Mehrere tausend Gäste besuchen Auftakt der Landesgartenschau

Die ersten Besucher haben das neue grüne Herz von Frankenberg kennengelernt. Die Organisation muss sich teilweise noch einspielen.

Mehrere tausend Gäste aus nah und fern sind am Samstag zum ersten Tag der 8. Sächsischen Landesgartenschau in Frankenberg gekommen. "Allein heute wurden 1700 Tageskarten und 100 Dauerkarten gekauft", teilte Pressesprecherin Anja Sparmann am Abend mit. An den gastronomischen Einrichtungen des Gartenfestivals kam es am Eröffnungstag teils zu langen Schlangen. "Wir bitten um Verständnis, wenn es zu Pannen gekommen ist", so die Sprecherin weiter. Oftmals handele es sich um neues Personal. "Wir brauchen das Eröffnungswochenende, um nachzusteuern, damit später alles rund läuft", erklärte Jochen Heinz, einer der beiden Geschäftsführer der Landesgartenschau.

Nach drei Bewerbungen und zwei Jahren intensiver Bautätigkeit war die Landesgartenschau Frankenberg am Vormittag offiziell eröffnet worden. Das Gelände der 8. Sächsischen Schau ist bis zum 6. Oktober geöffnet. Vor Hunderten Gästen zur Eröffnungsveranstaltung in der Zschopauaue gab es eine Mischung aus Musik, Tanz, Entertainment und Rückblick auf Bau- und Pflanzarbeiten sowie einen Ausblick auf die 170 Tage dauernde Ausstellung unter dem Motto "Natürlich mittendrin" mit über 300 Veranstaltungen sowie zwei neu geschaffenen Erlebnisräumen auf elf Hektar Fläche. So wurden beispielsweise leerstehende Gebäude abgerissen, 150.000 Blumenzwiebeln kamen in die Erde, und 500 Bäume wurden gesetzt.

Christoph Ulrich

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Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) begrüßte die Besucher bei Kaiserwetter an der Zschopau. Mit der Renaturierung von Industriebrachen und der Umgestaltung großer Teile der Altstadt sei ein wichtiger Beitrag zur Stadtentwicklung geleistet worden. Firmenich dankte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), der unter den Besuchern war, für die Einbeziehung der Bürgermeister und für eine lebensnahe Politik.

Während die Blumenhalle nach Abschluss der Gartenschau als Museum genutzt werden soll, wird ein besonderes Bauwerk bereits am Eröffnungstag übergeben: Die Rad- und Gehwegbrücke über die Bundesstraße 169, die sogenannte "Schlange" ist 262 Meter lang und verbindet Zschopauaue und die Altstadt.

Das ehemals unzugängliche Gelände am Mühlbachtal in der Frankenberger Innenstadt wurde in den naturnahen Paradiesgarten umgestaltet. "Das neu gestaltete Mühlbachtal zeigt, was Landesgartenschauen alles leisten können und wie nachhaltig die Investitionen sind", so der aus Mittelsachsen stammende Sächsische Umwelt- und Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt. "Innerstädtische Wegebeziehungen wurden erschlossen, Freizeit- und Erholungsräume sind entstanden. Der renaturierte Mühlbach sowie das naturnah gestaltete Gelände werden Frankenberg auch lange nach der Landesgartenschau schöner machen."

Nachdem Hochwasserschutzmaßnahmen sowie Abbrucharbeiten alter Industrieanlagen in der Zschopauaue abgeschlossen waren, wurde das Gelände mit der Grün- und Freiraumplanung der Landesgartenschau in eine grüne Freizeit- und Erholungsoase umgestaltet. In diesem Geländeteil stehen in der Nachnutzung Sport und Spiel im Vordergrund. Während des Gartenfestivals sollen gärtnerische Schauanlagen, Mustergärten sowie Flächen, die je nach Jahreszeit mit den dann blühenden Pflanzen versehen werden, die Leistungsfähigkeit des gärtnerischen Berufsstandes in Sachsen präsentieren.

Der Freistaat unterstützt auch die 8. Landesgartenschau finanziell. Für die erforderlichen Investitionen wurde ein Zuschuss von 3,5 Millionen Euro bereitgestellt, der auch als Eigenanteil für die Einwerbung weiterer Mittel aus Förderprogrammen des Landes, des Bundes oder der EU genutzt werden konnte. Insgesamt sind in Frankenberg im Zusammenhang mit der Schau rund 24 Millionen Euro investiert worden. Die Durchführung der Schau und die Beteiligung der Fach- und Interessensverbände unterstützt der Freistaat mit weiteren 300 000 Euro.

Allein 6600 Dauerkarten und über 10.000 Tageskarten wurden für die Gartenschau in Frankenberg bis Samstag verkauft, darunter maßgeblich in Ticket- und Partnershops der "Freien Presse". Jochen Heinz, einer der beiden Geschäftsführer der Schau, wünschte der Schau viele Besucher, "tagsüber 23 Grad und nachts einen sanften Landregen".

Erstmals wird in Frankenberg die Landesgartenschau auch Ort des Sächsischen Hochwasserschutztages sein. Nach der Premiere 2018 in Bad Schandau findet der 2. Sächsische Hochwasserschutztag am 15. Juni in Frankenberg statt. Haus- und Grundstücksbesitzern bietet der Tag Gelegenheit, sich einen Überblick über die Möglichkeiten und Techniken zu verschaffen, mit denen sie ihr Haus vor Hochwasser schützen können.

Landesgartenschauen finden in Sachsen seit 1996 statt. Austragungsorte waren bisher Lichtenstein (1996), Zittau (1999), Großenhain (2002), Oschatz (2006), Reichenbach (2009), Löbau (2012) und Oelsnitz/Erzgebirge (2015). In Vorbereitung ist die 9. Landesgartenschau 2022 in Torgau. (grit/dahl/jl/fpe)

 

 


Interaktiver Lageplan


"Natürlich mittendrin": Anfahrt - Öffnungszeiten - Preise

Die 8. Sächsische Landesgartenschau in Frankenberg im Landkreis Mittelsachsen steht unter dem Motto "Natürlich mittendrin" und ist vom 20. April bis 6. Oktober 2019 geöffnet.

Für die Anreise mit dem Auto steht ein Großparkplatz am Stadtrand zur Verfügung (Entfernung von der Autobahn: 2,4 Kilometer). Ein Leitsystem wird den Weg weisen. Die Adresse für Navigationsgeräte: 09669 Frankenberg/Sa., Am Damm. Parkplatz-Gebühr: 2 Euro pro Tag. Vom Parkplatz verkehrt ein kostenloser Shuttle-Bus zum Gartenschaugelände.

Mit Bahn und Bus ist Frankenberg am besten von Chemnitz aus zu erreichen. Stündlich verkehrt die Chemnitz-Bahn Linie C15 ab Hauptbahnhof. Es gibt auch Busverbindungen von Chemnitz, Flöha und Mittweida. Vom Bahnhof Frankenberg fährt ebenfalls ein kostenloser Shuttle-Bus zum Gartenschaugelände. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreist, erhält 2 Euro Rabatt auf die Tageskarte.

Mit dem Fahrrad und zu Fuß: Frankenberg liegt am Zschopautalradweg. Von Chemnitz aus erreicht man die Stadt über den Radweg Chemnitz-Zschopautal, der in Niederwiesa an den Zschopautalradweg anschließt und der bis zum Haupteingang der Landesgartenschau führt. Fahrradständer gibt es am Haupteingang und am Eingang Hammertal. Auch auf einer Tour über den Zschopautal- Wanderweg kann man das Gartenschaugelände erreichen, etwa von Augustusburg/Erdmannsdorf oder von Braunsdorf.

Geöffnet ist die Gartenschau täglich ab 9 Uhr bis zum Einbruch der Dunkelheit, letzter Einlass 19 Uhr (Ausnahme Abendveranstaltungen). Die Kassen sind bis 17 Uhr, von Juni bis August bis 18 Uhr geöffnet.

Eintrittskarten: Erwachsene zahlen für eine Tageskarte 16 Euro, mit Pressekarte der "Freien Presse" 15 Euro. Eine Dauerkarte kostet 80 Euro, für eine halbe Saison 40 Euro. Ermäßigte Tickets u. a. für Studenten gibt es für 12 Euro (Dauerkarte 60 Euro), Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre zahlen 2 Euro (Dauerkarte 15 Euro), in Begleitung von Eltern oder Großeltern ist für sie der Eintritt frei. Tickets erhalten Sie in den "Freie Presse"-Shops und bei Shop-Partnern.

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