Neuer Anlauf für Tempo 30

Seit längerem kämpft die Stadt für eine Geschwindigkeitsbegrenzung in Herrenhaide - bislang erfolglos. Beim jetzigen neuen Anlauf könnten dem Rathaus zwei Aspekte Rückenwind geben.

Burgstädt.

Kein Fußweg, keine Mittelmarkierungen, einige Engstellen: Die Tauraer und die Hartmannsdorfer Straße im Burgstädter Wohngebiet Herrenhaide sind für Fußgänger keine allzu sichere Passage. Auf der Strecke dürfen Fahrzeuge mit 50 Kilometer pro Stunde fahren. "Wir sind in unseren Aktivitäten eingeschränkt", sagt Iris Uhlig, Leiterin der Kindertagesstätte "Haidenest" an der Tauraer Straße. Um die Gefahr für die Kinder zu verringern, sollte die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h abgesenkt werden, sagt Uhlig. Das sehen auch Anwohner so. Es werde mitunter sehr schnell gefahren, sagt Hartmut Bauer. "Und die Straße ist ja sehr eng."

Tatsächlich hatte es auf Tauraer und Hartmannsdorfer Straße schon einmal eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h gegeben. Im Altkreis Mittweida sei das genehmigt worden, sagt die Burgstädter Ordnungsamtsleiterin Cornelia Müller. Nach der Kreisgebietsreform 2008 habe das nun zuständige Landratsamt in Freiberg die Rechtslage aber anders bewertet. Burgstädt stellte daraufhin einen neuen Antrag für eine Zone 30, scheiterte bislang aber am Widerspruch des Landratsamtes. Der Grund: Auf Straßen des überörtlichen Verkehrs wie Ortsdurchfahrten und Vorfahrtsstraßen durfte nur in Ausnahmefällen eine Geschwindigkeitsbegrenzung vorgenommen werden.


Nun unternimmt die Stadtverwaltung einen neuen Anlauf. Primäres Ziel sei es, auf dem Abschnitt zwischen Ortseingang Taura und Kreuzung Wittgensdorfer/Herrenhaider Straße eine Beschränkung des zulässigen Maximal-Tempos auf 30 km/h zu erreichen. "Eigentlich wollen wir aber eine Zone 30 im gesamten Wohngebiet", sagt Müller. Der bereits beim Landratsamt gestellte Antrag soll nun "bekräftigt" werden, heißt es aus dem Rathaus.

Rückenwind dürften der Verwaltung dabei zwei Punkte geben. Zum einen die zwischen August und Oktober vorgenommenen Tempokontrollen in Herrenhaide. An sechs Standorten ließ das Ordnungsamt die Geschwindigkeit messen, darunter in beiden Richtungen vor der Kita. Das Ergebnis: In Richtung Hartmannsdorf waren an dieser Stelle 28,5 Prozent der 12.036 kontrollierten Fahrzeuge zu schnell unterwegs. In der Gegenrichtung überschritt fast jedes dritte der 12.167 erfassten Autos die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h.

Zum anderen kommt die geänderte Gesetzeslage der der Verwaltung entgegen. Die Verkehrsminister von Bund und Ländern haben einen Beschluss gefasst. Demnach soll Tempo 30 vor Schulen, Kitas, Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen künftig zur Regel werden. Noch ist die geänderte Straßenverkehrsordnung aber nicht in Kraft getreten. Wenn das passiert, so Müller, stiegen auch die Chancen für Tempo 30 in Herrenhaide erheblich.

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