Straßenbau und Handel auf der Agenda

Mittweida.

Am 26. Mai werden die Karten für das Mittweidaer Abgeordnetengremium neu gemischt. Nicht verändern wird sich die Anzahl der zu vergebenden Mandate: Gewählt werden 22 Stadträte.

Doch allein anhand der Kandidatenlisten ist absehbar, dass sich die Besetzung in dem Gremium verändern wird. So hat erstmals die AfD eine Kandidatenliste mit sieben Frauen und Männer aufgestellt. Einige bisher in der Kommunalpolitik bekannte Namen tauchen zudem künftig nicht mehr im Rat auf: Prominentes Beispiel ist der stellvertretende Oberbürgermeister und parteilose Fraktionschef der CDU Jürgen Kitzing, der aus Altersgründen nicht mehr antritt. Er war 2014 Spitzenreiter bei der Stimmenverteilung, 2050 Mittweidaer machten damals hinter seinem Namen ein Kreuz auf dem Stimmzettel. Mit Ulrich Wustmann scheidet der damals Zweitplatzierte in der Stimmen-Rangliste ebenfalls aus. Dennoch macht sich die CDU Hoffnung, ihre Mehrheit im Rat mit bisher 13 von 22 Mandaten zu verteidigen. Die Christdemokraten stellen mit 18 Frauen und Männern die meisten Kandidaten, gefolgt von den Linken (11 Kandidaten) und der FDP (8). Das widerspiegelt die aktuellen Mehrheitsverhältnisse im Rat: Im Jahr 2014 hatte die CDU bei einer Wahlbeteiligung von 48,9 Prozent 55 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können, auf die Kandidaten der Linkspartei entfielen 25.3 Prozent und sie erhielt damit sechs Sitze. Die Freien Demokraten erhielten 8,2 Prozent, konnten damit aber ebenso wie SPD und Grüne jeweils nur einen Sitz im Rat besetzen. Der SPD-Ortsvereins Mittweida hat drei parteilose Kandidaten aufgestellt, die Grünen zwei.

Christoph Ulrich

Ulrichs Bilanz:Der „Freie Presse“-Wirtschaftsnewsletter von Chef­korrespondent Christoph Ulrich

kostenlos bestellen

Für den Ablauf der Wahl sieht sich Mittweida gut aufgestellt. Laut Wahlleiterin Dana Heink sind alle Stellen der 125 Wahlhelfer besetzt. Davon sind 98 Beschäftigte der Stadtverwaltung. In der Stadt sowie den Ortsteilen werden 13 Wahllokale eingerichtet. Das kleinste Wahllokal wird in Tanneberg für etwa 200 Wahlberechtigte und das größte bei der Wohnungsgenossenschaft an der Theodor-Heuss-Straße für annähernd 900 Wahlberechtigte öffnen. Insgesamt sind 12.289 Wahlberechtigte (2014: 12.646) aufgerufen, ihre jeweils drei Stimmen für die Kandidaten des Stadtrates sowie für die Ortschaftsräte von Ringethal/Falkenhain, Frankenau/Thalheim und Lauenhain/Tanneberg zu vergeben. Knapp 1000 Briefwahlanträge wurden bereits gestellt.

Wahlen: Eine Übersicht sämtlicher bisher erschienener Artikel zu den Wahlen 2019 in Mittelsachsen finden Sie im Internet: www.freiepresse.de/ wahlmittelsachsen


Das plant die CDU

Straßen und Radwege

Investitionen in städtische Straßen, Fuß- und Radwege, wie z. Bsp. die Freiberger und Leipziger Straße setzen wir um. Burgstädter und Waldheimer Straße sollen endlich modernisiert werden. Wir machen bei den entsprechenden Entscheidungsträgern im Straßenbau dazu weiter Druck.

Freizeit und Spielplätze

In den nächsten fünf Jahren soll die neue Stadtbibliothek am Technikumplatz gebaut werden. Die Vereine, die Jugend- und Schulclubs sowie das Schülerfreizeitzentrum werden wir weiter unterstützen und fördern. In Zschöppichen und Falkenhain werden neue Spielplätze entstehen.

Einkaufen und Wirtschaft

Mit der Sanierung der Rochlitzer Straße, der Arbeit der Citymanagerin und Förderprogrammen für Hauseigentümer wollen wir dem Leerstand entgegenwirken und die Innenstadt attraktiver machen. Neue Gewerbeflächen an der Hainichener Straße sollen entstehen.

Ärztliche Versorgung

Wir halten das Krankenhaus Mittweida für die medizinische Versorgung der Region für unverzichtbar. Deshalb setzen wir uns für dessen Bestand ein und wollen darüber hinaus gute Rahmenbedingungen für die Ansiedlung von Ärzten und medizinischen Einrichtungen schaffen.

 


Das plant Die Linke

Straßen und Radwege

Die Linke fordert einen Ausbau des Radwegenetzes und die Sanierung der Fußwege, z. Bsp. im Neubaugebiet. Weiterhin soll kurzfristig ein Wanderwegekonzept inkl. Maßnahmen zum Erhalt der Wege erstellt werden. In der Nähe der Hochschule soll die Errichtung eines Parkhauses geprüft werden.

Freizeit und Spielplätze

Die Errichtung eines neuen Kulturhauses steht für die Linke auf der Tagesordnung. Alle Spielplätze sind zu erhalten und bei Bedarf neue aufzubauen. Die Vereinsförderung soll auf 10.000 Euro pro Jahr erhöht und ein Kulturförderfond in gleicher Höhe eingerichtet werden.

Einkaufen und Wirtschaft

Nach dem Erwerb des Technologieparks muss schnellstmöglich eine städtische Wirtschaftsförderung aufgebaut werden, die in Zusammenarbeit mit der Hochschule neue Arbeitsplätze in Mittweida aktiviert. Der Erhalt und die Wiederbelebung von Geschäften in der Innenstadt hat Priorität.

Ärztliche Versorgung

Der Erhalt des Krankenhauses ist hier natürlich an erster Stelle zu nennen. Die Fördermöglichkeiten für die Innenstadt sollten auch zur Ansiedlung von Arztpraxen genutzt werden. Für die Ortsteile ist eine gute Anbindung mit Bussen an die medizinische Versorgung notwendig.


Das plant die FDP

Straßen und Radwege

Der Straßenverkehr spielt eine zentrale Rolle für Innenstadt und Handel. Vernachlässigt ist der Bereich Radwege. Wir favorisieren ein zweites Parkdeck am alten Busbahnhof. Die Sanierung von Burgstädter und Waldheimer Straße sowie der Zschopaubrücke ist überfällig.

Freizeit und Spielplätze

Der Freizeitbereich ist in Mittweida gut aufgestellt. Die Möglichkeiten der sportlichen Betätigung sind gut. Wir unterstützen die weitere Förderungen von Kindern und Jugendlichen in Vereinen und Freizeiteinrichtungen. Wir finden, die Anzahl der Spielplätze in Mittweida ist ausreichend.

Einkaufen und Wirtschaft

Bei der Gestaltung der Innenstadt sind die Bedürfnisse einheimischer Händler und Gewerbetreibender zu erhören. Wir sehen es als nötig an, einen Kultursaal zu schaffen. Ein weiteres Gewerbegebiet, möglichst in Richtung Chemnitz oder Hainichen, sollte ausgewiesen werden.

Ärztliche Versorgung

Die wirtschaftliche Gesundung und Zentralisierung des Krankenhauses Mittweida ist wichtig für unsere Stadt. Wert muss auch auf die Fachärztepraxen in der Stadt gelegt werden. Hier müssen, um den Zuzug benötigter Ärzte zu generieren, sicher von der Stadt Zugeständnisse verhandelt werden.


Das plant die SPD

Straßen und Radwege

Bei der Innenstadtgestaltung legt die SPD einen Schwerpunkt auf den Ausbau und die Belebung der Rochlitzer Straße.

Freizeit und Spielplätze

Ziel ist es, offene kulturelle und sportliche Aktivitäten für Jung und Alt zu schaffen.

Einkaufen und Wirtschaft

Mit der Wirtschaftsförderung sollen gut ausgebildete Absolventinnen und Absolventen von Berufs- und Hochschule in Mittweida durch attraktive Arbeitsplätze gehalten werden können.

Ärztliche Versorgung

(Anm. der Redaktion: Zu diesem Thema machte die SPD keine Angaben.)


Das planen Die Grünen

Straßen und Radwege

Die Verkehrssituation soll für Nutzer des ÖPNV, für Fußgänger und Radfahrer verbessert werden. Dazu zählt eine bessere Anbindung der Ortsteile wie auch die sinnvolle Freigabe von Einbahnstraßen für Radfahrer. Deren Belange sollen schon bei der Planung berücksichtigt werden.

Freizeit und Spielplätze

Für alle Altersgruppen sollten Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung bestehen. Ein Baustein dabei ist das Städtische Freizeitzentrum. Vorhandene Spielplätze sollen erhalten und gegebenenfalls ausgebaut werden.

Einkaufen und Wirtschaft

Der lokale Handel belebt die Stadt. Wo sinnvoll, muss der lokale Handel unterstützt werden für ein breites und attraktives Angebot vor Ort. Die Wirtschaft benötigt unter anderem schnelles Internet und gut qualifizierte Arbeitnehmer, die sich gern in einer attraktiven Stadt niederlassen.

Ärztliche Versorgung

Das Krankenhaus muss weiter unterstützt werden. Wichtig ist es, das Vertrauen der Bevölkerung in das Krankenhaus durch gute Behandlung wieder zu gewinnen. Die Versorgung mit Fachärzten (z. Bsp. konkret Augenarzt) ist dringend zu verbessern (Mitversorgung ländlicher Raum).


Das plant die AfD

Straßen und Radwege

Viele unserer Straßen sind seit Jahren marode. Aufgrund verschiedener Zuständigkeiten ist es nötig, regelmäßig Kreis und Land unter Druck zu setzen, um Verbesserung zu erzielen. Wir wollen das gemeinsame Radwegekonzept zwischen den Gemeinden vorantreiben.

Freizeit und Spielplätze

Mit fast 20 frei zugänglichen Spiel- und Bolzplätzen wollen wir diese für die Kids erhalten und ihre Sicherheit beim Spielen gewährleisten. Vereine, Kino und Jugendclubs sollen in Mittweida eine Zukunft haben und den Bürgern eine attraktive Freizeitgestaltung bieten.

Einkaufen und Wirtschaft

Die Stadt leidet an Ladenschwund, wodurch viele Bürger gezwungen sind, in anderen Städten einzukaufen. Dem müssen wir entgegenwirken, indem das Stadtkernbild und die Bedingungen für Inhaber verbessert und attraktiv für Geschäfte werden. Dies wird ein wichtiger Prozess.

Ärztliche Versorgung

Als Kommune müssen wir für Attraktivität unseres Stadtgebiets sorgen, die Ärzte dazu bewegt, sich in Mittweida anzusiedeln. Wir müssen prüfen, ob bestehende Einwohnerschlüssel für bestimmte Fachbereiche, bei immer älter werdender Bevölkerung, noch stimmig sind.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...