Bunte Sitzbänke für Rochlitz

Die Festwoche der Rochlitzer Senioren und Jugendlichen konnte coronabedingt nicht stattfinden. Auf gemeinsame Aktionen wollen Jung und Alt dennoch nicht verzichten.

Rochlitz.

Rochlitz soll bunter werden, das ist in vielerlei Hinsicht das Motto der Jugendlichen der Stadt Rochlitz. So spiegelt es sich zum Beispiel auch im Namen des hiesigen Schülerfonds "Moro - Motley Rochlitz" wider. Motley steht für bunt und farbenfroh.

Nun wollen die Jugendlichen gemeinsam mit den Senioren des Seniorenrates mit einer Aktion ihre Stadt verschönern und farbenfroh gestalten, wie die Stadtsozialarbeiterin Daisy Hohmann verrät. Ab kommendem Montag soll eine Woche lang gemeinsam auf dem alten Stützpunkt des Städtischen Bauhofs hinter dem Freibad gewerkelt und gehämmert werden.

"Die Senioren und Jugendlichen wollen zusammen Sitzbänke für die Stadt bauen", erklärt Daisy Hohmann. "Die Bänke sollen bunt gestaltet und an verschiedenen Standorten aufgestellt werden." Dafür erhalten die kreativen Handwerker auch die Unterstützung der Stadt. "Der Bauhof wird an den zukünftigen Standorten Fundamente für die Bänke anbringen."

Zudem werde der Seelitzer Tischler Wilhelm Reichel den verschiedenen Generationen beim Bau mit Rat und Tat zur Seite stehen, weiß Elly Martinek, Vorsitzende des Seniorenrates. "Wir haben uns alle bereits im Juli zu einem Planungsgespräch getroffen. Die Jugendlichen wünschen sich eine Bank vor dem Bikerpark in Rochlitz. Und an der Uferstraße Richtung Baderberg sollen weitere Bänke aufgestellt werden. Dort kommen viele Spaziergänger entlang. Aber es gibt wenig Plätze, um sich niederzulassen", sagt Martinek.

Die Idee, dass Jung und Alt in Rochlitz an einem Strang ziehen, ist nicht neu. Ende Mai dieses Jahres wollten der Seniorenrat, der Rochlitzer Jugendladen und die Stadt eine gemeinsame Aktionswoche unter dem Motto "ZusammenWachsen" veranstalten. Die Woche war bereits intensiv vorbereitet worden, sagt Elly Martinek. "Wir haben eine Kooperationsvereinbarung mit dem Jugendladen getroffen, uns bei Projekten gegenseitig zu unterstützen. Dadurch wäre es sicher eine tolle Woche geworden. Geplant waren zum Beispiel eine Diskussionsrunde mit dem Rochlitzer Oberbürgermeister, eine Wander- und Radtour mit abschließendem Grillabend und ein Informationstag zum Thema Sicherheit", so die Ratsvorsitzende.

Noch während des coronabedingten Lockdowns im April starteten der Seniorenrat und der Jugendladen einen gemeinsamen Einkaufsservice. Wer demnach altersbedingt nicht mehr einkaufen gehen sollte oder kann, könne sich telefonisch beim Jugendladen melden. "Das Projekt wird angenommen und läuft nach wie vor weiter", sagt Daisy Hohmann. "Aber es können sich jederzeit gern noch Interessenten melden." Die Aktionswoche "ZusammenWachsen" der Stadt, des Seniorenrates und des Jugendladens soll im Mai kommenden Jahres nachgeholt werden.


Kommentar: Kleine Schritte

Ein Großteil der Veranstaltungen konnte und wird in diesem Jahr aufgrund der Coronapandemie nicht wie geplant stattfinden. Manche Termine lassen sich verschieben, andere nicht. Wenn jedoch verschiedene Generationen gemeinsam an einem Strang ziehen, lassen sich auch leicht Alternativen finden - das Projekt "ZusammenWachsen" ist dafür das beste Beispiel. Die Grundidee, sich miteinander zu verbinden und zusammen etwas anzupacken, lässt sich nicht nur auf groß angelegte Veranstaltungen übertragen, sondern funktioniert auch im Kleinen. Und ob es nun der Einkaufshelfer ist, der seine älteren Mitmenschen im Alltag unterstützt, oder die bunte Parkbank, die Alt und Jung zusammen zimmern: In Rochlitz findet Austausch statt. Das sind kleine Schritte für viele größere, die noch folgen können.

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