Radweg: Weiterbau kann noch dauern

Die Trasse ab Waldheim endet zurzeit am ehemaligen Bahnhof in Geringswalde. Wann es mit dem Ausbau in Richtung Arras weitergeht, ist offen.

Geringswalde/Arras/Milkau.

In Milkau schöpft man Hoffnung. Anwohner registrierten am Wäldchen zwischen Arras und Milkau, das Einheimische unter "Neiden" kennen, kürzlich eine Ampelanlage, die den Verkehr unter der einstigen Eisenbahnbrücke regulierte. Arbeiter machten sich am Brückenbauwerk zu schaffen. Die Ampel verschwand wenige Tage später wieder. "Dafür waren Arbeiter dann auf der Brücke, und im Gemäuer des Bauwerks sind seitdem etliche große Bohrlöcher zu sehen", schilderte Berit Wittke.

Die Milkauerin ist Mitglied im dortigen Heimatverein und interessiert am Radweg. Der endet derzeit am Geringswalder Bahnhof. "Wir sind hier touristisches Niemandsland, in das sich kaum jemand verirrt. Das muss sich ändern. Kommen tatsächlich mal Radfahrer, ist die Ortsverbindung zwischen Arras und Milkau schlicht zu schmal und für junge Radler direkt gefährlich."

Berit Wittke war beteiligt an der Ausstellung, die 2018 vom Eisenbahnmodellbau-Club Milkau und Mitgliedern des Heimatvereins zum 125-jährigen Jubiläum der Eisenbahnstrecke Waldheim - Rochlitz initiiert wurde. Deshalb ist sie sehr dafür, dass es mit dem Radweg weitergeht, und dass der wie geplant im einstigen Gleisbett verläuft. "Entlang der Trasse gibt es so viel Schönes", sagt sie und erwähnt ehemalige Wassermühlen etwa in Sachsendorf und Döhlen. Auch die Obstmühle am einstigen Haltepunkt habe ihren Reiz. Nachdem die Milkauer die Aktivitäten an der Brücke beobachtet hätten, sei in der Gemeinde jetzt die Hoffnung groß.

Die nährt das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) aber nur teilweise. Die Behörde ist Bauherrin der rund 20 Kilometer langen Verbindung zwischen Waldheim und Rochlitz, für die mit Kosten von knapp fünf Millionen Euro gerechnet wird. "An der Brücke bei Arras wurden Baugrunderkundungen und Materialuntersuchungen für die Planung des Umbaus zur Radwegbrücke durchgeführt", teilt Sprecher Franz Grossmann mit. Zudem könnten Zweifel am Verlauf der Route ausgeräumt werden. "Im dritten Bauabschnitt von Geringswalde bis Obstmühle verläuft die Trassenführung des Radweges auf etwa fünf Kilometern gemäß Planung im Bereich der ehemaligen Bahnstrecke."

Zur Frage, wann die Bauarbeiten ab dem Geringswalder Bahnhof fortgesetzt werden, äußert sich die Behörde vage. Für das Gemeinschaftsprojekt der sächsischen Straßenbauverwaltung mit der Stadt Geringswalde und der Gemeinde Erlau liege ein Vorentwurf vor. Dieser werde derzeit fachlich geprüft und bewertet. Danach sei Baurecht herzustellen. Erst dann könne über die Einordnung in ein Bauprogramm entschieden werden. "Aussagen zu einem möglichen Baubeginn sind damit noch nicht belastbar möglich." Klar ist: Die Realisierung soll in Abschnitten erfolgen. Der erste Teilabschnitt ende in Arras am ehemaligen Bahnhof, der zweite am Haltepunkt Obstmühle. Neben der Brücke am "Neiden" müssten auf der Strecke von Arras bis Obstmühle noch zwei weitere kleinere Brücken begutachtet werden.

Während die Milkauerin Berit Wittke zuversichtlich bleibt, tut man sich damit in Geringswalde mittlerweile schwer. Denn zwischen zwei fertigen Teilstücken fehlt noch immer die Brücke im Klosterbachtal. Laut Lasuv liegen nun die Untersuchungsergebnisse für Baugrund und Material vor. "Auf dieser Grundlage wird derzeit die Bearbeitung der Bauwerksplanung vorbereitet", so Sprecher Grossmann. Und da erst nach dem Vorliegen der ersten Ergebnisse dieser Planung feststehe, wie aufwendig die weitere Vorbereitung sei, könne noch kein Zeitraum für die Bauausführung benannt werden.

Auch Entscheidungen zum Provisorium durch das Waldgebiet Fröhne ziehen sich hin. In dem Bereich verlässt der Radweg das einstige Gleisbett und führt als teils löchrige Piste über Feld- und Waldwege. Laut Lasuv soll die Planfeststellung im Januar erfolgen.

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