Feuerwehrleute brauchen mehr Platz

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Das Arraser Einsatzfahrzeug, Baujahr 1979, muss ersetzt werden. Das Depot ist aber zu klein für moderne Technik. Doch es gibt eine Zusicherung.

Arras.

Dem Arraser Michael Heinitz ist die lebendige Dorfgemeinschaft mit aktuell 193 Einwohnern wichtig: "Ich will nicht, dass hier alles stirbt." Doch außer Heimatverein und Feuerwehr gebe es in Arras nichts, konstatiert der 35-Jährige. Für den gelernten Werkzeugmechaniker mit Arbeitsplatz in einem großen Automobilwerk in Leipzig war der Eintritt in die Feuerwehr vor zehn Jahren deshalb nur logisch. Zudem hatte ihm Vater Frank das Ehrenamt vorgelebt.

Heinitz geht den Weg aller Aktiven in freiwilligen Feuerwehren: So drückt er zunächst im Feuerwehrtechnischen Zentrum in Mittweida die Schulbank, um die Grundlagen zu pauken. "Dort war ich einer der Ältesten", erinnert sich Heinitz. Der Arraser bleibt dran, lässt sich im Sprechfunk und im Umgang mit der Kettensäge ausbilden, wird Sicherheitsbeauftragter für die 14 Mann starke Truppe.

Heinitz' Interesse an den Belangen der Wehr wächst, je mehr er in die Materie eindringt. Im Frühjahr 2015 hat er die Qualifikation zum Truppführer in der Tasche. Für den Arraser nur ein Zwischenschritt: "Wir hatten zu dem Zeitpunkt mit unserem Wehrleiter Jörg Hahn nur einen einzigen Gruppenführer. Das war entschieden zu wenig." Michael Heinitz peilt auch diese Qualifikation an und besteht sie. "Genau da wollte ich hin." Damit, erklärt er, sei man im Einsatz für neun Aktive beziehungsweise für die gesamte Fahrzeugbesatzung verantwortlich.

Heinitz ist damit an dem Punkt, der nicht nur ihm Bauchschmerzen bereitet. Denn die Arraser Wehr verfügt zwar über ein Einsatzfahrzeug. Allerdings ist auf dem Typenschild das Baujahr 1979 verzeichnet. Der Mercedes Benz wird immer wieder aufgepäppelt und am Leben erhalten. Eine größere Reparatur am Oldtimer zwang die Wehr etwa im Sommer 2019, sich mangels Einsatzbereitschaft bei der Leitstelle abzumelden. Und als sicher gilt: Das Arraser Feuerwehrdepot ist für einen möglichen Ersatzwagen modernerer Bauart entschieden zu klein. Eine neue Halle müsste her, was aus Sicht der Arraser die größte Hürde darstellt. Gleichwohl bekundete der Geringswalder Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos), der oberster Feuerwehrchef ist, vor zwei Jahren, sich im Sinne gut ausgebildeter Arraser Feuerwehrleute dafür einzusetzen, den Standort mit eigener Technik vor Ort zu erhalten. Und an genau diese Zusicherung klammert sich die Arraser Wehrleitung. Der gehört auch Heinitz seit vergangenem Jahr als Vize-Wehrleiter an. "Klar ist, das Auto muss getauscht werden." Stünde lediglich ein Mannschaftswagen im zu kleinen Depot, hätte das eine vernichtende Außenwirkung. Die wäre mit Sicht auf Nachwuchs fatal.

Doch nun kommt offenbar Bewegung in das zentrale Problem des zu kleinen Gerätehauses. "Eine Arbeitsgruppe wird sich jetzt gezielt mit den Prämissen eines Neubaus befassen", kündigte der Vize-Wehrleiter an. Über die Ausstattung eines Neubaus und prognostizierten Kosten müsse dabei genauso gesprochen werden wie über den künftigen Standort des Gebäudes. Denn der jetzige neben dem Arraser Begegnungszentrum komme des Platzes wegen nicht mal ansatzweise infrage. "Ziel ist, spätestens Ende Oktober einen Förderantrag zu stellen und unseren Bedarf im städtischen Haushalt für das kommende Jahr anzumelden."

Heinitz bleibt zuversichtlich. Auf die Arraser Feuerwehr könne man zählen. "Denn die Dienstbeteiligung ist vorbildlich und unser Ausbildungsstand ein guter." Die Wehr könne inzwischen auf allein vier Gruppenführer zurückgreifen. Und kürzlich sei ein neues Mitglied aufgenommen worden.


Das Einsatzjahr der Geringswalder Gemeindefeuerwehr

Die gesamte Geringswalder Wehr hatte 33 Einsätze. Gelöscht wurden zwölf Brände. Die Kameraden leisteten 18-mal technische Hilfe und wurden drei Mal zu Brandmeldeanlagen gerufen, die Alarm gegeben hatten, ohne dass gelöscht werden musste.

Wichtigste Einsätze: Am 4. Januar brannte ein Vierseithof in Sachsendorf. Die Geringswalder Aktiven halfen mit anderen Wehren bei der Brandbekämpfung und Wasserversorgung. Am 20. April brannten etwa 2000 Quadratmeter Waldfläche im Fürstenwald, dabei wurde die Geringswalder Gemeindefeuerwehr von Kameraden aus Schweikershain, Hartha und Waldheim unterstützt. Für die Wasserversorgung im abgelegenen Gelände halfen Landwirtschaftsbetriebe aus Methau, Reinsdorf und Seifersdorf mit ihrer Technik.

Zwei Mal mussten die Geringswalder Feuerwehrleute zu schweren Verkehrsunfällen an die Bundesstraße 175 ausrücken. In vier Fällen benötigte der Rettungsdienst Unterstützung beim Öffnen von Türen.

Bei sechs Einsätzen beseitigten Feuerwehrmänner Schäden, die durch Sturm entstanden waren.

Die Gemeindefeuerwehr Geringswalde besteht aus den Ortswehren Altgeringswalde, Arras sowie Geringswalde und zählt 57 aktive Mitglieder. (grün)

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