Streit um Hortkonzept in Rossau beendet

Kinder entscheiden, wann sie Hausaufgaben erledigen

Rossau.

Die Wogen im Streit um ein neues Konzept, mit dem die Mitarbeiter im Hort in Seifersbach die Kinder zu mehr Selbstständigkeit beim Erledigen ihrer Hausaufgaben anregen wollen, sind geglättet. Seit Anfang dieser Woche gibt es für die Hortkinder eine flexible Hausaufgabenzeit.

"Das neue Konzept konnte den Eltern schlüssig erklärt werden. Sie sind einverstanden damit", berichtete Gemeinderat Sören Ehm (Freie Wähler) zur jüngsten Ratssitzung. Wie Hortleiter Michael Schott sagte, gibt es zudem einen Kompromiss. Nach dem Mittagessen können die Mädchen und Jungen entscheiden, ob sie erst spielen wollen oder schon ihre Hausaufgaben erledigen. In der Stunde zwischen 14.30 und 15.30 Uhr kümmert sich ein Betreuer darum, dass die übrigen Kinder Schularbeiten machen. Ursprünglich sollte damit bis 15 Uhr gewartet werden.

Die Ankündigung hatte zum Schuljahresbeginn zu heftigen Debatten geführt. Eltern befürchteten, die Veränderung im Tagesablauf könne sich negativ auf die schulischen Leistungen ihrer Sprösslinge auswirken. Gemeinderäte berichteten, die Lehrer seien in Sorge, dass nur noch die Hälfte der Kinder regelmäßig Hausaufgaben macht. Zudem wären Eltern, deren Kinder vor 16 Uhr den Hort verlassen, stärker in der Verantwortung als zuvor. Berufstätige hätten jedoch häufig erst am Abend Gelegenheit, zu kontrollieren, ob der Nachwuchs die Hausaufgaben erledigt hat. Einzelne Gemeinderäte äußerten zudem Bedenken, Eltern könnten aus diesem Grund ihre Kinder aus dem Hort abmelden. Derzeit werden in der kommunalen Einrichtung laut Schott 84 Erst- bis Viertklässler betreut. 18 Eltern hätten sich das Konzept genauer erläutern lassen, so der Hortleiter. Ihnen sei vor allem wichtig, dass jedes Kind, welches Begleitung braucht, diese bekommt. Während der Hausaufgabenzeit ab 14.30 Uhr gebe es Anleitung und Hilfe, so Schott. Je nach Wunsch und Bedarf können die Grundschüler täglich neu entscheiden, wann sie mit den Hausaufgaben beginnen und ob sie diese alleine oder mit anderen zusammen erledigen. "Sie bekommen einen größeren Entscheidungsspielraum", sagte Schott. Wie die Kinder auf das neue Angebot reagieren, müsse erprobt werden. Die Horterzieher sollen laut Schott während der nächsten sechs Monate praktische Erfahrungen in der Umsetzung des neuen Konzeptes sammeln.

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