Reitverein wünscht sich neue Halle

Die Altmittweidaer Reitsportler brauchen für das Vorhaben die Unterstützung der Gemeinde. Doch im Gemeinderat wurde das kontrovers diskutiert.

Altmittweida.

Die Mitglieder des Reit- und Sportvereins Altmittweida wünschen sich eine eigene Reithalle. Doch die erwartenden Kosten für das Projekt sind nach Einschätzung des Vereinsvorstandes so hoch, dass es laut der Vereinsvorsitzenden Julia Wittig die aktuell etwa 60 Mitglieder ohne Unterstützung der Gemeinde und Fördermitteln nicht verwirklichen können.

Vor dem Hintergrund stellte zur jüngsten Gemeinderatssitzung die stellvertretende Vereinsvorsitzende Sandra Gelbrich den Plan vor und forderte Bürgermeister Jens-Uwe Miether (parteilos) und die Gemeinderäte zu eine Stellungnahme auf. Das Gremium reagierte interessiert, das Ergebnis der Debatte war jedoch für die Vereinsführung ernüchternd. So bezeichnete zwar Gemeinderat Ralph Steiner (CDU) das Projekt als "eine tolle Sache" für den Verein. Und für Veranstaltungen wie das Erntedankfest käme eine Halle ebenfalls gelegen. Aber im Haushalt der Gemeinde fehle für solche Extras im kommenden Jahr das Geld. Bürgermeister Miether stellte klar, dass die Kommune nicht nur öffentliches Geld zuschießen, sondern auch als Bauherr fungieren und den Hauptteil der Fördermittel beantrage müsse, weil der kleine Verein damit überfordert wäre. "Es zählt nicht zu den Pflichtaufgaben der Gemeinde, dem Reitverein zu einer Halle zu verhelfen", sagte er.

Der geringe finanzielle Spielraum der Gemeinde darf nach Ansicht mehrerer Räte allerdings nicht dazu führen, dass gute Ideen im Keim erstickt werden. "Wenn wir Lösungswege suchen, können wir es vielleicht in den kommenden Jahren schaffen", sagte Gemeinderat Jörg Sahm (CDU). Steiner riet, genau zu prüfen, welche Zuschussmöglichkeiten Förderprogramme bieten könnten. Gemeinderat Alexander Morzeck (Bürger für Altmittweida) hob hervor, dass eine Förderung für Vereine im Interesse aller sei. Eine Halle, die zugleich für Feiern im Dorf genutzt werden kann, wäre auch nach Ansicht von Volkmar Köhler (AfD) willkommen.

Die stellvertretende Vereinschefin hält Eile für geboten. "Nach 2021 wird es voraussichtlich keinen Zuschuss mehr aus dem Europäische Fonds für regionale Entwicklung geben, wie er jetzt möglich wäre", sagte sie. Julia Wittig erläuterte auf Anfrage der "Freien Presse" weitere Gründe, weshalb die Reitsportler ihr Projekt lieber heute als morgen verwirklichen würden. Etwa 40 Vereinsmitglieder seien Reitsportler, 20 gehörten zur neu gegründeten Kindersportgruppe,. Für aktive Reiter sei es im Winterhalbjahr schwierig, das Training ohne Pausen fortzusetzen. Nur eine Halle könne wetterunabhängigen Reitspaß, bessere Trainingsbedingungen und geringeres Verletzungsrisiko für die Tiere bieten. Bestehende Reithallen in Altmittweida und im Umkreis seien jedoch oft schon bis abends 22 Uhr belegt. "Wir brauchen eine eigene Halle, um unsere Mitglieder zu halten und erfolgreiche Nachwuchsarbeit leisten zu können", sagte Gelbrich.

Mehrere Gemeinderäte schlugen vor, dass ein Konzept erstellt wird, das eine ganzjährige Auslastung der Halle garantiert. Dabei müssten auch andere Vereine und Initiativen einbezogen werden. Eine Grundvoraussetzung ist laut Miether, dass der Verein ein Grundstück findet, auf dem gebaut werden darf. Im Außenbereich des Ortes werde es vermutlich keine Baugenehmigung geben, im Innenbereich seien zahlreiche Vorschriften etwa zu Abstandsflächen zu beachten, sagte er.

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