Neue Gästeführer verstärken Schlossteam

Elf Interessenten sind an der Volkshochschule Mittweida speziell für den Einsatz auf der Rochsburg ausgebildet worden. Sie haben am Samstag ihr Zertifikat erhalten und sollen unter anderem bei der beliebten Schatzsuche für Kinder eingesetzt werden.

Rochsburg/Mittweida.

"Wir freuen uns, dass sie alle die Ausbildung geschafft haben. Sie werden auf der Rochsburg gebraucht", sagte Schlossherr Lutz Hennig am Samstag bei der Übergabe der Zertifikate an elf frisch gebackene Gästeführer. Dann wurde auf eine gute Zusammenarbeit angestoßen, bevor der Trupp zu einem Rundgang durch die Rochsburg aufbrach, um das künftige Arbeitsfeld gleich genauer in Augenschein zu nehmen.

Laut Hennig konnten bislang etwa 30 Prozent mehr Besucher empfangen werden als im Vorjahr. Darüber freue man sich, stoße aber zugleich an die personellen Grenzen. "Weil wir auf keinen Fall Abstriche an der Qualität machen wollen, haben wir Verstärkung gesucht", so Hennig. Denn die Nachfrage nach museumspädagogischen Angeboten steige. Das betreffe insbesondere Kinderführungen und Projekttage für Grundschüler.


In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Mittelsachsen sei deshalb das Projekt "Gästeführerausbildung auf Schloss Rochsburg" ins Leben gerufen worden. In 24 Unterrichtseinheiten verteilt auf vier Tage im September erfuhren Teilnehmer nicht nur viel Wissenswertes zur Rochsburg, sondern auch zu Kunstgeschichte und dem Einmaleins des Gästeführens. "Das heißt zum Beispiel, wie sie die Balance finden zwischen dem Vermitteln kultureller Bildung und Erlebnis", so Hennig.


Die Übersetzerin

"Ich bin gern mit Menschen unterwegs und möchte dabei regionale Geschichte vermitteln", sagt Sonja Stankowski. Die studierte Übersetzerin für Polnisch hat schon während ihres Studiums in Leipzig Führungen durchgeführt. Nun ist die 42-Jährige nach Hartmannsdorf gezogen. "Ich wollte die Region kennenlernen und bin dabei auf die Rochsburg gestoßen", erzählt sie. Als Gästeführerin sei sie für alles offen und möchte Wissen kurzweilig vermitteln. (bp)


Der Manager

Eigentlich könnte Falk Rätzer (69) schon seinen Ruhestand genießen. Doch dem Key Account Manager macht sein Beruf "einfach viel Spaß". Der gebürtige Lunzenauer, der jetzt in Burgstädt wohnt, hat viele Kunden aus Osteuropa und auch dem chinesischen Raum. "Ich bin mit meinem Vater schon als Kind auf der Rochsburg gewesen. Nun möchte ich sie meinen Kunden zeigen und deshalb auch Führungen in Englisch und Russisch anbieten." (bp)


Die Reiseleiterin

Als Reiseleiterin ist Christina Günther aus Chemnitz europaweit unterwegs. Zudem nacht sie in Chemnitz und im Erzgebirge bereist Gästeführungen. "Für die Rochsburg habe ich mich als Gästeführer qualifiziert, weil ich meinen Horizont von Chemnitz aus in Richtung Norden erweitern wollte", sagt die 31-Jährige. Dabei ist für sie die Architekturgeschichte besonders interessant. "Deshalb würde ich gern Führungen im Außenbereich durchführen." (bp)


Der Krankenpfleger

Ein lange gehegter Wunsch geht für Dietmar Pätzold in Erfüllung. Er wollte zu DDR-Zeiten Museologie studieren, was ihm jedoch verwehrt blieb. Nun will der 63-jährige Pensionär, der als Krankenpfleger beim Militär tätig war, als Gästeführer anderen Menschen Heimatgeschichte näher bringen. Der Claußnitzer, der sich bereits in seinem Wohnort im Heimatverein engagiert, möchte den Schwerpunkt gern auf Führungen durch das Museum der Rochsburg setzen. (bp)

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