Über 400.000 Besucher auf der Landesgartenschau Frankenberg

Am Wochenende geht die kleinste von bisher acht sächsischen Gartenschauen zu Ende. In der Ausrichterstadt entstand Bleibendes. 2020 öffnet ein besonderes Museum.

Frankenberg.

Für die Veranstalter war es ein voller Erfolg: Mehr als 400.000 Menschen haben die 8. Sächsische Landesgartenschau in Frankenberg besucht. "Wir haben unser Ziel erreicht, liegen sogar über dem Plan", sagte der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Jochen Heinz, vor dem Abschlusswochenende. Die Schau unter dem Motto "Natürlich mittendrin" geht am Sonntag nach 170 Tagen zu Ende.

Mit dem Naturerlebnisraum Zschopauaue und den Paradiesgärten Mühlbachtal hatte Frankenberg zwei Areale in der Innenstadt auf insgesamt rund elf Hektar gestaltet - nach der Fläche ist es die kleinste aller acht Gartenschauen, die bisher in Sachsen stattfanden. Bei der Besucherzahl erreichte man jedoch fast den Wert der vorangegangenen Ausrichterstadt Oelsnitz im Erzgebirge, wo offiziell 414.000 Besucher kamen. In Frankenberg wurden allein über 8000 Dauerkarten verkauft, rund 3000 mehr als prognostiziert und 2000 mehr als in Oelsnitz.

"Die Landesgartenschau war ein Gewinn für die Stadt. Die Bürger werden noch viele Jahre davon profitieren", sagte Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU). Die Flächen wolle man in gutem Zustand erhalten und zweieinhalb Vollzeitstellen für die Pflege schaffen, es solle dort auch weiter Veranstaltungen geben.

Die Idee der Landesgartenschau besteht darin, in den Ausrichterorten nicht nur einen temporären Besuchermagneten, sondern Bleibendes zu schaffen. Für Frankenberg mit seinen 14.000 Einwohnern brachte die Schau ein Stadtentwicklungsprogramm im Umfang von 25,5 Millionen Euro, davon entfielen auf die Durchführung der Schau etwa 5 Millionen Euro. Sechs alte Fabriken wurden abgerissen, über acht Kilometer Straße wurden saniert, die Innenstadt wurde aufgewertet, es entstanden Parks und Spielplätze sowie als neues Wahrzeichen eine geschwungene Fußgängerbrücke.

Bereits im April 2020 soll in der Blumenhalle, einer ehemaligen Möbelfabrik, ein Erlebnismuseum öffnen, in dem die Besucher selbst aktiv werden können. Die Stadt erzählt dort in einer "Zeitwerkstatt" ihre Industriegeschichte: vom Automobilbau über das Druckereiwesen und die Zigarrenherstellung bis zur Fertigung von Möbeln und Teppichen. So werden unter anderem 18 Originalfahrzeuge der Marken Framo und Barkas ausgestellt, die in einem Fahrzeugregal von allen Seiten betrachtet werden können. Ein herausragendes Exponat wird auch die hölzerne Druckpresse aus der Druckerei C. G. Roßberg sein. Auf ihr wurde 1845 erstmals eine Zeitung auf dem in Hainichen erfundenen Holzschliffpapier gedruckt.

Noch drei Tage geöffnet

Die 8. Sächsische Landesgartenschau in Frankenberg ist noch bis 6. Oktober geöffnet, täglich von 9 bis 19 Uhr. Am Freitag und Samstag noch einmal Sonderveranstaltung "Leuchtende Paradiesgärten" von 19 bis 21 Uhr im Mühlbachtal.

Alle Informationen zur Landesgartenschau: www.freiepresse.de/laga2019

 

2022 lädt Torgau ein

Die 9. Landesgartenschau wird im Jahr 2022 in Torgau stattfinden. Die Stadt an der Elbe mit 20.000 Einwohnern und Renaissance-Stadtkern ist Verwaltungssitz des Landkreises Nordsachsen. Für die Gartenschau sollen dort 25 Hektar genutzt werden. Herzstück werden zwei Abschnitte der einstigen Stadtbefestigungsanlagen. Zudem werden Industrie- und Bahnbrachen entwickelt. Ziel ist es, einen Bogen zu spannen von der Festungs- und Gartengeschichte über den Naturschutz bis zum städtischen Naherholungsgebiet. Neben Torgau bereiten sich auch Bad Dürrenberg in Sachsen-Anhalt und Beelitz in Brandenburg auf Landesgartenschauen vor. Zusammen wollen sie ein Gartenschaudreieck bilden. (oha)

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