Geld für Erzieherinnen: Keine Einigung nach Gespräch

Die Belegschaft der Geringswalder Einrichtung "Pfiffikusland" fordert einen Lohn auf Tarifniveau des Öffentlichen Dienstes. Bislang aber erfolglos.

Geringswalde.

Im Streit um eine Tarifentlohnung des Personals der Geringswalder Kindertagesstätte "Pfiffikusland" ist keine Einigung in Sicht.

Wie die Vorsitzende des Betriebsrates der Einrichtung, Jana Kierek, mitteilte, sei man bei einem Treffen mit Vertretern von Gewerkschaft, Betriebsrat und dem Verein Lebenshilfe Döbeln, dem Träger der Kita, so auseinandergegangen, dass man zwar in allen Belangen mit der Lebenshilfe Döbeln zusammenarbeiten werde. "Letztendlich brachte uns das Gespräch jedoch in Sachen Tarifverhandlungen keinen Schritt weiter", so Kierek. Wie es nun weitergeht, liege in den Händen der Gewerkschaft. Der überwiegende Teil der Belegschaft der Kita war im Frühjahr dieses Jahres der Gewerkschaft "Beamtenbund und Tarifunion" (dbb) beigetreten.

Der Sächsische Erzieherverband äußerte sich in seiner gestrigen Mitteilung besorgt, dass aufgrund von drei vakanten Erzieherstellen in der Geringswalder Einrichtung die Gefahr bestünde, "dass nicht mehr die Betreuung aller Kinder gewährleistet werden" könnte.

Die "Lebenshilfe Döbeln" lehnt Tarifverhandlungen jedoch ab und beharrt weiter auf ihrem Standpunkt. "Wir entlohnen unsere Mitarbeiter nach dem Gleichbehandlungsprinzip, und von dem weichen wir nicht ab", stellte Verwaltungsleiterin Margitta Demmler auf Nachfrage der "Freien Presse" gestern klar. Genaue Zahlen wollte sie nicht nennen. "Nur so viel: Unsere Erzieherinnen bewegen sich auf einem recht hohen Lohnniveau."

Jens Weichelt, Vizechef der Bundestarifkommission des dbb, hat seine eigene Sicht auf die Lohnpolitik des Trägers: "Wenn dem Trägerverein der Gleichheitsgrundsatz so wichtig ist, sollte er zuerst für die gleiche Bezahlung der Erzieherinnen wie im Öffentlichen Dienst sorgen", sagte er. Gestiegene Tariflöhne im Sozial- und Erziehungsdienst resultieren nicht zuletzt aus den erhöhten Anforderungen an diese Berufsgruppe.

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