Protest gegen Windkraft erreicht Landratsamt

Weit mehr als 1000 Bürger sprechen sich gegen Großprojekte aus

Hartha.

Die Einwohner von Königshain-Wiederau und Frankenau erhöhen die Schlagzahl: Um ihren Protest gegen mehrere Großprojekte in ihren Orten Nachdruck zu verleihen, haben sie in den vergangenen Wochen eigenen Aussagen zufolge rund 1700 Unterschriften gesammelt. Diese übergaben der Mittweidaer Oberbürgermeister Ralf Schreiber (CDU) und sein Amtskollege aus Königshain-Wiederau, Johannes Voigt (CDU), während des Kreistags am Mittwochabend an Landrat Matthias Damm (CDU).

"Wir waren überrascht über diese Vorhaben", sagte Schreiber. Damit zielte er auf den geplanten Bau von sechs Windkraftanlagen auf Frankenauer Flur und den Bau einer weiteren bei Königshain ab. Mit einer Nabenhöhe von 166 Metern und einem Rotordurchmesser von 166 Metern würden die Windräder 250 Meter in die Höhe ragen. Insbesondere die Größe der Windräder sehen viele Einwohner kritisch, wie Schreiber verdeutlichte. "Diese Sorgen müssen wir ernst nehmen." Auch die Informationspolitik der Investoren - die Mittelsächsische Bürgerenergiegenossenschaft - stößt OB Schreiber sauer auf. "Für das Gebiet in Mittweida ist kein Windkraftvorranggebiet ausgewiesen. Und das dann nach dem Motto vorzustellen, das wird gemacht", hob er an. Dann sagte er: "Über diese Art und Weise muss ich mich schon wundern."

Bürgermeister Johannes Voigt blies ins gleiche Horn. "Unsere Lebensqualität und unsere Gesundheit werden infrage gestellt." Neben dem geplanten Windpark mit sieben Anlagen im südlichen Teil der Gemeinde verwies Voigt auf den angedachten Bau eines weiteren Windrads im Norden. Noch dazu soll zwischen Königshain, Altmittweida und Claußnitz Kies und Sand abgebaut werden - und zwar auf einer Fläche von 150 Hektar, was einer Größe von gut 210 Fußballerfeldern entspricht. "Alle unsere Bemühungen und Investitionen in den vergangenen Jahren werden mit Füßen getreten", betonte Voigt, der außerdem vor sinkenden Grundstückspreisen warnte und vor diesem Hintergrund die Attraktivität seiner Gemeinde als Wohnstandort schwinden sieht.

Landrat Damm bemerkte: "Uns ist die Lage vor Ort nicht verborgen geblieben." Dann sagte der CDU-Politiker: "Wir werden das bei uns im Hause genau prüfen und die Sache ernst nehmen."

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