Hochschule setzt ein Zeichen: Auftakt mit Maske und im Regen

Mehr als 500 Studenten sind in Mittweida erstmals unter freiem Himmel auf dem Technikumplatz immatrikuliert worden.

Mittweida.

Die Hochschule Mittweida lässt ihre Studenten nicht im Regen stehen. Dies betonte Rektor Professor Ludwig Hilmer am Mittwoch zur feierlichen Immatrikulation. Dabei bot die Feier - nicht wie üblich in der Stadtkirche, sondern auf dem Technikumplatz vor dem Hauptgebäude - genau dieses Bild: 500 Studenten standen, meist nur mit Ponchos geschützt, gut eine Stunde im Dauerregen. "Sie setzen damit ein starkes Zeichen, dass sie bei diesem schlechten Wetter hergekommen sind", erklärte der Rektor.

Nach Hygienekonzept waren auf dem Platz nur 500 Personen zugelassen, deshalb standen weitere Gäste außerhalb des Geländes. Alle trugen auch im Freien eine Maske. Hilmer wies auf die Verantwortung der Studierenden gegenüber allen Bürgern hin. Aktuell gäbe es keine Corona-Infektion im Bereich der Hochschule, sollten Fälle von Covid 19 aber verstärkt auftreten, müsse man leider zum digitalen Campus zurückkehren. Gerade aber den Erstsemestern wolle man mit Präsenzveranstaltungen den Weg in die Campusfamilie erleichtern.

Für "gegenseitige Unterstützung, eine weltoffene Hochschule und die einmalige Campusfamilie" warb auch Gordon Guido Oswald, Geschäftsführer des Studierendenrates. Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU), ein ehemaliger Absolvent der Hochschule, war sich sicher, dass alle den Studienort ganz bewusst gewählt haben: "Hier finden sie genau das, was sie gesucht haben." Er bat zudem um ein gutes Miteinander mit allen Mittweidaern, speziell bei der Suche nach den raren Parkplätzen.

Insgesamt 2116 Erstsemester haben laut Hochschulsprecher Helmut Hammer ein Studium in Mittweida aufgenommen. Davon sind 950 Frauen (45 Prozent) und 265 internationale Studenten (12,5 Prozent). Die gefragtesten Studiengänge sind Allgemeine und Digitale Forensik mit 188 Erstsemestern (Frauenanteil 64 Prozent), Betriebswirtschaft (91 Studenten), Medieninformatik und Interaktives Entertainment (87) sowie Angewandte Informatik (77). Die größte Bewerberanzahl mit 400 gab es für das zulassungsbeschränkte Medienmanagement. Der Studiengang hat nun 89 Erstsemester. Die Zahlen liegen auf dem Niveau des Vorjahres.

Einen etwa "Coronabedingten" Rückgang könne man nicht verzeichnen, auch nicht bei den internationalen Studenten. Allerdings werden die Mathematik-Studienanfänger, die größtenteils aus dem Ausland kommen, derzeit nicht nach Mittweida anreisen, sondern online studieren.

Insgesamt hat die Hochschule Mittweida damit aktuell 6618 Studierende, davon sind 2655 Frauen (40 Prozent). 1394 (23,4 Prozent) Studierende kommen aus insgesamt 52 Ländern.


Die Forensikerin

Helena Richter, 19 Jahre, aus Zeulenroda in Thüringen: "Ich habe mich für die Forensik entschieden, weil dieser Studiengang wirklich interessant ist und auch in Mittweida seinen Ursprung hat. Ich denke, die Hälfte der Lehrveranstaltung wird schon vor Ort sein, der Rest dann am Rechner. Was ich sehr schnell gemerkt habe ist, dass sich wirklich alle sehr bemühen, man als Student wirklich willkommen ist. Ich denke schon, dass das Studium auch unter Coronabedingungen läuft. Auf die Imma-Feier hatte ich sehr gehofft. Dass die stattfindet, finde ich richtig gut." (fa)


Der Biotechnologe

Josef Kirste, 18, aus Chemnitz: "Ich studiere in Mittweida, weil das für mich einfach der kürzeste Weg ist. Ich werde weiter in Chemnitz wohnen. Auf die Biotechnologie bin ich über ein Praktikum in einer Kläranlage gekommen, weil mich biologische Prozesse sehr interessieren. Wie viel nun im Studium online erfolgt, weiß ich noch gar nicht. Experimente wird es sicher hier in den Laboren geben, das will man schon selbst machen. Im Vorfeld der Imma-Feier hatte ich schon überlegt, nicht zu gehen. Nun wollte ich schauen, wie viele Leute kommen, wen man so alles trifft." (fa)


Die Medienmanagerin

Josie Quadejacob, 18, aus Gera: "Mittweida hat den Ruf einer guten Hochschule, beim Studieninfotag bin ich auf die Medien aufmerksam geworden. Die Stadt liegt auch relativ nahe an meiner Heimat. Ich habe mir aber ein WG-Zimmer genommen. Vor Ort zu sein, gehört zum Studentenleben ja schon dazu. Mittweida habe ich bisher als sehr ruhig erlebt, auf den Straßen ist nichts los. Bei uns wird der größere Teil der Vorlesungen sicher online sein, Präsenz ist aber auch gefragt, sogar jeden Tag. Dass die Feier im Freien durchgezogen wird finde ich gut." (fa)

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