Stadtkinder genießen Landluft fern vom Computer

Nach der Umbaupause hat das Kinderbauerngut Langenstriegis diese Woche die ersten Gäste. Insgesamt 65.000 Euro hat der Verein "Lindenhof" in das Schullandheim investiert.

Langenstriegis.

Der achtjährige Arvit Ermer ist das erste Mal im Kinderbauerngut in Langenstriegis. "Am Besten gefällt mir das Malen. Wir haben Star-Wars-Motive gemalt", erzählt der Fan des Sternenkriege-Epos. Aber auch die Tiere hier mag er, "vor allem die Kaninchen", sagt er.

Arvit gehört zu den neun Kindern der Kindervereinigung aus Chemnitz, die diese Woche die erste Gruppe nach der Winterpause im Kinderbauerngut sind. Der Verein "Lindenhof" als Träger hat in den vergangenen Wochen für rund 65.000 Euro einiges umbauen und erneuern lassen. "Wir haben die Küche saniert, entkernt, den Boden abgetragen, eine neue Fußbodenheizung eingebaut und die Ausstattung erneuert", berichtet Geschäftsführer Michael Lipkowsky. Gerade die Küche ist dem 34-Jährigen wichtig: "Wir sind eines der wenigen Schullandheime, die noch selber kochen. Und wir verwenden vor allem regionale Produkte." 47.000 Euro habe der Küchenumbau gekostet.

Noch einmal 10.000 Euro investierte der Verein in die Sanierung des Ostgiebels. "Er wurde neu verschiefert, denn teilweise regnete es schon rein", berichtet der Geschäftsführer. Zudem wurden für 8000 Euro neue Tische, Stühle und Beleuchtung angeschafft.

"70 Prozent der Kosten bekommen wir als Träger der Freien Jugendhilfe vom Land als Fördermittel", sagt Lipkowsky. Den Rest muss der Verein aus Einnahmen erwirtschaften. Auch ansonsten ist das Kinderbauerngut wirtschaftlich eigenständig, bekommt also keinen Zuschuss von der Stadt. "Deshalb ist es für uns so wichtig, dass wir eine hohe Auslastung haben", erklärt der Geschäftsführer. Im vergangenen Jahr sei das mehr als gelungen. "Das war unser Rekordjahr. Wir hatten mehr als 3000 Gäste und 8000 Übernachtungen", so Lipkowsky. Das Erfolgsrezept des 1993 gegründeten Vereins sind die vielfältigen Angebote für Großstadtkinder, die hier die Natur, die dörfliche Lebensweise und das traditionelle bäuerliche Handwerk hautnah kennenlernen. So haben die Kinder gestern zum Beispiel Käse hergestellt und gebacken.

"Die meisten unserer Gäste kommen tatsächlich aus der Großstadt, etwa aus Dresden, Chemnitz und Leipzig", sagt der Geschäftsführer und ergänzt: "Sie genießen die Zeit hier mit den Tieren und dem großen Außengelände." Aber auch Schulklassen aus Flöha, Frankenberg und Oederan ziehe es regelmäßig ins Kinderbauerngut mit einer Kapazität von 54 Betten.

Und damit das so bleibt, plant Lipkowsky schon die nächsten Investitionen: "Wir möchten dieses Jahr noch unseren Spielplatz erneuern. Außerdem bauen wir derzeit einen mobilen Hühnerstall." Je nach dem, wie die Fördermittel fließen, sollen dieses oder nächstes Jahr die Sanitäranlagen für die Betreuer erneuert werden. Und die Internetseite des Vereins bekommt einen Feinschliff. www.kinderbauerngut.de

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