Leipziger wollen altes Sudhaus veredeln

Ein Wohnbauunternehmen will noch in diesem Jahr mit Arbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Brauerei in Rochlitz beginnen. Ein Haus in der Muldestadt hat die Firma bereits zum Schmuckstück gemacht.

Rochlitz.

Das Gebäude ist verfallen, das umliegende Gelände von Unkraut zugewuchert: Alles andere als eine gemütliche Wohngegend ist derzeit das Sudhaus der ehemaligen Brauerei in Rochlitz. Doch das soll sich ändern. Im kommenden Monat will die Leipziger Golz Wohnbaugesellschaft beginnen, das ehemalige Sudhaus und ein Nebengebäude zu sanieren. Entstehen sollen 14 Eigentumswohnungen - mit exklusiver Ausstattung.

Was damit gemeint ist, erklärt Geschäftsführer Michael Golz. Die Wohnungen mit einer Fläche von jeweils knapp 73 bis etwa 153 Quadratmetern sollen in den zweieinhalb bis viereinhalb Räumen unter anderem Fußbodenheizung, gespachtelte Wände sowie moderne Bäder mit integrierten Fernsehgeräten in den Spiegeln haben. "In allen Wohnungen gibt es Wandtresore. Sie haben geräumige Balkone, und große Gartenanteile gehören dazu", so Michael Golz. Auch ein Lift sei vorgesehen.

Angekündigt hatte das Unternehmen die Sanierung bereits Anfang das Jahres. Doch man wolle erst beginnen, wenn alle 14 Wohnungen einen Eigentümer gefunden haben, hieß es damals. Das sei nun der Fall. Vorbereitende Arbeiten für die Sanierung der beiden denkmalgeschützten Gebäude seien bereits gelaufen. So habe man unter anderem alle notwendigen Gutachten zu Holz-, Wärme- und Schallschutz sowie zum Lüftungs- und Brandschutzkonzept und zur Statik eingeholt.

Die Planungen seien abgeschlossen. Allerdings stünden zur künftigen Außenhülle der Objekte die Details noch nicht 100-prozentig fest. Denn bei den Bauarbeiten muss der Investor die Auflagen des Denkmalschutzes beachten. "Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf dem äußeren Erscheinungsbild. Das wird derzeit noch mit dem Denkmalamt abgestimmt", sagt Michael Golz. Die Dauer vom Beginn der Sanierung bis zu deren Abschluss schätzt Golz auf etwa 20 Monate. Das heißt, das Projekt könnte Ende 2021 vollendet sein.

Wie viel die Firma in den Bau insgesamt investiert, sagt der Firmenchef nicht. Es gebe zwar Fördermittel, sie seien aber nur ein Zuschuss zur Sanierung der äußeren Hülle, also beispielsweise für Fenster, Dach oder Dämmung.

Der Rochlitzer Oberbürgermeister Frank Dehne (parteilos) hatte sich bei Bekanntwerden der Pläne erfreut über die Aktivitäten des Leipziger Unternehmens geäußert. Die Firma tritt in der Stadt nicht zum ersten Mal in Erscheinung: Im Februar zogen die ersten frischgebackenen Besitzer einer Eigentumswohnung in das sanierte und ebenfalls denkmalgeschützte Haus Dresdener Straße 1 ein. Inzwischen sind laut Golz alle Wohnungen belegt. "Besonders begehrt waren Vier-Raum-Wohnungen. Das ist oft so, weil man große und familiengerechte Wohnungen seltener mieten kann", so Golz.

Bei der Sanierung war der für die Region typische Porphyr gezielt in Szene gesetzt worden. Die Bauherren hatten laut dem Geschäftsführer beim Umbau des Gebäudes viele Steine wiederverwendet, die bei Abbrucharbeiten angefallen waren: Die Fensterbänke an der Fassade im Erdgeschoss wurden aufgearbeitet.

Die zwischen 65 und 121 Quadratmetern großen Wohnungen verfügen über eine hochwertige Ausstattung, darunter Fußbodenheizung, einen in die Wand integrierten Safe und vorinstallierte Elektronik im Bad. Außerdem haben zwei Wohnungen einen Kamin.

Die Firma Golz Wohnbau existiert seit 2014 und hat sich auf die Sanierung denkmalgeschützter Objekte spezialisiert. "Wir haben in den vergangenen fünf Jahren etwa 20denkmalgeschützte Mehrfamilienhäuser in Leipzig, Chemnitz und Rochlitz saniert. Aktuell bauen wir auch noch in Hainichen", so Golz, der seit 1983 in der Baubranche tätig ist.

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