Grundschüler zeigen, was Großzügigkeit ausmacht

Die Mädchen und Jungen der Seelitzer Einrichtung bringen am Freitag ihr Theaterstück über Martin von Tours auf die Bühne. Doch auch andernorts wird an den Heiligen erinnert.

Seelitz.

Vier kleine Gänse schwänzeln eifrig um den heiligen St. Martin, der seinen Mantel um die Schultern des Bettlers legt, dann nehmen sie wieder ihren Platz vor dem Altar in der Seelitzer Kirche ein. Die Gänse, der heilige Martin sowie Soldaten, Bettler und Erzähler werden von den Kindern der Evangelischen Grundschule in Seelitz dargestellt, die am Mittwochnachmittag ihre Generalprobe absolvierten. Das kleine Theaterstück präsentieren die Kinder, begleitet vom Schulchor, bereits am heutigen Freitag in der Seelitzer St. Annenkirche. Das Martinsfest wird im Kirchenjahr üblicherweise am 11. November begangen.

"Chronologisch ist unser Stück natürlich nicht ganz richtig", erklärt Schulleiterin Gisela Jenichen. "Die Gänse haben im Leben des Heiligen Martin erst viel später eine Rolle gespielt." Die Spielfreude der Darsteller bleibt davon aber unberührt.

Das Stück über Martin von Tours, der von 317 bis 397 nach Christus lebte, haben die Grundschüler gemeinsam mit den Lehrern erarbeitet. Die Legende besagt, dass Martin von Tours als Soldat im tiefsten Winter seinen Umhang mit einem Bettler geteilt habe. "Wir haben im Stück aber auch eine Verbindung zum Heute hergestellt. Wir müssen ja glücklicherweise keinen Mantel mehr teilen", sagt Gisela Jenichen. So haben sich die Kinder überlegt, was man stattdessen teilen kann - und zwar die Zeit. Die Schüler haben zusammengetragen, wie sich diese am sinnvollsten mit anderen verbringen lässt.

Aufgeregt ist in der Generalprobe aber keiner mehr. Dafür blieb auch keinen Zeit, denn "bis vor Kurzem haben wir noch ein Programm zum Reformationstag vorbereitet, und nun steht das Weihnachtsspiel bald an", so die Schulleiterin. Für die geübten Schauspieler ist das kein Problem. "Nur das Auswendiglernen nervt manchmal", erklärt Noah, der den heiligen Martin verkörpert. "Man müsste immer alles ablesen können." Das sieht Maja anders, die in der Probenvorbereitung, wenn alle Schauspieler sich noch umkleiden, schon mal Gedichte von Theodor Fontane zum Besten gibt. Das Schönste am Theater sei aber das Schauspielen selbst, da sind sich alle Schüler einig.

Im Anschluss an die Veranstaltung in der Kirche ziehen die Kinder und Gäste dann mit Lampions ausgestattet in die Reithalle am Waldhotel. Dort warten Roster, Kinderpunsch und Glühwein auf sie. "Den Erlös aus dem Verkauf spenden wir traditionell einem rumänischen Verein für Kinder- und Jugendhilfe", erklärt Susann Steinbach-Gruttke, Leiterin der Kita "Apfelbaum" in Döhlen, die mit den Eltern den Abend organisiert.

Das Theaterstück der Evangelischen Grundschule beginnt am Freitag, 8. November, 16.30 Uhr in der Seelitzer Kirche. Der Eintritt ist frei.


Umzüge und Andachten zum St. Martinstag im Überblick

Die Tradition des Martinsumzuges hat sich in der Region etabliert. "Freie Presse" zeigt eine Auswahl an Veranstaltungen in der Region.

Rochlitz: Die Andacht in der St. Petrikirche beginnt am 11. November bereits 16.30 Uhr, im Anschluss findet ein Lampionumzug statt, der zur Kunigundenkirche führt.

Wechselburg: Eine ökumenische Martinsfeier beginnt am 11. November, 17 Uhr in der Basilika Wechselburg.

Penig: In der Stadtkirche findet

17 Uhr die Martinsandacht mit Theaterspiel statt. Die Gemeinde lädt im Anschluss zum Laternenumzug durch Penig ein, der auf dem Gelände der Friedhofsgärtnerei am Lagerfeuer mit Glühwein und Kinderpunsch endet.

Beerwalde: In der Evangelisch-Lutherischen Kirche beginnt der Gottesdienst anlässlich des Martinstages 17 Uhr.

Milkau: In der St. Martinskirche in Milkau beginnt die Martinsfeier

17 Uhr. Sie wird gemeinsam mit der Evangelischen Werkschule Milkau ausgerichtet. 17.45 Uhr startet ein Umzug von der Kirche zur Werkschule, wo ein Lagerfeuer entzündet wird.

Lunzenau: Am Freitag, den 15. November beginnt in der Jakobuskirche in Lunzenau das Martinsfest 17 Uhr.

Frankenau: Eine Martinsandacht in Frankenau findet am Samstag, dem 16. November, 16.30 Uhr statt. An die Andacht schließt sich ein Laternenumzug an. (cbo)

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