Radweg: Behörde prüft Verlauf durch Fröhne

Entlang des Naherholungsgebietes könnte die Trasse das einstige Schotterbett verlassen. Grünen-Abgeordneter Wolfram Günther sieht dafür gute Gründe.

Geringswalde/Rochlitz.

Zwar ruhen aufgrund der winterlichen Witterung gegenwärtig die Arbeiten am künftigen Radweg zwischen Waldheim und Rochlitz. Die ersten knapp zwei Kilometer der Trasse waren Anfang Oktober fertiggestellt worden. Dennoch wurde es dieser Tage unruhig um das Projekt. Der Grund: Wolfram Günther, der Fraktionschef von Bündnis 90/Die Grünen im sächsischen Landtag, stellte einen Gesetzesentwurf vor, der Umwelt- und Naturschutzvereinigungen in Sachsen mehr Klagerechte gegen derartige Bauprojekte einräumen soll.

Die Grünen verlangen, dass Naturschützer in den rund 180 Landschaftsschutzgebieten in Sachsen juristisch eingreifen können. Zudem sollen auch regional oder lokal tätige Naturschutzvereine ein Klagerecht bekommen, wenn es um Projekte vor ihrer Haustür geht. Bisher dürfen das nur anerkannte, landesweit tätige Verbände.

Aktiv sind in der Region vor allem zwei Verbände, die Grüne Liga und der Naturschutzverband Sachsen. Erst im November siegte die Grüne Liga vor Gericht gegen den Vogtlandkreis. Der Radweg Bad Elster-Adorf, errichtet ohne Planfeststellungsverfahren in einem europäischen Schutzgebiet, bleibt nach einem Urteil des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts gesperrt und muss zurückgebaut werden. Zur Strecke Rochlitz-Waldheim hat der Naturschutzverband Sachsen jüngst der "Freien Presse" mitgeteilt, man erwäge aktuell keine Klage, da kritische Bereiche vom Bau ausgespart worden seien.

Geringswaldes Bürgermeister Thomas Arnold (parteilos) will sich ohnehin nicht nervös machen lassen. "Ich hoffe, dass das Projekt bis zur Fertigstellung sauber durchläuft. Der Radweg ist wichtig für unsere Region." Aus seiner Sicht seien naturschutzrechtlich alle Eventualitäten beleuchtet und etwa mit der Umsiedlung von Zauneidechsen im ersten Bauabschnitt auch entsprechend reagiert worden. Zwar habe er gehört, dass die Trassenführung durch das Waldgebiet Fröhne verändert werden soll, doch seien ihm momentan keine Einzelheiten bekannt. Arnold, selbst passionierter Radfahrer, bleibt optimistisch: "Es wäre erfreulich, wenn die Bauabläufe ungestört vorangetrieben werden könnten."

Beim für den Bau zuständigen Landesamt für Straßenbau und Verkehr hält man sich zur Querung der Fröhne bedeckt. "Derzeit erfolgt eine Untersuchung zur Ermittlung der Vorzugsvariante", teilte Sprecherin Nicole Wernicke mit. Wann sie abgeschlossen werden könne, ließe sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös beantworten. Genauso ließ Wernicke offen, welchen Verlauf die Vorzugsvariante nehmen könnte. Umweltverbände seien auf die Behörde bislang nicht zugekommen, ergänzte sie.

Wolfram Günther sieht aktuell auch keinen Grund zur Beunruhigung. "Eine Veränderung der Trassenführung wäre denkbar." Dabei würde erwogen, einen der Forstwege einzubinden. "So müsste in den Lebensraum seltener Tiere, die im einstigen Schotterbett heimisch sind, nicht eingegriffen werden. Denn die Umsiedlung wäre schwierig." (mit oha)

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