Welche Sorgen Handwerker immer mehr plagen

Unternehmer in Limbach-Oberfrohna haben bei einem Treffen mit Ministerpräsident Kretschmer über ihre Nöte gesprochen und eigene Ideen formuliert.

Limbach-Oberfrohna.

Der Besuch des Ministerpräsidenten Michael Kretschmer in einem Handwerksbetriebs in Limbach-Oberfrohna bot Malermeister Hilmar Steinert die Chance, dem Chef der sächsischen Landespolitik seine Sicht auf nötige Veränderungen zu schildern. Grund sind aus Sicht des Handwerkers die Sorgen und Nöte kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Die kennt Steinert auch aus der Mitarbeit im Präsidium der Vereinigung der sächsischen Wirtschaft (VSW). Der Oberfrohaner gehört dem Gremium als Vorstandsvorsitzender des Arbeitgeberverbandes für Maler und Lackierer in Deutschland an. Und nicht nur da nehme der Ärger über wachsende bürokratische Regulierung, mangelnde Unterstützung durch Behörden, übermäßige staatliche Einflussnahme und fehlende Lobby für kleine und mittlere Unternehmen zu. Groß sei auch seine Sorge, Fachkräftenachwuchs zu finden. "Neben Zuschlägen übernimmt der Betrieb beispielsweise auch Kindergartenkosten. Um uns zu verstärken, arbeiten bereits fünf polnische Mitarbeiter im Unternehmen", erklärt Steinert. Für den Oberfrohnaer sind auch Regelungen zur Arbeitszeit und der Tarifpolitik nicht mehr zeitgemäß. Sein Betrieb, bundesweit und im Ausland aktiv, zahle längst Westtarif. "Es sei 30 Jahre nach der Wende nicht mehr vermittelbar, dass es auf Baustellen in den Altbundesländern mehr Lohn gibt, als in der heimischen Region. "Für solide Arbeit muss es ordentlichen Lohn geben", so Steinert.


Als Arbeitgeber wünscht er sich, Arbeitszeitmodelle und Entlohnung auf den Prüfstand zu stellen und mit den Gewerkschaften in konstruktiven Dialog zu kommen.

Steinert sieht sich als Handwerker von der Politik und den Institutionen kaum mehr gehört. Er fühle sich durch die Handwerkskammer nicht ausreichend vertreten. Deshalb schlage er vor, deren Tätigkeitsfelder neu auszurichten, etwa auf eine intensivere Gewinnung von Berufsnachwuchs und eine verstärktere Werbung für das Handwerk.

Kretschmer zeigte sich beim Treffen für eine Vielzahl an Hinweisen und Vorschlägen offen, gab aber zugleich auch zu bedenken, welche Entscheidungsmöglichkeiten er als Landespolitiker habe und welche der Themen vielmehr auf anderer Ebene, etwa durch den Bund, zu organisieren sind.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...