Müll: Immer wieder vom Winde verweht

Plastikverpackungen von dem Gelände einer Entsorgungsfirma landen in der Landschaft. Das Unternehmen hat Maßnahmen ergriffen.

Rossau.

Verpackungsmüll im Straßengraben, auf dem Boden und zwischen den Ästen der Bäume rings um das Areal des Abfallentsorgers Veolia Umweltservice Ost in Rossau ist vielen Einwohnern ein Dorn im Auge. Das Problem sei nicht neu, an windigen Tagen nur besonders schlimm, erklärte Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) zur jüngsten Gemeinderatssitzung.

Was mit all dem Plastemüll in der Landschaft werden solle, wollte Gemeinderätin Regina Ranft (Freie Wähler) wissen. Die Bürger sind nach Ansicht der Räte zu Recht empört. Was der Wind von der Gewerbefläche an der Straße Am Rossauer Wald verwehe, schade der Gemeinde und der Umwelt. "Wir haben bereits interveniert", sagte Gottwald. Daraufhin seien Flächen gesäubert und der Müll aus den Straßengräben geholt worden.

Torsten Kleditzsch

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Nachdem der Wind in der vorigen Woche wieder kräftig geblasen hatte, war auch der Müll wieder da. "Die Abfällen müssen am Wegfliegen gehindert werden", hieß es im Gemeinderat. Veolia habe zugesagt, den rings um das Gelände verteilten Müll erneut einzusammeln und aus den Bäumen zu holen, so Gottwald. Die Gemeindeverwaltung habe zudem eine Beschwerde bei der Naturschutzbehörde des Landkreises für den Fall angedroht, dass jeder Windstoß neuen Abfall in die Umwelt trägt. "Verstreuter Plastikmüll ist eine Ordnungswidrigkeit, für die der Verursacher zur Kasse gebeten werden kann", sagte der Ortschef.

Wie Nadine Schaer, Sprecherin von Veolia für den Bereich Entsorgung, auf Nachfrage der "Freien Presse" mitteilte, war das Unternehmen nach den früheren Vorfällen nicht untätig. "Im Betrieb Rossau haben wir präventiv die Box zur Lagerung der Verpackungsabfälle erneuert und das Betriebsgelände mit vier Meter hohen Auffangzäunen eingegrenzt, um das Verwehen von Abfällen zu verhindern", sagte sie. In den vergangenen beiden Wochen habe es jedoch in der Region Mittelsachsen schwere Sturmböen gegeben. Die hätten trotz der baulichen Schutzmaßnahmen zu Verwehungen von Leichtverpackungsabfällen aus gelben Säcken und Tonnen geführt. "Wir sind uns des Problems bewusst und arbeiten bereits daran, Abfälle auf dem Betriebshof zu halten", versicherte sie.

Eine wirkliche Besserung der Situation stelle sich wohl erst nach den Frühjahrsstürmen ein. "Bis dahin werden unsere Mitarbeiter weiter regelmäßig die Abfälle einsammeln", beteuerte Schaer. Laut Sprecherin würde "der angrenzende Rossauer Wald von Abfall befreit, sowie umliegende Straßen, Straßengräben und Freiflächen". Die Bodenflächen seien schon weitestgehend bereinigt. Im Wald dauerten die Aufräumarbeiten hingegen noch an, "da einige Abfälle bis zu zehn Meter in die Höhe wehen und sich dabei in den Baumkronen verfangen".

Dass es mühsam und schwierig wird, den Wald wieder sauber zu bekommen, bestätigte Gottwald. "Bis aus etwa sechs Meter Höhe können die Veolia-Mitarbeiter den Müll mit Stangen aus den Bäumen holen", sagte er. Für die Bereiche darüber werde eine Hebebühne gebraucht. Unebenes Gelände erschwere allerdings das Aufstellen.

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