Nazisymbole bringen 19-Jährigen vor Gericht

Frankenberger hatte bei CFC-Auswärtsspiel Säule beschmiert

Frankenberg/Chemnitz.

Der Satz "Chemnitz gegen Links!" stach den Polizisten ins Auge. Auch ein großes Z und ein S, in schwarzer Schrift, zackig gestaltet und somit an SS-Rune erinnernd, fanden sich an der Lichtsäule an der Allee zum Erfurter Stadion. Es war der 8. April vorigen Jahres. Der Chemnitzer FC war zum Auswärtsspiel gegen den FC Rot Weiß angereist und mit ihm seine Fans, darunter ein 19-jähriger Mann aus Frankenberg.

Diesen hatten die Beamten als Urheber der Schmierereien rasch im Visier und kontrollierten ihn. Zudem hatte eine Kamera das Geschehen an der Säule aufgezeichnet. Und so flatterte dem Frankenberger kurz danach ein Strafbefehl in den Briefkasten. 30 Tagessätze á 30 Euro, mithin 900 Euro, sollte er wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zahlen. Da er seine Strafe nicht akzeptierte, landete der Fall nun vor dem Döbelner Amtsgericht.


"Meinem Mandanten war nicht bekannt, dass diese Rune ein Kennzeichen der SS ist", sagte sein Verteidiger. "Zwei zackige S kennt jeder." Außerdem, so der Anwalt, ist ein zackiges S das Kennzeichen des deutschen Jungvolks. Das sei genauso wie die Kennzeichen der Wehrmacht nicht verboten.

Das Z und das S seien als SS-Rune geschrieben gewesen, erklärte ein Polizist aus Erfurt, der als Zeuge in Döbeln vernommen wurde. "Zwei Personen waren da", führte er fort und erkannte den Angeklagten als einen der beiden.

Die Staatsanwaltschaft wies im Prozess daraufhin hin, dass der Frankenberger zusätzlich wegen Sachbeschädigung verurteilt werden könne. Dem kam Richter Lutz Kermes nach. Er verurteilte den 19-Jährigen nicht nur wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen sondern auch wegen Sachbeschädigung. Auch das Strafmaß fiel mit 50 Tagessätzen höher aus. Da der Angeklagte aber weniger verdient als angenommen, summierte sich die Strafe auf 750 Euro. "Ich habe keine Zweifel", so Richter Kermes. "Sie haben den Stift in der Hand, und man sieht auf dem Video den Schreibvorgang." Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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