Bauern beklagen realitätsfernes Feindbild

Ein Film stellt dar, welchen Einfluss die Landwirtschaft auf die Umwelt hat. Die Diskussion in Rochlitz dazu offenbart die Brisanz des Themas.

Rochlitz.

"Oasen in der intensiven Agrarlandschaft" hieß der Streifen, den Filmemacher Andreas Winkler am Freitagabend im Rochlitzer Bürgerhaus gezeigt hat. Zu sehen waren eindrucksvolle Aufnahmen von der Vielfalt und Schönheit der einheimischen Flora und Fauna, die aber durch die intensive Nutzung der Landwirtschaft und Monokulturen immer mehr zurückgedrängt und zerstört werde. "Auch wenn der Film bereits vor zehn Jahren gedreht wurde, ist er aktueller denn je", sagte Andreas Hickel vom Rochlitzer Grünen Stammtisch, der zu der Veranstaltung geladen hatte. Monokulturen und Pestizide zerstörten bestehende Lebensräume und sorgten für das Aussterben heimischer Arten, so die Grundaussage des Films.

Dass es bei dieser Thematik aber nicht nur Schwarz und Weiß gibt, bewies die kontroverse Diskussion der etwa 30 Gäste. Anwesende Landwirte kritisierten, dass ein Feindbild konstruiert werde, das nicht der Realität entspreche. "Das ist beängstigend. Es wird so dargestellt, als ob wir Bauern die Natur zerstören", so einer der Teilnehmer. Vieles sei zu kurz gegriffen, dabei seien die Landwirte dialogbereit.

Das habe er mit seinem Film nicht ausdrücken wollen, erklärt Winkler. Allerdings, so warf er ein, wüssten die Landwirte doch, dass unter anderem intensives Düngen und der Einsatz von Pestiziden schädlich für sie und die Umwelt sei. Und so wurden in der Diskussion teils harte Schuldzuweisungen vorgebracht, aber auch Dialogbereitschaft betont.

"Wir müssen uns annähern, auch wenn das nicht einfach ist", sagte Hickel. Wie bei diesem Thema viele Faktoren eine Rolle spielten, sei es kompliziert, eine Lösung zu finden, mit der alle Seiten zufrieden sein können. Gefordert wurden von der Politik Maßgaben mit Augenmaß. "Die machen uns das Leben mit Verboten nicht einfach", sagten die Bauern.

Wichtig sei, das Thema überhaupt zu diskutieren, betonte Hickel. Vielleicht habe der Abend dafür eine Grundlage bilden können. Auch ein Treffen der Landwirte zum Austausch mit den Grünen in Mittelsachsen wurde angeregt. "Es geht nur miteinander", resümierte Andreas Hickel.


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