Jugendparlament steckt in der Warteschleife

Geringswaldes Stadtrat will mehr Mitspracherechte für junge Leute. Bis es so weit ist, wird aber noch Zeit vergehen.

Geringswalde.

Die Mehrheit der Geringswalder Stadträte hat sich in ihrer jüngsten Sitzung für die Bildung eines Kinder- und Jugendparlaments ausgesprochen. Bis es arbeitet, kann es aber noch dauern. Allen weiteren Schritten vorausgehen wird zunächst ein Workshop am 9. November beim Kreisjugendring Borna, sagte Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos). "Für uns ist das Neuland. Und das möchte ich nicht betreten, ohne mich vorher fit gemacht zu haben."

Linksfraktionsvize Robert Sobolewski akzeptiert die Entscheidung zähneknirschend. "Wir waren schon viel weiter", monierte er. Bereits im Mai hätte man sich im Verwaltungs- und Kulturausschuss verständigt, interessierte Geringswalder zu einer Gesprächsrunde ins Rathaus einzuladen. Der Tenor des Briefes, der den rund 400 Zehn- bis 27-Jährigen ins Haus flattern sollte, habe weitestgehend festgestanden, damals noch unterstützt vom ehemaligen Jugendklubleiter Nico Lang. Aus seiner Sicht habe es Abstimmungsbedarf gegeben, konterte Arnold. Der Stadtrat müsse den Plan legitimieren und die Stadtverwaltung beauftragen, die Dinge voranzutreiben.

Grünen-Politikerin Claudia Glanz begrüßt es, junge Menschen an die Politik heranzuführen: "Wir sollten dem Nachwuchs eine breitere Beteiligung anbieten." Falk Horn (Freie Wähler) fragt sich, wie weit die Befugnisse des Gremiums gehen sollten. Stadtrat Sobolewski erklärte, dass das Jugendparlament in Glauchau über ein eigenes finanzielles Budget verfüge und die gewählten Mitglieder das Recht hätten, an Sitzungen des Stadtrates teilzunehmen. "Also geht es um Geld", hakte Horn nach. Sobolewski dementierte. "Es geht um Einmischung in demokratische Prozesse, um Mitgestaltung und die Erfahrung, etwas mit Erfolg durchgesetzt zu sehen."

Angela Liebing (Freie Wähler) berichtete von positiven Erfahrungen mit Zehntklässlern an einer Leisniger Oberschule. Man müsse doch das Rad nicht neu erfinden, so Linke-Kreisrat David Rausch, der unter den Gästen war. So hätten in den vergangenen Jahren Formate wie der "Runde Tisch der Jugend" funktioniert. Junge Leute bräuchten einen Ansprechpartner. In der Rolle könne er sich den Bürgermeister vorstellen.

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