Marode Brücke wird abgerissen

Über die Bahngleise an der Diebstraße in Lauenhain soll künftig ein Neubau führen. Doch bis dahin dauert es noch.

Mittweida/Erlau.

Die marode Brücke über die Eisenbahnschienen an der Diebstaße in Lauenhain wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das hat am Donnerstag der Mittweidaer Stadtrat einstimmig beschlossen. Mitte März hatte denselben Beschluss bereits der Gemeinderat in Erlau gefasst. Die beiden Orte teilen sich die Baukosten, da die Brücke sowohl auf Stadt- als auch auf Gemeindegebiet steht. "Der Beschluss versetzt uns in die Lage, gemeinsam weiter vorangehen zu können", sagte Mittweidas OB Ralf Schreiber (CDU), der das Bauwerk zuvor als "kleine Brücke mit großem Aufwand" bezeichnet hatte.

Die vermutlich um 1852 errichtete Brücke ist seit Jahren in schlechtem Zustand. So sind die Widerlager, mit denen sie im Erdreich verankert ist, rissig. Wegen Rissen im Gemäuer bröckeln Steine heraus. Fahrzeuge, die mehr als drei Tonnen wiegen, dürfen die Brücke daher nicht mehr befahren. Eine Notreparatur - die nunmehr dritte - ist laut Stadtverwaltung noch im Frühjahr geplant. Sie soll das Bauwerk sichern, bis voraussichtlich 2022 die Baumaßnahmen starten können.


Die Investitionskosten für Abriss und Neubau der Brücke schätzt die Stadt auf etwa 2,1 Millionen Euro. Da das Projekt in weiten Teilen mit Geld aus der Förderrichtlinie Kommunaler Straßen- und Brückenbau finanziert werden soll, werden für Mittweida und Erlau jeweils rund 233.000 Euro eigenes Geld prognostiziert. In den Kosten enthalten ist die Sperrung der Bahnstrecke, die voraussichtlich zweimal vier Tage dauern wird. In dieser Zeit soll Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Auf der Strecke verkehren die Regionalzüge zwischen Chemnitz und Riesa.

Ursprünglich sollte die Brücke schon im Herbst 2017 abgerissen werden, entsprechende Pläne gab es bereits Ende 2016. Zwischenzeitlich war jedoch die Idee aufgekommen, das Bauwerk zu erhalten und instandzusetzen. Erlaus Bürgermeister Peter Ahnert (parteilos) hatte darauf gedrängt, diese Option noch einmal zu prüfen. "Wenn wir doch eine Chance dazu hätten, wäre die Sache in ein paar Monaten durch - mit weit weniger Kosten", sagte er im April 2017 der "Freien Presse".

Ein Ingenieurbüro aus Leipzig wurde beauftragt, die verschiedenen Szenarien zu prüfen. Das Ergebnis: Die Sanierung hätte zwar nur rund 400.000 Euro gekostet. Die Standsicherheit der Brücke wäre jedoch auf etwa 35 Jahre begrenzt gewesen. Bei einem Neubau fallen deutlich höhere Kosten an, die Standsicherheit erhöht sich jedoch auf rund 100 Jahre. Geprüft wurde laut Stadtverwaltung auch ein ersatzloser Abriss der Brücke mit Neueinrichtung einer Straßenverkehrsanbindung an die Viersener Straße. Die nun beschlossene Option habe sich jedoch als die wirtschaftlichste und nachhaltigste erwiesen. (mit ule)

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