greysinger sei nur eine Förderung über das Hochwasserschutzprogramm denkbar. Besagte Stelle habe man aber nicht als Schaden gemeldet. Dietmar Jonas will die Stützmauer sofort erneuern. Einen Fürsprecher hat er in Donald Bösenberg, Chef der CDU-Fraktion im Stadtrat. "Die Stützmauer hat Priorität", sagte der. "Wenn wir schon was machen, dann bitte richtig." Mit den Nachträgen könne er leben, seine Zweifel am Gesamtkonzept des Saals blieben jedoch bestehen. Am Mittwoch entscheidet der Stadtrat über die Aufträge für den Fenster- und Türenbau sowie die Fliesen- und Natursteinarbeiten.

Die Öffentliche Sitzung des Stadtrates Hainichen beginnt am Mittwoch, 19 Uhr, im Rathaus Hainichen, Markt 1.


Das Haus stand lange leer

1586 wurde der Gasthof "Goldener Löwe" erstmals erwähnt. Aufgrund mehrerer Brände kam es zu verschiedenen Neu- und Umbauten.

1897 weihte der Besitzer einen am Gebäude angebauten Neorokokosaal ein, der zehn Jahre später aufwändig ausgemalt wurde.

1985 erfolgte die Zusammenlegung des Gasthofes mit dem benachbarten Haus, der Saal wurde restauriert.

Seit 1997 stand das Haus leer.

Von 2010 bis 2012 wurde das Vordergebäude von einem Investor zu einer Gewerbeeinheit und Betreutem Wohnen umgebaut.

Seit 2017 wird der Saal saniert. (fa)

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