Wo der Hund unter dem Tisch Platz hat

Diese Küche bleibt nicht mehr kalt. Parallel zu ihrer Innenstadt-Kneipe Jukebox betreiben zwei Frankenberger Gastronomen nun auch die bislang leerstehende Fischerschänke an der Zschopau. Doch damit nicht genug.

Sachsenburg.

Wie jedes neue Jahr sollte auch 2020 bei Manuela und Heiko Schack ruhiger werden. Doch dieser Vorsatz bleibt wohl Wunschdenken. "Wir stellen uns breit auf", sagen die beiden Frankenberger Gastronomen. Darum betreiben sie seit Silvester nun auch die Fischerschänke im Ortsteil Sachsenburg. Zumindest an den Wochenenden.

Eigentlich hat das Paar mit seinem Innenstadt-Lokal Jukebox schon alle Hände voll zu tun. Seit einem Jahr bereichert die urige Eckkneipe die gastronomischen Angebote der Stadt. Bier, Burger und Livemusik kommen gut an.

Doch das reichte den beiden Machern nicht aus. Auf Basis einer Nutzungsvereinbarung mit dem Pächter der Fischerschänke versorgen die Schacks künftig Geburtstagsrunden, Hochzeitsgesellschaften sowie Betriebs- und Weihnachtsfeiern mit Leckerem aus der eben erneuerten Küche. "Wir nutzen das Haus als eine Art Eventlocation", sagt Heiko Schack. Und zwar am Wochenende. Denn gutes Personal ist Mangelware. Zuverlässige Aushilfen werden daher auch ständig gesucht.

Nach dem größtenteils aus Städtebaufördermitteln finanzierten Kauf von drei Flurstücken und der Fischerschänke 2019 durch die Stadt fand diese im Frankenberger Hotelier Gerhard Blum einen Pächter für das Ausflugslokal. 120.000 Euro Erbpachtzins hatte dieser einmalig zu zahlen. Darüber hinaus muss der Eigentümer und Betreiber des Akzent-Hotels am Dammplatz der Stadt jährlich einen Erbbauzins von 1600 Euro entrichten. Dafür darf Blum die Gaststätte 30 Jahre lang nutzen. Ausgenommen davon ist zunächst der Saal über dem Lokal. Den hat sich die Stadt selbst vorbehalten. Bis zur Fertigstellung der geplanten Gedenkstätte KZ Sachsenburg zieht dort als Zwischenlösung ein Kommunikations- und Dokumentationszentrum zum früheren Konzentrationslager ein. Fertigstellungstermin: noch in diesem Jahr.

Schon im vergangenen Sommer hatten Manuela und Heiko Schack an der Zschopau nahe der Fischerschänke einen Freisitz betrieben. Zur Freude der Gäste und der Verwaltungsspitze belebte dieser die ansonsten eher tote Ecke. "In diesem Jahr eröffnen wir den Biergarten am 1. Mai", sagt Manuela Schack. Bis dahin ist auch die Fischerschänke komplett fertig. Noch ist die neue Schankanlage nicht angeliefert. Und neben dem Gastraum sind auch noch viele Kleinigkeiten zu überarbeiten, damit sich die Gäste rundum wohl fühlen können. "An dem rustikalen Charakter wird sich nichts ändern. Die Fischerschänke bleibt die Kneipe, wo der Hund unter dem Tisch Platz hat."

Aller guten Projekte sind drei. Daher gibt es demnächst auch neben der Jukebox noch ein Biergarten. "Wir planen dort mit 30 Plätzen", so Heiko Schack. Möglich macht das eine Baulücke. An einen der beiden Giebel werden neue Balkone für die sanierten Wohnungen im Eckhaus montiert. Vor der anderen Hauswand entstehen Parkflächen. "Wir übernehmen uns nicht", so die Schacks. "Die einzelnen Sachen ergänzen sich." Und 2021 soll ruhiger werden. Auf jeden Fall.

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