Kriebsteintalsperre: Wie lange fahren die Boote 2020?

Die Schiffe sind auch im letzten Monat der Saison gut ausgelastet. Der Zweckverband rechnet erneut mit einem Umsatz von etwa einer Million Euro. Wie lang die Boote im nächsten Jahr fahren, ist aber ungewiss.

Kriebstein.

Thomas Caro strahlt mit der Sonne um die Wette. Der Geschäftsführer des Zweckverbandes Kriebsteintalsperre freut sich über die vielen Ausflügler, die derzeit zu Fahrten mit Ausflugsschiffen und Fähren über den Stausee starten. "Der goldene Oktober mit dem herbstlich gefärbten Wald lockt viele Leute an", erklärte Caro. Die Saison geht regulär bis zum 31. Oktober. Eine Verlängerung über den Brückentag bis zum Wochenende am 3. November sei laut Caro möglich, allerdings nur, wenn auch das Wetter passe.

"Meine Mitarbeiter müssen ja auch mal zur Ruhe kommen, das Personal ist schon am Limit", sagt der Geschäftsführer. "Das vergangene Wochenende lief richtig gut, auch die Fahrten mit den Linienschiffen in dieser Woche sind gefragt." So habe man am Wochenende sogar die mehr als 100 Jahre alte Fähre "Mittweida" eingesetzt, um Wanderer von Kriebstein hinüber nach Erlebach zu bringen.

Wochentags werden 10.30, 13.30 und 16 Uhr Rundfahrten mit den Linienschiffen angeboten, am Wochenende sind zudem noch die größeren Fahrgastschiffe unterwegs. Der Imbiss im Besucherzentrum hat bei schönem Wetter auch wochentags geöffnet.

Zweckverbandschef Caro rechnet fest damit, in diesem Jahr wieder auf mehr als 100.000 Fahrgäste zu kommen. "2018 waren es sogar rund 110.000 Besucher, das wieder zu erreichen, ist im Bereich des Möglichen. Die Gästezahlen von 2019 entsprechen in etwa den Jahren 2016 und 2018." Einen größeren Einbruch habe man 2017 gehabt, bedingt durch die damalige Straßenbaustelle auf dem Weg zur Talsperre.

Auch in diesem Jahr mussten Touristen mit dem Auto aus Richtung Rossau eine Umleitung in Kauf nehmen, das habe sich aber kaum ausgewirkt. Ebenso sei das Auftreten von Blaualgen - nun im zweiten Jahr in Folge - ohne Auswirkungen auf die Schifffahrt geblieben. Die Talsperre ist auch kein Gewässer für Schwimmer. "Baden ist bei uns ohnehin nur auf eigene Gefahr möglich", erklärt Caro fast jedes Jahr. Die Besucherzahlen stimmen den Geschäftsführer optimistisch, beim Umsatz erneut die Marke von einer Million Euro knacken zu können.

"Da muss man aber noch etwas abwarten", erläutert Caro. "1 bis 1,1Millionen Euro sind aber sehr realistisch. Das hatten wir 2016 und 2018 schon geschafft. Das war auch mein Ziel, als ich vor sechs Jahren als Geschäftsführer hier begonnen habe." Viel mehr Umsatz sei aktuell zudem kaum zu erzielen. "Da fehlt es einfach an der Infrastruktur", betont Caro. "Dazu gehören auch der Hafen, in den im nächsten Jahr investiert werden soll, und auch die zu kleinen Bordküchen auf unseren Schiffen."

Das Saisonende ist beim Zweckverband schon durchgeplant. In der nächsten Woche soll bereits das erste Schiff aus dem Wasser gezogen werden, vermutlich die Fähre "Lauenhain". Die anderen Boote folgen, auch einige Anbauten müssen aus dem Wasser. Ostern 2020 geht es dann offiziell mit der traditionellen Märchenaktion des Mittelsächsischen Kultursommers weiter.

Wie lang die Saison 2020 dauert, kann Thomas Caro derzeit aber immer noch nicht sagen. Die Staumauer soll saniert werden, das hatte der Eigentümer der Wasserkraftanlage, die Karl-Gruppe aus Innernzell in Bayern, angekündigt. Dafür muss das Waser abgelassen werden. Caro geht davon aus, dass dies ab Mitte August geschehen müsse. Die Spielzeit auf der Seebühne könne also noch mit Wasser im Stausee laufen. Doch Schiffsrundfahrten im Herbst seien 2020 dann natürlich nicht mehr möglich. "Die Firma hält sich aber bedeckt, ich kann erst etwas verkünden, wenn ich etwas Schriftliches habe", sagte Caro.

Auch Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU), der Vorsitzende des Zweckverbandes, wartet noch auf eine verbindliche Aussage zur Staumauer: "Die Anlieger brauchen Klarheit, um zu planen." Gegenüber "Freie Presse" bat Herbert Wastl, Sprecher der Firma Karl, um Verständnis: "Es sollte nächstes Jahr klappen. Ein Ablassen Mitte oder Ende August 2020 ist von uns so vorgesehen. Das dauert im günstigsten Fall zehn Tage, das entscheidet aber die Landesdirektion." Von der Behörde gebe es aber noch keine Entscheidung im Planfeststellungsverfahren, das zu Baurecht führen soll..

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