Geringswalde will die Sonne vor der Haustür einfangen

Entlang der Arraser Straße könnte Strom mittels Fotovoltaik gewonnen werden. Vorausgesetzt, die Mehrheit der Stadträte ist sich einig und das Projekt spült eine erkleckliche Summe in die Kasse.

Geringswalde.

Geht es nach der Enerparc AG, könnte am südlichen Stadtrand von Geringswalde schon bald Strom aus Sonnenenergie gewonnen werden. So sah es zumindest der Vertreter des international agierenden Dienstleisters für Fotovoltaik-Anlagen mit Hauptsitz in Hamburg. "Die Kommune könnte von einem mittleren bis höheren vierstelligen Betrag aus Pachteinnahmen profitieren und später preisgünstige und umweltfreundliche Energie aus dem Kraftwerk direkt vor der Haustür beziehen", warb Enerparc-Mitarbeiter Daniel Dechmann-Annus in der jüngsten Sitzung des Stadtrates.

So sehen die Pläne des Solarparkbetreibers entlang der Arraser Straße eine mit Fotovoltaik-Modulen bestückte Fläche von etwa sechs Hektar vor. Rund drei Hektar davon gehören der Stadt Geringswalde. Das Gros des vorgesehenen Areals besteht aus Ackerland. Nach Angaben von Enerparc würde eine solche Anlage zwischen sechs und sieben Megawatt Leistung erbringen. Nach 16 Jahren sei das Kraftwerk abgeschrieben. "Theoretisch könnte das System aber gut und gerne 40 Jahre seinen Dienst tun", prognostizierte Dechmann-Annus.


Grünen-Politikerin Claudia Glanz erklärte, entschiedene Anhängerin alternativer Energiegewinnung zu sein. "Allerdings ist mir schwer verständlich, weshalb eine solche Anlage auf Acker- oder Grünland statt auf bereits versiegelten Flächen entstehen soll, von denen es genug gibt", hakte sie nach. Einer der Vorteile, erklärte Dechmann-Annus, sei unter anderem, dass die ins Auge gefassten Bereiche dann nicht mehr gedüngt werden müssten und keine Pestizide ins Erdreich gelangten. "Das Flächen-Management für Fotovoltaik-Anlagen ist ein heiß umkämpfter Markt. Tendenz steigend." So hätten Bayern und Baden-Württemberg bereits großzügige Freigaben für die Nutzung von Solarenergie erteilt. Die stünden in Sachsen noch aus.

Holzhausens Ortsvorsteher Siegfried Weinert, der für die CDU im Stadtrat sitzt, wollte wissen, weshalb dann nicht die Fläche der Deponie in Nähe des Betonwerks für die Installation der Module infrage komme. Diese Lösung schloss Dechmann-Annus aus. "Für diesen Bereich müsste zunächst ein Bebauungsplan erstellt werden. Ein solches Verfahren ist oft langwierig, und dafür ist auch die Fläche zu klein. Der Aufwand würde sich schlicht nicht lohnen." Der Aitzendorfer Ortsvorsteher Frank-Peter Arnold (Freie Wähler) gab zu bedenken, dass ein großer Teil des Geländes wohl von Landwirten bewirtschaftet würde. In diesen Fällen sei geplant, die bestehenden Pachtverträge abzulösen, äußerte der Enerparc-Mitarbeiter.

Thomas Damm (FDP) plädierte für eine gemäßigte Gangart. "Wir sollten das Ganze erst einmal sacken lassen. Und dabei nicht vergessen, dass die favorisierten Flächen über einen längeren Zeitraum nicht nutzbar sind." Es müsse ein entsprechendes Angebot her, das garantierte Vorteile aufliste und Zahlen offenlege, damit die Stadtverwaltung damit kalkulieren könne. Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) sagte, er stehe dem Projekt offen gegenüber. "Letztlich muss sich der Stadtrat positionieren, ob eine solche Anlage bei uns gewollt ist."

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