Fließend Wasser für Seelitzer Ortsteile

Aufatmen in den Brunnendörfern. Dutzende Haushalte werden ans öffentliche Netz angeschlossen. Während einige Orte aber warten müssen, werden in Beedeln und Bernsdorf schon Leitungen verlegt.

Seelitz.

Seinen Haushalt in Bernsdorf versorgt Jens Härtwig mit Wasser aus dem eigenen Brunnen. Aber das wird sich bald ändern. In Bernsdorf wird aktuell eine Wasserleitung verlegt, die 17 Grundstücke ans öffentliche Wassernetz bringt. "Wir haben Glück. Uns haben die beiden heißen Sommer 2018 und 2019 noch nicht so zugesetzt wie anderen", sagt der Bernsdorfer. "Mindestens drei Brunnen in der Nachbarschaft sind aber trocken", gibt Härtwig zu bedenken.

Die Lage ist für einige Dorfbewohner prekär, aber eine Lösung in Sicht. Auch in Beedeln zeichnet sich ein Ende der Misere ab. Hier werden sechs Anschlüsse verlegt. Bis Weihnachten sollen die Arbeiten an der Hauptleitung abgeschlossen werden. Bis Ende April sollen dann die Grundstücke angeschlossen werden. Das erklärt der kaufmännische Geschäftsleiter, Dirk Kunze, vom Wasserzweckverband "Mittleres Erzgebirgsvorland" (ZWA) mit Sitz in Hainichen. Rund 11 Millionen Euro investiert der Zweckverband bis zum Jahr 2024 in den Ausbau der Trinkwasseranschlüsse.

Auch in Pürsten und Zschauitz rücken die Bauarbeiter an. Denn wie in anderen Ortsteilen von Seelitz ist hier die Lage nach den vergangenen Sommern genauso akut. "Mehrere Brunnen sind trocken", bestätigt der Pürstener Achim Günzel. Ein baldiger Anschluss an das Trinkwassernetz wird also von vielen herbeigesehnt. Einem Ausbau müssen mindestens 70 Prozent der Einwohner zustimmen, denn die Grundstückseigentümer müssen sich mit gut 5000 Euro an den Gesamtkosten beteiligen. "Die geforderte Quote haben wir erreicht. Ich habe die Anträge selbst fertig gemacht, bin durchs Dorf gelaufen und habe gefragt, wer sich beteiligen will", erklärt Günzel.

Letztlich wollen in Pürsten 19 ans Netz, im Nachbardorf Zschauitz 6. Die Unterlagen habe Bürgermeister Thomas Oertel (parteilos) in der vergangenen Woche beim Zweckverband eingereicht. Die Einwohner müssen sich allerdings in Geduld üben. Laut ZWA werden die beiden Orte erst im Frühjahr 2023 ans Netz angeschlossen.

"Natürlich will nach den letzten Sommern jeder Betroffene schnell ans Netz, aber unsere Kapazitäten sind begrenzt", so ZWA-Finanzchef Kunze. "Man darf nicht vergessen, dass wir ein bestehendes Anlagensystem pflegen müssen und dort stetig investieren." Zugleich verweist er darauf, dass die Bevölkerung im Verbandsgebiet um bis zu 1500 Einwohner pro Jahr schrumpft. Das heißt: Weniger Kunden, weniger Einnahmen - und das bei steigenden Kosten.

Generell sind die Investitionen nur schwer zu stemmen, wie der Finanzchef deutlich macht. "Wir hatten eine ungünstige Ausgangslage nach der Wiedervereinigung. Im Verbandsgebiet waren nur 78 Prozent aller Haushalte ans Trinkwasser angeschlossen. Andere Regionen in Sachsen waren da viel besser aufgestellt", erklärt er. Aktuell versorge der ZWA 96 Prozent aller Einwohner seines Verbandsgebietes.

Bald kommen Neukunden in Beedeln und Bernsdorf hinzu. "Wir freuen uns auf eine bessere Wasserqualität", sagt Härtwig. Das Wasser aus seinem Brunnen sei kalkhaltig, greife die Leitungen an, und die Armaturen seien ständig verschmutzt. "Der Anschluss bedeutet für uns auch: weniger putzen in Bad und Küche", sagt Härtwig.


24 Dörfer gehen in den kommenden Jahren ans Netz:

Der Wasserzweckverband

"Mittleres Erzgebirgsvorland" steckt bis zum Jahr 2024 rund 11 Millionen Euro in den Ausbau des Trinkwassernetzes im Verbandsgebiet.

Seit Oktober dieses Jahres werden bereits Leitungen im Kriebsteiner Ortsteil Grünlichtenberg verlegt. Bis Ende Juli kommenden Jahres sollen die Anwohner von 64 Grundstücken an das Trinkwassernetz angeschlossen werden. Auch im Oederaner Ortsteil Görbersdorf laufen die Arbeiten bereits. Bis Mai erhalten hier 30 Grundstücke einen Hauswasseranschluss.

Zwischen März und Juni soll der Ausbau in Etzdorf für 86 Grundstücke, 17 in Theesdorf und 40 in Sachsendorf sowie für 22 verbleibende Grundstücke in Grünlichtenberg und 19 Rüx beginnen.

Ab April 2021 plant der Verband 100 Anschlüsse in Kralapp, Schellenberg, Cunnersdorf und Ringethal.

Bis 2023 müssen sich die Anwohner in Leubsdorf, Falkenhain, Marbach, Zschauitz, Pürsten, Erlebach und Altgeringswalde an 103 Grundstücken gedulden. Die Gemeinden Stöbnig und Erlbach sollen 2024 folgen. (cbo)

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