Umzug mit 30 Bildern

Vor 875 Jahren ist Auerswalde worden. Dies und vier andere Jubiläen sind Anlass für ein Fest- wochenende. Doch dabei soll es nicht bleiben.

Auerswalde.

Wimpelketten hängen an Gartenzäunen und Häusern, auf vielen Grundstücken sind Puppen aufgestellt, die das Dorfleben mit Schmiede, Schule, Bauernhof und anderen Szenen widerspiegelt. Eine Strohpuppe, Walli genannt, steht am Ortseingang. Auerswalde hat sich herausgeputzt. Am Wochenende wird die Besiedlung des Ortes mit dem Jahr 1143 gefeiert.

Und weil die letzte große Fete 25 Jahre zurückliegt, werden gleich vier Jubiläen im heutigen Lichtenauer Ortsteil hinzugefügt: 300 Jahre Pfarrhaus, 130 Jahre Feuerwehr, 110 Jahre Kaninchenzüchter und 30 Jahre Dorfgalerie. Die Dorfgemeinschaft mit 2600 Einwohnern muss das Feiern erst wieder lernen, denn lange gab es keine Feste. "Jeder Verein hat bestimmte Höhepunkte", sagt Feuerwehr-Chef Jörg Geyer. Doch so eine große Feier könne ein Verein nicht stemmen. Früher habe der Heimatverein Dorffeste organisiert. Aber aufgrund von bürokratischen Hürden wie Versicherungen, Kosten für musikalische Verwertung (Gema) und andere Auflagen hätten viele die Finger davon gelassen, erläutert er. "Aus personellen und finanziellen Gründen hat der Heimatverein davon Abstand genommen", sagt auch Bürgermeister Andreas Graf (CDU). Deshalb liege die Verantwortung dieses Jahr bei der Gemeinde. "Wir hoffen, dass von der 875-Jahr-Feier neue Energie ausgeht", fügt er hinzu. Es gebe Interessenten für die Vorbereitung weiterer Dorffeste, ergänzt er. Die etwa 15 Mann starke Organisations-Truppe hört dies gern. "Es ist schon viel Arbeit", sagt Evelyn Watenberg. Ihre Nachbarin Kerstin Winkler pflichtet ihr bei: "Wenn wir alle an einem Strang ziehen, gelingt es uns."

So manche Raritäten werden zum Fest herausgekramt. So ist auf einem Spruchband zu lesen, dass in einem Haus am Draisdorfer Weg vor 130 Jahren die Feuerwehr gegründet wurde. 1888 traten 44 Männer der Rettungstruppe bei. Das Leben im Dorf wird am Sonntag bei einem Festumzug dargestellt, der ab 11 Uhr am Rathaus Lichtenau beginnt. Mehr als 300 Mitwirkende gestalten 30 Bilder mit fünf Festwagen und 40 Fahrzeugen. "Wir wollen ein Fest von Auerswaldern für Auerswalde(r)", sagt Kerstin Winkler.

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