Liebevolle Begleiter im letzten Lebensabschnitt

14 Altenpfleger haben gestern im Rochlitzer GAW-Institut ihre Zeugnisse bekommen. Unter ihnen als einziger Mann Florian Matauschek.

Rochlitz.

Während für acht Lehrlinge gestern im Rochlitzer GAW-Institut für berufliche Bildung die Ausbildung zum Altenpfleger begonnen hat, haben 14 Absolventen ihre Zeugnisse erhalten. "Es war eine sehr aufgeschlossene und auch ehrgeizige Klasse, die die Prüfungen mit Gesamtdurchschnitten von 1,3 bis 2,4 gut abgeschlossen hat", sagte gestern GAW-Bildungssekretärin Stefanie Triemer.

Als einziger Mann der Klasse erhielt Altenpfleger Florian Matauschek sein Zeugnis. Mit einem Durchschnitt von 2,1 ist der 20-Jährige zufrieden. Glücklich ist er, dass er jetzt den Beruf voll ausgebildet ausüben kann. Dabei war es, wie er erzählt, eigentlich Zufall, dass er diesen Weg einschlug. "Nach Abschluss der Oberschule war ich mir nicht schlüssig was eine Ausbildung betrifft und habe deshalb ein freiwilliges soziales Jahr absolviert", sagt er. Gearbeitet hat er im Rochlitzer Krankenhaus. "Ich war viel auf der inneren Station. Da sind viele alte Leute zu betreuen. Als ich das tat, habe ich gemerkt: das ist es, das ist für mich der richtige Beruf", erzählt er. Die alten Leute gäben viel zurück, seien sehr dankbar. "Es ist am Ende eines Tages ein schönes Gefühl, weil man weiß, man hat etwas Gutes getan, hat jemandem geholfen."

Altenpfleger zu sein bedeute auch, die alten Menschen auf dem letzten Abschnitt ihres Lebens zu begleiten. "Es gehört viel Einfühlungsvermögen dazu, herauszufinden, was die alten Menschen möchten, wenn sie sich aus verschiedensten Gründen nicht mehr richtig artikulieren können. Aber man lernt das. Und wenn dann nach Monologen oder Berührungen ein Lächeln ins Gesicht zieht oder auch eine Träne rollt, dann merkt man, dass man durchgedrungen und angekommen ist", beschreibt Florian Matauschek seine Berufung. Diese sieht er darin, den Alten ihre letzte Zeit so schön als möglich zu gestalten und sie dabei wertschätzend zu behandeln. "Es ist zum Beispiel ganz wichtig, mit den Leuten zu reden, nicht über sie hinweg, aus Mimik und Gestik Wünsche abzulesen und sie zu erfüllen."

Künftig wird der Narsdorfer Intensivpatienten bei einem Pflegedienst in Borna betreuen. "Das können zum Beispiel Wachkoma-Patienten sein", erklärt er.

Neben den acht Schülern des jetzigen ersten Ausbildungsjahres, lernen noch zehn im zweiten und 16 im dritten Lehrjahr im GAW-Institut. Schwerpunkte der Ausbildung sind laut Stefanie Triemer Pflege und Diagnostik, Krankheits- und Medikamentenlehre sowie Lebenswelten und soziale Netzwerke, "die als phsychische und soziologische Aspekte einen hohen Stellenwert haben".

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