Noch keine Baufahrzeuge in Sicht

Weder der Bau der Bundesstraße, noch der eines Gehweges ist derzeit in Altenhain in Sicht. Und auch der von den Bürgern geforderte Radweg verläuft laut Planungen ganz anders, als sie es sich wünschen.

Altenhain.

Die Altenhainer brauchen Geduld. Noch immer ist nicht klar, wann die B 180 durch den Ort und in Richtung Frankenberg gebaut wird. Laut Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) läuft bereits seit Mai 2011 ein sogenanntes Planfeststellungsverfahren. 2014 seien die Pläne bereits zweimal geändert worden, die dritte Änderung habe es aufgrund einer Stellungnahme der Wasserbehörde gegeben. "Es gibt es immer noch keine wasserrechtliche Genehmigung, da die Wasserbehörde weiterhin der vorgeschlagenen und vorabgestimmten Lösung zu den Regenrückhaltebecken nicht zustimmt", erklärte Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert. Nun müsse der "Fall" vor die Landesdirektion. Ein Termin stehe noch nicht fest.

Der Zustand der Straße ist zumindest innerorts gar nicht so schlimm, sagt Altenhains Ortsvorsteher Matthias Bergk. Was die Bürger vielmehr beschäftige, sei der Radweg. Er war deshalb auch wieder Thema in der jüngsten Ortschaftsratssitzung. "Nach unserem derzeitigen Kenntnisstand soll er in der ersten Kurve nach dem Ortsausgang in den Wald münden und dann von der Stadt Frankenberg weitergebaut werden. Den Bürgern würde es aber besser gefallen, wenn der Radweg parallel zur B 180 verläuft", schrieb eine "Freie Presse"-Leserin. Auch Bergk hält den bisher geplanten Radweg für nicht optimal und zudem für unrealistisch. Er würde viel zu steil und durch Wurzeln sehr uneben. "Den könnte man höchstens mit einem Mountainbike befahren", erklärte er.

Laut Lasuv wird es an der B 180 aber nur ab Höhe der SB-Tankstelle an der Ederstraße bis zum Weg Richtung Steinbruchsee einen Radweg geben. Ab dort plane die Stadt Frankenberg einen Weg durch den Wald. Das Lasuv finanziere das erste Teilstück des straßenbegleitenden Radweges, damit die Stadt die Lücke Richtung Altenhain schließen könne. "Diese Lösung ist mit der Stadt abgestimmt, da auf einem Radweg parallel zur B 180 erhebliche Höhenunterschiede zu bewältigen sind und dieser eher schlecht angenommen würde", erklärte Isabel Siebert. Der Bau eines straßenbegleitenden Radweges bedeute zudem erhebliche zusätzliche Eingriffe in Natur, Landschaft und landwirtschaftliche Fläche. "Einen vorhandenen Wirtschaftsweg auszubauen, ist die bessere Lösung", sagt Isabel Siebert.

Die Stadt Frankenberg selbst hält sich mit einer konkreten Aussage zurück. "Die Vorstellungen der Bürger sind nicht neu und sind von der Stadt bei der jüngsten Beratung mit dem Lasuv erörtert worden. Ob und inwieweit diese in die derzeitige Planung einbezogen werden können, kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden", erklärte Stadtsprecherin Anja Sparmann.

Aber nicht nur einen Radweg, sondern auch einen Fußweg wünschen sich viele Altenhainer, zumindest an dem Stück der B 180, das durch den Ort geht. Doch hier hegt selbst Ortsvorsteher Bergk Zweifel, ob eine Umsetzung möglich ist. Die Straße sei in Altenhain relativ schmal. "Das wird wohl eher ein schwieriges Unterfangen auch hinsichtlich der Finanzierung", glaubt Bergk. Für den Gehweg innerorts sei die Stadt zuständig, erklärt Isabel Siebert. Diese wolle wiederum laut Anja Sparmann mit dem Lasuv eine Planungsvereinbarung schließen. "Wenn die Planungen vorliegen, kann darüber entschieden werden, ob dieser Gehweg gebaut und somit dem Wunsch der Altenhainer Bürger entsprochen werden kann", so Anja Sparmann weiter.

Und auch dass es künftig eine Ampel oder einen Zebrastraße in Altenhain über die Bundesstraße geben wird, ist ziemlich unwahrscheinlich. "Die Schüler müssen morgens die Straße überqueren, um die Bushaltestelle zu erreichen", hatte die Leserin zu bedenken gegeben. Über eine Fußgängerampel oder einen -überweg könne derzeit nicht entschieden werden. Dies wäre nur in einem weiteren Planungsabschnitt innerorts zu klären, erklärte das Lasuv.

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