Warum beim Vorlesetag in Frankenberg nicht nur gelesen wird

Wo treffen viele unterschiedliche Leute aufeinander? In einem Bahnhof. Gymnasiasten und Breakdancer zeigen in Szenen, wer dort worauf wartet.

Frankenberg.

Für einen Abend verwandelte sich das Frankenberger Welt-Theater in einen Bahnhof. Neuntklässler des künstlerisch-musischen Profils des Martin-Luther-Gymnasiums brachten eine von ihnen selbst bearbeitete Szene des in den 1990er-Jahren vielgespielten Musicals "Linie I" auf die Bühnenbretter, unterstützt von den Breakdancern Broken Beat Crew. "Nächster Halt: Hamburg" heißt das Rollenspiel und die Lesung, bei dem es um eine Zugverspätung und die Verkettung von Schicksalen geht.

Dabei wird der von Menschenmassen aller Couleur belebte Bahnhof zum Schmelztiegel des gesellschaftlichen Miteinanders. Versuchungen und Nöte, Sorgen und Freuden machen die Darsteller nacherlebbar: Warten auf den nächsten Zug, auf den nächsten kleinen Schluck, auf die Säcke im Betrieb ...

"Reichlich zwei Monate haben wir im Projektunterricht an diesem Stück gearbeitet, es für unsere Zwecke bearbeitet und die Rollen einstudiert", erklärte Kieran Metzner, der die Rolle eines Schaffners übernommen hatte. "Es ist eine prima Sache, dass wir diese Arbeit einmal öffentlich vorstellen können", so der Gymnasiast.

Der Bildungsverein Frankenberg hatte die Idee, auch dieses Jahr an einer bundesweit initiierten Vorleseaktion teilzunehmen. "Wir beteiligen uns im dritten Jahr an dieser Aktion", erklärte der Vorsitzende Ronny Kämpfe. "Wir wollten aber nicht nur am eigentlichen Vorlesetag, der am 15. November stattfindet, dabei sein. Vielmehr haben wir die Aktion ausgebaut und uns ein neues Ziel gesetzt", so Kämpfe. So wolle der Verein ganzjährig an verschiedenen Plätzen und Einrichtungen solche Lesetage gestalten. "Daher auch dieser spezielle Kinotermin," sagte Ronny Kämpfe. Viele junge Leute würden heute nicht mehr so gern lesen. Vielmehr seien Aktionen gefragt. "Und die bieten wir in Zusammenarbeit mit dem Kinoverein und der Broken Beat Crew im Welt-Theater."

Aber es gebe noch einen Grund für das ungewöhnliche Projekt: "Wir wollen innerhalb der bundesweiten Leseinitiative natürlich auch punkten", berichtete Kämpfe. Denn es gebe drei Wertungskategorien: Wer erreicht die meisten Vorleser und Teilnehmer?, Wer startet die meisten Vorlesungen? Und wer gestaltet die außergewöhnlichsten Vorlesungen? "Bei letzterem rechnen wir uns Chancen aus," so Kämpfe.

Jetzt bereiten sich die Frankenberger aber erst einmal auf den bundesweiten Vorlesetag am 15. November vor. Die Gymnasiasten sind dann in den Kitas "Little Foxes" und "Taka-Tuka-Land" unterwegs. Eventuell komme noch eine Englisch-Lesung in der Astrid-Lindgren-Grundschule dazu, erklärte Kämpfe. "Und zum Abschluss sind wir dann als Verein ab 13.30 Uhr im Hort der Astrid-Lindgren-Grundschule zu erleben."

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