Arbeiten ruhen nach Munitionsfund

Der Bau eines neuen Spielplatzes hinter dem Bergrestaurant auf dem Rochlitzer Berg hat gerade begonnen. Doch jetzt haben Mitarbeiter alte Patronen gefunden.

Rochlitz.

Vermutlich vergrabene Kampfmittel sind Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg am Rochlitzer Berg aufgetaucht: Am Dienstag war noch unklar gewesen, ob die Angestellten des Bergrestaurants Türmerhaus am Rochlitzer Berg am Mittwoch ihrer Arbeit wie gewohnt nachgehen können. Grund dafür waren Kampfmittel, die bei Bauarbeiten für einen neuen Spielplatz hinter dem Restaurant entdeckt wurden.

Wie die Polizeidirektion Chemnitz am Mittwoch mitteilte, wurden gegen 15.30 Uhr 120 Handwaffenpatronen bei Grabungen für die Fundamente eines Spielgerätes gefunden. "Die Mitarbeiter der Baufirma kamen ins Restaurant und haben auch uns umgehend informiert", sagte Sandra Enghardt, Geschäftsführerin des Bergrestaurants. Kurz darauf habe die Polizei den Bereich weiträumig abgesperrt. "Wir sollten das Personal nach Hause schicken, aber wir waren ohnehin schon kurz vor Feierabend", so Enghardt weiter. Entwarnung habe es am Dienstagabend schon gegeben. "Uns wurde gesagt, dass noch weiter gesucht wird, aber wir die Öffnungszeiten regulär aufrecht erhalten können", so die Geschäftsführerin.

Am Mittwoch wurden dann 270weitere Patronen gefunden. Wie Jürgen Scherf, Pressesprecher des Polizeiverwaltungsamtes in Dresden mitteilte, handelte es sich bei dem Fund um deutsche Gewehrmunition, vermutlich aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. "Es war kein großer Fund, aber die Munition war eindeutig scharf und wurde von uns fachgerecht entsorgt", so Scherf.

Bei sogenannten Vergrabestellen, an denen man nach dem Krieg Kampfmittel zusammen getragen habe, seien die Munitionsmengen gewöhnlich deutlich höher. Bei dem Fund auf dem Rochlitzer Berg habe es sich hingegen um eine kleine Menge gehandelt, wie sie in der Nachkriegszeit üblicherweise "entsorgt" wurde, so der Pressesprecher. "Damals hat man Munitionsreste einfach in den Dorfteich geworfen oder eben, wie in diesem Fall, im Wald vergraben" erklärt Scherf.

Aber auch wenn die entdeckte Menge auf dem Rochlitzer Berg nicht groß gewesen sei, solle bei Kampfmittelfunden die Polizei zu informiert werden. "Wir sind in Sachsen in der glücklichen Situation, dass die Entsorgung alter Munition komplett vom Freistaat getragen wird. Das ist nicht in allen Bundesländern so", erklärt Scherf. Nur so könne man vermeiden, dass entdeckte Kampfmittel ignoriert oder eigenmächtig entsorgt werden.

Die Gewehrpatronen vom Rochlitzer Berg werden nun nach Zeithain bei Riesa in die Kampfmittelbeseitigungsanlage transportiert. Dort sollen sie in einem speziellen Ofen kontrolliert zur Detonation gebracht und anschließend eingeschmolzen werden.

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