Clubhaus: Jugendliche sauer wegen verschobener Sanierung

Das Dach ist marode, die Fassade unansehnlich: Das zu ändern, hatte der Gemeinderat schon im September auf den Weg gebracht - getan indes hat sich bis jetzt nichts.

Wechselburg.

Dreckige Spuren ziehen sich vom Vordach am Eingang des Jugendclubs an der Fassade entlang nach unten. "Der Übergang zum Dach ist undicht, bei Regen drückt es das Wasser durch. Überhaupt ist der Club von außen alles andere als ein schöner Anblick", sagt Adrian Wild. Der 17-Jährige ist einer der jungen Leute, die regelmäßig den Jugendclub in Wechselburg besuchen. "Wir haben jetzt ungefähr 40 Mitglieder, etwa die Hälfte davon ist im Alter zwischen 14 und 19 Jahren", sagt Clubchef Philipp Sacher. Wie die anderen wünscht sich der 24-Jährige, dass sich am Gebäude bald etwas tut.

"Wir sind traurig, dass sich die zugesagten Arbeiten immer wieder verschieben und verstehen nicht, warum", sagte Philipp Hielscher (21) zur jüngsten Sitzung des Gemeinderates, die er zusammen mit drei weiteren Jugendlichen besuchte. Bauamtsleiter Gerd Welker konnte keinen positiven Bescheid geben, die Sachlage aber erläutern. "In der Phase der haushaltlosen Zeit, in der wir uns ohne beschlossenen Etat derzeit befinden, sind nur Maßnahmen möglich, die unaufschiebbar sind", sagte er. Die Sanierung des Clubgebäudes gehöre nicht dazu. Da zunächst der Etat beschlossen werden müsse, dann Fristen wie das Auslegen des Zahlenmaterials einzuhalten seien, könne der Bau seiner Voraussicht nach frühestens im Juli beginnen.

Dabei war dieser bereits im September 2018 auf den Weg gebracht worden. Das Gebäude, in dem auch der Bauhof untergebracht ist, soll zu Gesamtkosten von rund 51.000 Euro saniert werden. Davon würden anteilig rund 22.500 Euro Kosten auf den Jugendclub entfallen, wofür die Gemeinde eine Förderung in Höhe von knapp 16.000 Euro beantragt hat. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt auf Dach, Fassade und Innenraum.

In diesem haben die Jugendlichen schon allerhand selbst renoviert. Für die Beach-Party, die am Samstag stattfand, sind unter anderem ein DJ-Pult sowie Sitzmöbel gebaut worden. "Wir waren jeden Tag mit etwa zehn Mann am Werkeln", so Philipp Hielscher. Und: "Schade, dass noch nicht saniert wurde, denn wir hätten zur Veranstaltung gern eine frische Fassade mit unserem Club-Logo gehabt."

Was die Jugendlichen zudem gern hätten, ist mehr Raum. Von diesem war ihnen im Frühjahr 2016 ein ganzes Stück abgeknapst worden. Die Gemeinde hatte eine Zwischenwand eingezogen und so Platz für den Bauhof geschaffen. In dem für ihn gewonnen Raum sollte Technik gelagert und vor allem das Bauhoffahrzeug untergestellt werden. "Durch das Fenster sehen wir aber, dass dort kein Fahrzeug steht, sondern derzeit die Streukästen, Schneefangzaun und Werkzeug", sagte Adrian Wild in der Gemeinderatssitzung - verbunden mit der Frage, ob der Klub den Raum zurückbekommen könne, da offenbar für die Gemeinde kein Bedarf bestehe.

Diesem Ansinnen erteilte Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU) eine klare Absage: "Ich freue mich sehr, dass die Jugend den Weg in eine Gemeinderatssitzung gefunden hat und kann das Anliegen verstehen. Wir unterstützen auch", sagte sie. "Aber darüber, was die Gemeinde und der Bauhof brauchen, steht euch kein Urteil zu." Die Unterstellmöglichkeit in dem Gebäude werde benötigt.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...