Warum ein Lebenswerk die höchste Ehrung wert ist

Jugendherbergen waren und sind immer noch sein Leben. Dafür wurde Thomas Müller mit dem sächsischen Verdienst- orden ausgezeichnet. Doch noch wichtiger: Die Arbeit mit Kindern und Jugend-lichen hält ihn jung.

Frankenberg.

"Es macht mich stolz, diese Auszeichnung erhalten zu haben, und damit hätte ich nie gerechnet", sagt der Frankenberger Thomas Müller und meint damit die höchste Ehrung des Landes Sachsen - den sächsischen Verdienstorden, den er Anfang Juni von Ministerpräsident Michael Kretschmer überreicht bekam. Ausgezeichnet wurde er für seine Verdienste beim Aufbau des sächsischen Landesverbandes im Deutschen Jugendherbergswerk (DJH).

Müller leitete vom April 1990 bis April 2017 den DJH in Sachsen. "Mit Jugendherbergen hatte ich schon immer zu tun. Vor 1990 war ich im Bereich der Jugend- und Sporteinrichtungen in der damaligen Bezirksverwaltung Karl-Marx-Stadt tätig, wozu auch der Erhalt, die Sanierung und der Neubau von Jugendherbergen und Sportstätten gehörte", erzählt der 65-Jährige. In der Vorwendezeit habe es kein Jugendherbergswerk im Osten gegeben, das als Verein organisiert war. "Im April 1990 haben wir das Jugendherbergswerk in Sachsen aus der Taufe gehoben", so Müller.


Nach der Gründung stand er vor einigen Herausforderungen. "Die erste Aufgabe war es, die Jugendherbergen in kommunaler Verwaltung zu erhalten", erklärt Müller. Eine schwierige Aufgabe stellte auch die neue Preisgestaltung dar, da die Preise zu DDR-Zeiten sehr niedrig waren. Nach und nach wurden in den darauffolgenden Jahren die Jugendherbergen unter seiner Leitung qualifiziert, und auch Investitionen flossen in die Häuser.

Nach der Wende gab es im Freistaat über 50 Jugendherbergen. Heute sind es sachsenweit nur noch 23, die durch den DJH verwaltet werden. "So ein Haus muss mindestens 120 Plätze bieten, damit es wirtschaftlich ist. So mussten wir uns von einigen Standorten trennen", erläutert Müller.

Nach der Wende musste er auch die für ihn neuen Marketingaufgaben übernehmen. "Werbung war in der DDR nicht notwendig. Heute muss man jedoch werben", erzählt er. So hätten sich auch die Jugendherbergen spezialisiert und Profile erhalten. "Die Jugendherberge in Falkenhain hat ein besonderes Wassersportprofil bekommen, Sayda ist ein Tagungshaus und eine Jugendherberge für Familien und Kinder, und Frauenstein hat ein kulturelles Profil", so Müller. Unter Thomas Müllers Leitung wurden aber auch neue Herbergen errichtet, wie 1995 in Dresden, 1998 in Leipzig und 2011 in Chemnitz.

"Meine Arbeit war für mich eher eine Berufung und Hobby", betont Müller. Auch im Ruhestand arbeitet er noch ehrenamtlich für den DJH im Bundesverband als Rechnungsprüfer. "Ich gebe auch im Landesverband noch Hilfestellungen, wenn ich gefragt werde. So bin ich ab und zu noch in der Geschäftsstelle." Auch die Jugendherbergen besucht er noch. "Vor allem zu Silvester, da es immer ein hervorragendes Programm gibt. Ich bin mindestens zweimal im Jahr in einer Herberge."

1997 hat Müller schließlich seinen Weg von Chemnitz nach Frankenberg gefunden, wo er heute im Ortsteil Dittersbach wohnt. "Es war ein Zufall, dass ich in Frankenberg gelandet bin, da sich ein günstiger Baustandort ergeben hat", berichtet er. "Ich bin gern Frankenberger, da sich die Stadt in letzter Zeit sehr gut entwickelt hat", erklärt Müller und ergänzt: "Wenn man sich viel mit Kindern und Jugendlichen beschäftigt, bleibt man selbst jung."

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