Wo Menschenwürde angetastet wurde

Offiziell eingeweiht wurde am Dienstag der erste Teil des Pfades der Erinnerung an die Opfer des ehemaligen KZ Sachsenburg. Fest steht nun auch, wann der Pfad komplett sein wird.

Sachsenburg.

Ein sichtbares Zeichen kündet nun in Sachsenburg vom Aufbau der Gedenkstätte zum ehemaligen KZ Sachsenburg. Die ersten zehn Tafeln des Pfades der Erinnerung wurden im Beisein von 40 Gästen am Dienstag eingeweiht.

Bürgermeister Thomas Firmenich (CDU) betonte in seiner Ansprache, dass sich die Stadt ihrer Verantwortung als Träger der Gedenkstätte stelle. Sachsenburg habe einen besonderen Stellenwert unter den frühen Konzentrationslagern. Hier wurden Wachmannschaften ausgebildet sowie SS-Kommandanten ausgewählt und auf ihre spätere Karriere vorbereitet. Der Ort stehe im Gedenkstättenstiftungsgesetz des Freistaates. "Auf dieser Basis will die Stadt die Gedenkstätte errichten", so Firmenich.


Der erste Teil des Pfades entstand unter Beteiligung der Geschichtswerkstatt Sachsenburg. Ausdrücklich dankte das Stadtoberhaupt deren Autoren Anna Schüller und Volker Strähle, der Lagerarbeitsgemeinschaft KZ Sachsenburg sowie den Gestaltern vom Markkleeberger Büro Fagus und dem Grafiker Detlef Lieffertz. Finanziert wurde die Außenraumgestaltung durch die Stiftung sächsische Gedenkstätten.

Beim anschließenden Rundgang erläuterte Anna Schüller den Aufbau der zweisprachigen Tafeln. Mit einem Text würden die einzelnen Orte von Appellplatz über den Schießstand bis zum Steinbruch erklärt. "Wir wollen die Gebäude über die Tafeln zum Sprechen bringen", so die Mit-Autorin. Zeitzeugenberichte runden die Erklärung ab. Interessante Details: In der Kommandantenvilla wurden bei Feiern Netzwerke von KZ-Führern geknüpft. Kochtöpfe aus Sachsenburg fanden sich später in Buchenwald wieder. "Hier wurde erprobt, was woanders zu Monstrosität entwickelt wurde", sagte Jörg Hänel, Pfarrer der St. Aegidienkirche. "Hier wurde die Würde des Menschen angetastet."

Laut Sandra Saborowski von der Stadtverwaltung Frankenberg werden die restlichen zehn Tafeln bis zum Jahresende aufgestellt.

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