Kinderbetreuung kostet ab November weniger

In Wechselburg haben Eltern für Krippe, Kita und Hort bislang immer tiefer in die Tasche greifen müssen. Nun dreht die Gemeinde wieder an der Preisschraube - aber die Richtung ist eine andere.

Wechselburg.

Gleich zwei Mal haben die Wechselburger 2018 eine Erhöhung der Elternbeiträge in Kauf nehmen müssen. Bei der nächsten Änderung, die ab November in Kraft tritt, können sie aufatmen. Denn trotz weiter steigender Betriebskosten sinken die Kosten für Betreuung der Kinder in der Kindertagesstätte sowie im Hort - beide in Trägerschaft der Awo - deutlich. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstagabend einstimmig beschlossen.

Demnach fallen für neun Stunden in der Krippe mit 190 Euro 30 Euro weniger als bislang an. Für neun Stunden im Kindergarten sind 100 statt bislang 124 Euro zu zahlen. Die fünfstündige Betreuung im Hort kostet 35 Euro und damit 15 Euro weniger als zuvor. Eine Betreuung im Frühhort, der nach seinem Wegfall im vergangenen Jahr wieder eingeführt werden soll, kostet dann bei sechs Stunden 42 statt 60 Euro. Basis für die Berechnung sind die Betriebskosten in der Kindertagesstätte und im Hort. Dabei gibt aber das im Sommer in Kraft getretene neue Sächsische Kindertagesstättengesetz den Kommunen mehr Spielraum, wie Kämmerer Christian Schleußner gegenüber der "Freien Presse" erläuterte.

Die Betriebskosten - also alles, was an Personal- und Materialkosten, an Aufwendungen für Strom, Gas und Wasser sowie zur Werterhaltung anfällt - werden auf drei Schultern verteilt. Für die Betreuung in der Krippe zahlen die Eltern laut neuem Gesetz zwischen 15 und 23 Prozent (vorher zwischen 20 und 23 Prozent), für die im Kindergarten zwischen 15 und 30 Prozent (vorher zwischen 20 und 30 Prozent) sowie für die im Hort zwischen 0 und 30 Prozent (vorher zwischen 20 und 30 Prozent) der Betriebskosten. Vom Land gibt es einen festen Betrag pro Kind. Den Rest trägt die Gemeinde. Mit 16,4 Prozent bei der Krippe, 19,5 Prozent für die Betreuung im Kindergarten und 15,1 Prozent im Hort sei man beim Anteil der Eltern an der unteren Grenze der Vorgaben geblieben, so Schleußner.

"Ich freue mich sehr, dass wir diesen Schritt, der die Eltern deutlich entlastet, gegangen sind", sagte CDU-Ratsmitglied Marcus Theuer nach der Sitzung. "Mir ist wichtig, dass wir ein Zeichen setzen und so zeigen, dass wir viel Interesse am Zuzug junger Familien mit Kindern haben."

Auch Bürgermeisterin Renate Naumann (CDU) freute sich über die einhellige Einstellung des Rates zur Entlastung der Eltern. "Wenn man sich das als Gemeinde leisten kann, sollte man das tun. Die Kinder sind unsere Zukunft". Als ein gutes Zeichen betrachtete es auch Ratsmitglied Stephan Reichelt (Bürgerforum Wechselburg) jahrelangen Anhebungen der Beiträge jetzt eine Senkung entgegen zu setzen. Allerdings hätte er sich gewünscht, dass bei einer solchen Entscheidung auch die Betroffenen an der Sitzung teilnehmen. "Leider waren aber keine Eltern unter den Gästen, obwohl die Tagesordnung bekannt war."

Dass der Gemeinderat und die Bürgermeisterin immer wieder eine verträgliche Kostenbelastung der Eltern anstrebten, habe man über viele Jahre hinweg erlebt, sagte Mona Kramer, Leiterin der Awo-Kindertagesstätte und des Awo-Hortes. Dabei komme auch die Gemeinde Wechselburg nicht umhin, sich generell den steigenden Kosten anzupassen. "Um so mehr freuen wir uns über die wirklich große Entlastung und hoffen, dadurch noch zusätzliche Kinder für unsere Einrichtung gewinnen zu können," so Mona Kramer. Denn in der Regel erwarteten die Eltern eine Steigerung, wenn es darum geht, dass über Beiträge verhandelt wird. "Dass es diesmal eine Senkung ist, wird alle sehr freuen."

Derzeit werden laut Kramer in der Wechselburger Einrichtung 20 Krippenkinder, 40 Kindergartenkinder und 32 Hortkinder betreut. Insgesamt 17 Kinder sind derzeit in einem Schulvorbereitungsjahr.

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