Rossau will 2021 bei Personalkosten sparen

Trotz steigender Löhne im öffentlichen Dienst gibt die Gemeinde für ihre Angestellten nur geringfügig mehr als bisher aus.

Rossau.

Die Debatte zum Haushaltsplan für 2021 ist in Rossau noch nicht abgeschlossen. Bevor der Haushaltsentwurf jedoch voraussichtlich ab 21. Dezember öffentlich ausgelegt werden soll, muss der Gemeinderat laut Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) erneut beraten. Dabei beschäftige das Gremium erst in der jüngsten Sitzung vor allem das Thema Personalkosten, bevor die geplanten Investitions- und Instandhaltungsvorhaben erneut auf dem Prüfstand stehen.

Laut Gottwald ist mit den zu erwartenden Finanzausgleichs- und Umlagezahlungen im kommenden Jahr kein "schöner Haushalt" möglich. Für Investitionsvorhaben gebe es dennoch Handlungsspielraum. Zu den Projekten, die nach den Vorstellungen der Räte 2021 umgesetzt werden sollen, zählen unter anderem der Kauf eines neuen Fahrzeuges für die Feuerwehr, der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Niederrossau und die Instandsetzung der Dorfstraße in Hermsdorf.

Wo Einsparungen möglich wären, etwa bei den Personalkosten, hat die Verwaltung nach Angaben von Rathaus-Mitarbeiter André Singer bereits gehandelt. Unter anderem hätten drei Erzieherinnen ihre Anzahl an Arbeitsstunden reduziert. Bei der Neubesetzung einer Stelle sei ebenfalls eine kürzere Arbeitszeit als im Vertrag der früheren Mitarbeiterin festgelegt worden. Die Teilzeit-Stelle einer Reinigungskraft wurde nicht nachbesetzt. Laut Singer summiert sich die Arbeitszeit der mehr als 40 Arbeitskräfte in Kindertagesstätte, Bauhof und Verwaltung somit nun auf knapp 33 sogenannte Vollzeitstellen.

Obwohl die Angestellten der Gemeinde durch tarifliche Lohnerhöhungen 2021 und 2022 mehr Geld bekommen, spürt Rossau davon im Haushalt vorerst nur wenig. Wie Kämmerin Evelin Grünberg sagte, stehen in diesem Jahr rund 1,92 Millionen Euro Personalkosten im Plan. Im kommenden Jahr rechnet sie mit 2000 Euro mehr. Allerdings steigen die Entgelte für die Beschäftigten in zwei Stufen, ab April 2021 um 1,4 Prozent oder mindestens um 50 Euro, und ab April 2022 um weitere 1,8 Prozent. Singer wies darauf hin, dass ab 2022 zusätzlich die Arbeitszeit reduziert wird. Das werde sich vor allem im Kita-Bereich spürbar auswirken. Der Umfang des Einsatzes der Erzieherinnen hängt laut Gottwald von der Anzahl und der Betreuungszeit der Kinder ab.

Diskussion gab es im Rat vor allem zu den Reinigungsarbeiten in der Kindertagesstätte, die von der Kommune an eine Fremdfirma vergeben wurden. Ob es sich für den Ort wirklich lohne, obwohl die Firma mehr Geld für die Leistung bekomme als zuvor die eigene Reinigungskraft verdiente, wollten die Räte wissen. In der Gemeindeverwaltung sowie in Schule, Turnhalle und Hort in Seifersbach wird derzeit noch auf der Grundlage von Altverträgen geputzt, die zwischen Kommune und Mitarbeiterin geschlossen sind. Unterm Strich werde es preiswerter, erklärten Grünberg und Singer. Neben dem Verdienst für bei der Gemeinde angestellte Putzfrauen käme noch Verwaltungsaufwand etwa für die Beschaffung von Arbeitsmitteln hinzu. Erbringe ein Unternehmen die Leistungen, seien zudem Urlaub oder Krankheit der Arbeitskräfte für die Gemeinde kein Thema mehr, sagte Gottwald.

30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Testen Sie die digitale Freie Presse unverbindlich.
Erhalten Sie Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de
(inkl. FP+ und E-Paper). (endet automatisch)
 
30 Tage für 20,99€ 0€ testen
Zugriff auf alle Inhalte auf freiepresse.de und E-Paper. (endet automatisch)
Jetzt 0€ statt 20,99 €
00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.