Rossauer Räte wollen mehr Geld für Kita ausgeben

Die Gemeinde will kommendes Jahr insgesamt 360.000 Euro investieren. Debattiert wurde auch noch über ein Straßenbauprojekt.

Rossau.

In einer abschließenden Debatte zum Haushaltsentwurf für das kommende Jahr haben die Rossauer Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung Einigkeit in allen wichtigen Punkten erzielt. Zuvor wurde allerdings noch um einzelne Maßnahmen gerungen. Im Fokus stand dabei das Investitionsprogramm.

Für die Kindertagesstätte "Spatzennest" soll nach dem Willen der Räte mehr Geld als bisher vorgesehen ausgegeben werden. Mit 6000 Euro, für die laut Bürgermeister Dietmar Gottwald (parteilos) ein Sonnensegel gekauft werden soll, um einen Spielbereich und die Metallrutsche am Hang zu beschatten, ist nach Ansicht des Gremiums nicht genug getan. Weitere 20.000 Euro, um zusätzlich an der Gebäudefront vor den Gruppenzimmern für Schatten zu sorgen, sah der Entwurf erst für 2022 vor. Gemeinderätin Angelika Feldmann (Wir für Rossau) schlug vor, die gesamten Kosten im nächsten Haushalt unterzubringen. Andernfalls müssten die Kinder in diesem Bereich einen weiteren Sommer lang draußen in der Sonne und in den aufgeheizten Zimmern schwitzen. Bei hochsommerlichem Wetter sei es unerträglich, sagte sie.

Dieser Meinung schlossen sich weitere Räte an. Sie schlugen vor, das Anbringen von Sonnenschutz an Fenstern der Grundschule zugunsten der Kita zu verschieben. Dadurch würden 18.000 Euro im Plan frei, bestätigte Kämmerin Evelin Grünberg. In der Schule soll der Sonnenschutz nun ein Jahr später kommen. Gottwald stimmte dem zu.

Insgesamt will Rossau laut Grünberg im nächsten Jahr reichlich 360.000 Euro für Investitionsvorhaben ausgeben. Die dicksten Brocken sind die Anschaffung eines neuen Fahrzeuges für die Feuerwehr, der Umbau des Dorfgemeinschaftshauses in Niederrossau und die Instandsetzung der Dorfstraße in Hermsdorf. Um das Straßenbauvorhaben gab es erneut Debatten.

Die Gemeinderäte wollten wissen, warum ausgerechnet die Straße in Hermsdorf ausgewählt wurde - es gebe schlechtere im Ort. Gemeinderätin Regina Ranft (Freie Wähler) nannte als Beispiel die Dorfstraße im Moosheim. Andere wiesen auf den schlechten Zustand der Straße Waldblick in Oberrossau hin. Dieser Verkehrsweg habe vor allem während der Bauarbeiten an der Staatsstraße 32, als die Hauptstraße gesperrt war, gelitten, gab ihnen Gottwald recht. Doch mit reichlich 100.000 Euro, die Rossau im nächsten Jahr für Straßen ausgeben könne, komme die Gemeinde dort nicht weit. Für die Straße in Hermsdorf, die ebenfalls dringend sanierungsbedürftig sei, reiche das Geld hingegen aus. Im Jahr darauf könnten die Mittel für den kommunalen Straßenbau dann in Moosheim und für einen ersten Abschnitt der Straße Waldblick eingesetzt werden.

In die Zukunft blickte ein Teil der Räte allerdings mit Sorgen. Sie befürchten, wegen der Folgen der Coronapandemie in den kommenden Jahren bei den Investitionen deutlich auf die Bremse treten zu müssen. Kämmerin Grünberg versicherte, dass bisher keine drastischen Einbußen beispielsweise bei der Gewerbesteuer drohten. Die meisten Firmen im Ort arbeiteten unvermindert weiter, die Baugeschäfte hätten gut zu tun und das Discount-Unternehmen Norma wolle anbauen. Somit könne Rossau davon ausgehen, dass Gewerbesteuer auch weiterhin eingeht. Für 2021 rechnet sie mit rund 1,1 Million Euro.

Die Grundsteuer soll laut Grünberg sogar rund 7000 Euro mehr als in den Jahren zuvor einbringen. Als Grund nannte sie die Überprüfung von Angaben, die der Berechnung zugrunde liegen. Manches sei nicht aktuell gewesen. Aus der Grundsteuer B, die Eigentümer von Wohnhäusern bezahlen, erwarte sie nun rund 447.000 Euro, aus der Grundsteuer A für landwirtschaftliche Betriebe 58.000 Euro. Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer soll mehr als 1,1 Millionen Euro in die Kasse bringen, der Gemeindeanteil an der Umsatzsteuer 207.000 Euro. Insgesamt plant die Kämmerin mit Einnahmen aus Steuern in Höhe von fast drei Millionen Euro.

Nach ihren Angaben rechnet die Gemeinde im nächsten Jahr mit einem positiven Gesamtergebnis in Höhe von rund 63.000 Euro. Dieses ergebe sich, obwohl die geplanten Aufwendungen mit rund 5,7 Millionen Euro höher sind als die Erträge. Bei diesen rechnet sie mit nur knapp 5,5 Millionen Euro. Rechnerisch spielten jedoch unter anderem der Ausgleich des Fehlbetrages mit dem Basiskapital eine Rolle.

Der Haushaltsentwurf liegt laut Gottwald vom 21. Dezember bis zum 11. Januar in der Gemeindeverwaltung öffentlich aus. Am 25. Januar sollen die Gemeinderäte den Haushalts beschließen.

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