Tausende Euro Schaden durch illegale Müllkippen im Landkreis

Wilde Deponien und Vandalismus verursachen zum Teil erhebliche Kosten. Ein Täter stand jetzt vor Gericht. Allerdings scheinen die Strafen vielen zu milde.

Hainichen.

Säcke mit Hausmüll, ausrangierte Haushaltsgeräte oder alte Reifen - wer sich in der freien Natur seines Unrats entledigt, schädigt nicht nur die Umwelt, sondern verursacht in Kommunen und im Landkreis erhebliche Entsorgungskosten. In Mittelsachsen betrugen sie 2014 rund 40.000 Euro, 2015 etwa 39.000 Euro. Im laufenden Jahr seien bislang etwa 20.000 Euro dafür ausgegeben worden, so Kreissprecher André Kaiser.

Auch die Stadt Hainichen hat hin und wieder mit illegalen Mülldeponien zu kämpfen. Wie Bürgermeister Dieter Greysinger (SPD) bestätigt, seien neben der Autobahn bei Gersdorf, hinter der Schranke, Müllablagerungen festgestellt worden.

Auch würden sich Zeitgenossen im Wald ihres Hausmülls entledigen. "Wir als Kommune geben jedes Jahr Geld im niedrigen vierstelligen Bereich aus, um diesen Müll zu beseitigen", so der Ortschef. In einigen Fällen sei auch das Landratsamt gebeten worden, dagegen vorzugehen. "Doch ich habe meine Zweifel, ob das mit der ganzen Konsequenz und Härte dann immer auch getan wird."

Nur selten endet ein Fall von wild entsorgtem Müll vor Gericht: Ein alter Teppich, kaputte Plastikeimer, Säcke und anderer Unrat - das alles wurde am Töpelberg in Döbeln achtlos in die Natur geworfen.

Nicht oft gelingt es, die Täter ausfindig zu machen. Doch vor wenigen Tagen musste sich ein 69-jähriger Mann aus Döbeln vor dem Amtsgericht wegen des sogenannten Verstoßes gegen das Kreislaufwirtschaftsgesetz verantworten. Im März soll der Rentner an sieben Tagen Gläser, Flaschen und Plastikmüll auf einem Grundstück an der Leipziger Straße in Döbeln vergraben haben. Die Grundstücksbesitzer erstatteten Anzeige.

Doch die Beamten forderten Beweise. Deshalb legte sich die Geschädigte nachts auf die Lauer und fotografierte den Übeltäter. Allerdings sind die Aufnahmen sehr dunkel und der Mülltourist nur als schwarze Männergestalt zu erkennen. Trotzdem erhielt der Beschuldigte wegen des Vergehens einen Bußgeldbescheid. Er soll 400 Euro zahlen.

Den Mitarbeitern des Landratsamtes bereiten die Umweltsünder Kopfzerbrechen: "Gegenmaßnahmen zur Verhinderung von illegal abgelagerten Abfällen sind größtenteils nicht möglich", so Landratsamts-Sprecher Kaiser.

Der Landkreis hat veranlasst, dass 32Verbotsschilder an den meistgenutzten Ablagerungsstellen aufgestellt wurden, erklärt Kaiser. Inwieweit sie Wirkung zeigen, bleibe jedoch abzuwarten. "Die Gesamtkosten für Schäden durch Vandalismus betrugen im vergangenen Jahr 32.600 Euro. Der Trend ist eher steigend", so André Kaiser. Der Landkreis erstatte jedoch in jedem Fall Anzeige.

Außer der illegalen Müllablagerung bereitet dem Referat Naturschutz zunehmender Vandalismus Probleme. Laut Kaiser betrifft dies vor allem die Beschilderung von Schutzgebieten und -Objekten. Die Behörde stelle mitunter fest, dass Schilder komplett zerstört, gestohlen, zerschlagen oder mit Graffiti besprüht würden.

In den Jahren 2015 und 2016 konzentrierten sich die Schäden durch Besprühen auf die Region Waldheim. "Hier wurden auch zwei Informationstafeln zu geologischen Naturdenkmalen besprüht. Da eine Reinigung nicht mehr möglich war, bleibt nur der kostenaufwendige Ersatz. Die Ausgaben werden derzeit auf rund 1000 Euro geschätzt", sagte André Kaiser.

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