Retter starten bald aus neuer Wache

Ende des Jahres soll der Stützpunkt im Gewerbegebiet Wernsdorf in Penig in Betrieb gehen. Die Nähe zur Autobahn sieht das Deutsche Rote Kreuz als großen Standortvorteil an.

Penig.

Wenn jemand in der Region in einer Notsituation ist und die 112 wählt, dann geht dieser Notruf in der Rettungsleitstelle Freiberg ein. Die Mitarbeiter dort koordinieren dann je nach Lage den Einsatz der Retter, alarmieren entweder ein bereits in der Nähe befindliches Fahrzeug oder eine der zuständigen Rettungswachen. Für den Raum Penig rücken die Einsatzkräfte des Kreisverbandes Rochlitz des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) derzeit noch von der Wache an der Reitzenhainer Straße zum Einsatz aus. Doch voraussichtlich ab Ende des Jahres steht die neue Rettungswache im Gewerbegebiet Wernsdorf zur Verfügung. Die Retter freuen sich schon jetzt auf das neue Gebäude und den neuen Standort.

"Die Nähe zur Autobahn und somit zu den umliegenden Krankenhäusern ist ein großer Vorteil", sagt Rebecca Rau, Sprecherin des DRK-Kreisverbandes Rochlitz, der neben Penig auch die Leistungen für die Rettungswachen in Rochlitz und Geringswalde erbringt.

In Regie des Landkreises begannen im Mai 2017 die Arbeiten am neuen Standort in Wernsdorf. Auf dem fast 2200 Quadratmeter großen Areal entsteht zurzeit ein zweigeschossiger Flachbau mit mehr als 600 Quadratmetern Nutzfläche. "Neben der Wagenhalle für vier Einsatzfahrzeuge werden im Gebäude zwei Ruheräume, eine Apotheke und ein Lager untergebracht. Auch ein Aufenthaltsraum mit Küche, ein Verwaltungsraum, ein Sanitärbereich und Umkleiden sind vorgesehen", teilt Landratsamtspressesprecherin Cornelia Kluge mit. Das Projekt liege im Plan und soll Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. Die Kosten belaufen sich auf 1,8 Millionen Euro. Notwendig werde der Bau, weil die bisherige Wache an der Reitzenhainer Straße nicht mehr zeitgemäß sei, auch die Garagen seien zu klein.

Zurzeit wird die Fassade fertiggestellt, auch im Inneren gehen die Arbeiten laut Landkreisverwaltung voran. Der Innenputz sei angebracht, die Estrich- und Trockenbauarbeiten konnten abgeschlossen werden, sodass die Malerarbeiten und die Gestaltung des Bodens nun beginnen können. Auch mit den Außenanlagen sei bereits begonnen worden.

"Unsere Rolle als Stadt war, den Landkreis bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück zu unterstützen", sagt Stadtsprecherin Manuela Tschök-Engelhardt. Der Landkreis hatte sich schließlich für das Grundstück im Gewerbegebiet Wernsdorf entschieden, da sich Grundstücke in der Kernstadt als ungeeignet erwiesen hatten. Die Stadt hatte das Grundstück in Wernsdorf an den Landkreis seinerzeit für 44.000 Euro verkauft.

Durch den Umzug können die Rettungskräfte auch mit mehr Komfort rechnen, weil mehr Räume bereitstehen. Zudem sei geplant, die Anzahl der Rettungsassistenten, Notfallsanitäter und Rettungssanitäter von aktuell vier Personen, die an der Reitzenhainer Straße tätig sind, auf sechs Mitarbeiter aufzustocken, Wie Rebecca Rau erklärt, werde dann auch ein weiterer Krankentransportwagen im Einsatz sein. Was mit dem Gebäude an der Reitzenhainer Straße wird, das dem DRK gehört, sei noch nicht klar. Aktuell hat der DRK-Kreisverband Rochlitz rund 40 Mitarbeiter im Rettungsdienst-Einsatz. Insgesamt zählt der Kreisverband Rochlitz etwa 215hauptamtliche Mitarbeiter.


Rettungsdienst im Landkreis

Fahrzeuge: Im Landkreis sind 7 Notarzteinsatzfahrzeuge, 31 Rettungswagen und 29 Krankentransportwagen verfügbar. Sie rückten 2017 insgesamt zu knapp 83.000 Einsätzen aus.

Rettungswachen: Diese befinden sich in Leisnig, Döbeln, Naußlitz, Geringswalde, Rochlitz, Penig, Burgstädt, Mittweida, Frankenberg, Hainichen, Dittmannsdorf, Freiberg, Brand-Erbisdorf, Mulda, Clausnitz, Flöha und Eppendorf. Die Rettungswache in Frauenstein befindet sich in Trägerschaft des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge.

Kosten: Der Einsatz eines Krankentransportwagens kostet 145,90 Euro, der eines Rettungstransportwagens 424,10 Euro und eines Notarzteinsatzfahrzeuges 218,70 Euro. (ule)

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